Bielefeld - Bielefeld bildet

Lebensumstände können sich erschwerend auf den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen auswirken. Die Stadt reagiert darauf mit vier Handlungsschwerpunkten für eine sozialräumlich differenzierte kommunale Steuerung der Bildungspolitik. Die Umsetzung erfolgt im Netzwerk der „Bildungsregion Bielefeld".

Ausgangslage

  • Kinder, die bedeutsamen sozialen Belastungen ausgesetzt sind, weisen häufiger soziale, psychische und kognitive Belastungen auf, die eine erfolgreiche Schullaufbahn erschweren. Bezogen auf die wohnortnahen Schuleinzugsbereiche und die Übergangsempfehlungen zu den weiterführenden Schulen wurde dies im Lernreport 2012 der Stadt Bielefeld belegt.
  • Die Ergebnisse wurden stadtweit in allen relevanten Institutionen, Interessenvertretungen, Organisationen und städtischen Gremien vorgestellt und diskutiert.

Ziele

  • Verbesserung der Lern- und Lebenschancen aller Kinder und Jugendlichen
  • Verbesserung der Übergänge in den Bildungsbiographien
  • Erhöhung des Anteils der Schülerinnen und Schüler mit allgemeiner Hochschulreife
  • Reduzierung von Klassenwiederholungen und von absteigenden Schulformwechseln
  • Senkung der Quote von Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss

Umsetzung

  • Die Steuerungsgremien der Bildungsregion beschlossen aufgrund der Ergebnisse des Lernreports folgende Maßnahmen:
  • Harmonisierung des Übergangs zwischen der Primarstufe und der Sekundarstufe 1: Hierfür wurden in vier Pilotregionen Schulnetzwerke etabliert, die schulübergreifend an der Verbesserung des Übergangs arbeiten.
  • Durchgängige individuelle Förderung: Hierfür wurden zahlreiche Fortbildungsprogramme für Schulen durchgeführt. Die Maßnahme war Schwerpunktthema der Bielefelder Bildungskonferenz 2012 und des übergreifenden Bielefelder Projektes „Alle Kinder mitnehmen".
  • Gestaltungspartnerschaft zwischen Familien und Bildungseinrichtungen: Es fand die Veranstaltung „Was Eltern sich von Schule wünschen" für alle Schulpflegschaftsvertretungen aus 114 Bielefelder Schulen statt.
  • Entwicklung und Implementierung einer Bildungsdokumentation von 0 bis 18 Jahre: Dies war Schwerpunktthema der Bielefelder Bildungskonferenz 2013; Ergebnisse und Zielsetzungen werden in Bildungsgremien diskutiert.
  • Zu den Ressourcen des Bildungsbüros werden Sachmitteln für Projekte und Maßnahmen festgeschrieben und zusätzliche Mittel von verschiedenen Stiftungen und Landesprogrammen eingeworben.
  • Für eine Evaluation in 2015 wurden 197 Akteure befragt, die auf Grundlage der Kooperation und aktiven Mitarbeit in den verschiedenen Handlungsfeldern, Maßnahmen, Projekten, Arbeitskreisen und Gremien der Bildungsregion ausgewählt wurden. Aus der Evaluation entstanden neue Entwicklungsansätze:
  • In einem strukturierten Prozess wurde mit externer Begleitung ein Leitbild entwickelt. Die Bildungskonferenz hat mit breiter Beteiligung aller erreichbaren und interessierten Bildungsakteure der Bildungsregion Bielefeld im Rahmen einer ganztägigen Konferenz 2016 in einem moderierten Prozess den Entwicklungsstand des Leitbildes diskutiert.
  • Die Rolle der Bildungskonferenz als Steuerungsgremium soll konkretisiert und für weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ergänzend zu den Mitgliedern laut Kooperationsvertrag, geöffnet werden.
  • Die Kooperation zwischen den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Kultur, Sport und Erwachsenenbildung soll mit einem neuen Kooperationsmodell an Hand von Zielen und Kriterien für die Bildungsregion weiter ausgebaut werden.
  • Die strategische Zusammenarbeit zwischen dem Kommunalen Integrationszentrum und dem Bildungsbüro soll entwickelt werden.

 

Erfolge

  • Der bislang befristete Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Bielefeld und dem Land Nordrhein-Westfalen für die Bildungsregion wurde entfristet.
  • Als Ergebnis der Evaluation hat sich gezeigt, dass die staatlich-kommunale Verantwortungsgemeinschaft die Vernetzung und effektive Zusammenarbeit der Bildungsakteure und damit die Aufgabenerfüllung in der jeweiligen Zuständigkeit fördert.
  • Weitere Ergebnisse der Evaluation:
    • Das Regionale Bildungsnetzwerk fördert eine effektive Arbeit der beteiligten Bildungsinstitutionen in der Region.
    • Die Kooperation zwischen der unteren und oberen Schulaufsicht und der Stadtverwaltung ist besonders zielführend
    • Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe hat sich durch die Arbeit des Bildungsbüros deutlich verbessert.
    • Von den vier priorisierten Handlungsfeldern werden als besonders gelungen die Entwicklung des Kompetenzorientierten Beratunsbogens KBB und des Projektes ‚Alle Kinder mitnehmen‘  als Maßnahmen der Individuellen Förderung gesehen.
  • Es wurden erfolgreich  Programmförderungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingeworben: für die Programme ‚Bildung integriert‘ (2016 bis 2019) und ‚Bildungsangebote für Neuzugewanderte‘ (2017 bis 2019).
  • Für das Projekt zur individuellen Förderung ‚Alle Kinder mitnehmen‘ konnte mit Bielefelder Bildungsakteuren der Zivilgesellschaft in 2016 ein verbindlicher Kooperationsvertrag geschlossen werden, der die Projektinhalte strukturell absichert.
  • Alle städtischen Schulen und auch Schulen in privater Trägerschaft engagieren sich in den diversen Projekten innerhalb des Bildungsnetzwerks.

Kontakt

Rieke Bernard

Leiterin
Bildungsbüro Stadt Bielefeld
Niederwall 23
33602 Bielefeld
Telefon: 0521 512760

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

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