Bevölkerungsprognose: Handlungsbedarf in Kommunen

Wir schrumpfen – aber nicht flächendeckend gleich

Juli 2015, Gütersloh

Eine neue Bevölkerungsvorausberechnung im Wegweiser Kommune zeigt, wie sich die Bevölkerung bis 2030 in den Kommunen Deutschlands entwickeln wird. Die Ergebnisse dieser Vorausberechnung werden für alle Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern bereit gestellt. Die neue Vorausberechnung berücksichtigt sowohl die starken Anstiege bei der Zuwanderung nach Deutschland als auch den Zensus 2011.

Für Deutschland ergibt sich für den Zeitraum 2012 bis 2030 ein nur noch leichter Rückgang der Bevölkerung um -0,7 Prozent. Die Einwohnerzahl sinkt demnach von 80,5 auf 79,97 Millionen. Wie auch in den vorherigen Vorausberechnungen zeigt sich dabei eine große Heterogenität in den Entwicklungen auf Ebene der Kreise, Städte und Gemeinden. So können vor allem die Metropolen einen starken Bevölkerungsanstieg erwarten, während der ländliche Raum vielerorts schrumpft und stärker altert.

In Hoyerswerda im Kreis Bautzen, Bitterfeld-Wolfen im Kreis Anhalt-Bitterfeld, Gräfenhainichen im Kreis Wittenberg oder Roßleben im Kyffhäuserkreis wohnen 2030 mehr als 26 Prozent weniger Menschen als 2012. Unterföhring, Feldkirchen, beide im Kreis München liegend, Ilvesheim im Rhein-Neckar-Kreis, Teltow im Kreis Potsdam-Mittelmark und Glinde im Kreis Stormarn hingegen erwarten einen Anstieg der Einwohnerzahl um mehr als ein Viertel.

Im Fokus dieser Entwicklungen stehen vor allem die ländlichen Räume. Es ist wichtig, in schrumpfenden ländlichen Regionen eine angemessene Infrastruktur aufrechtzuerhalten und Mindeststandards zu diskutieren. Hierzu gehören vor allem flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine erreichbare Gesundheitsversorgung. Der Wegweiser arbeitet hier an Strategien für die Gestaltung einer smarten ländlichen Region, also an „Smart Country".

Auch die Alterung bleibt ein wichtiges Thema in Deutschland. In den kommenden 15 Jahren steigt die Zahl der Hochbetagten im Alter von über 80 Jahren bundesweit um 47,2 Prozent auf über 6,3 Millionen. Kirchheim im Kreis München, Kropp im Kreis Schleswig-Flensburg oder Karlsfeld im Kreis Dachau müssen hier sogar mit einem Anstieg von mehr als 180 Prozent bei den Hochbetagten rechnen. Der starke Anstieg der Hochbetagten erhöht Pflegebedarfe und erfordert auch in diesem Handlungsfeld eine strategische Neuorientierung der Kommunen.

Die Handlungsempfehlungen im Wegweiser werden derzeit auch um digitale Handlungsmöglichkeiten erweitert und aktualisiert.

Die Pressemitteilung sowie alle Länderberichte, Karten und Tabellen finden sich hier.

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