Manchester - Gesundheitslotsen

Die Stadt Manchester qualifiziert Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen zu Gesundheitslotsen und zielt damit auf die Prävention und Gesundheitsförderung bei Risikogruppen durch Hilfe zur Selbsthilfe ab.

Ausgangslage

  • Manchester liegt im Nordwesten von England und hat ca. 510.000 Einwohner
  • Die Stadt weist einen hohen Anteil von Menschen in sozial benachteiligten Verhältnissen auf.
  • Im Rahmen des britischen Gesundheitslotsenprogramms wurden Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen zu Gesundheitslotsen qualifiziert und im Gesundheitsdienst eingestellt.

Ziele

  • Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen soll reduziert werden.
  • Vor allem Menschen mit sozial schwierigen Lebenslagen soll der Zugang zu den bestehenden Angeboten der Kommune erleichtert werden.
  • Die Diversität der Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll verbessert werden.
  • Langzeitarbeitslosen und Menschen mit wenig bzw. keiner Berufserfahrung wird durch eine Qualifizierung zum Gesundheitslotsen der Weg in den Arbeitsmarkt geöffnet.

Umsetzung

  • Im Mai 2006 wurden die ersten 17 Bürgerinnen und Bürger durch einen öffentlichen Prozess rekrutiert und in einer dreimonatigen Ausbildung des britischen Gesundheitsdienstes zum Gesundheitslotsen ausgebildet.
  • Die Ausbildung fokussiert vor allem auf das Erlernen von
    • Empowerment-Methoden
    • Techniken, um die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Klienten zu heben und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten
  • Nach Abschluss der Ausbildung werden die Gesundheitslotsen weiter fachlich begleitet, um mit den komplexen Verwaltungsvorgängen zurechtzukommen.
  • Gesundheitslotsen sind verpflichtet, 15 Klienten pro Woche zu kontaktieren und 85 Klienten pro Jahr zu begleiten.
  • Die Kontaktaufnahme erfolgt durch Direktansprache und „Überweisungen" des Hausarztes.
  • Einige Gesundheitslotsen arbeiten auch mit Unternehmen und Verbänden des sozialen Wohnungsbaus zusammen, um in der Nähe ihrer Klienten präsent zu sein.
  • Im ersten Gespräch macht sich der Gesundheitslotse ein Bild von der Lebenssituation des Klienten.
  • Es werden persönliche Ziele festgelegt und Barrieren von Verhaltensänderungen ermittelt, um einen Gesundheitsplan zu erarbeiten.
  • Gesundheitslotsen treffen sich mit ihren Klienten maximal sechs Mal.
  • Bei jeder Sitzung wird der Fortschritt des Klienten überprüft.
  • Hilfestellungen zur Umsetzung von Verhaltensänderungen können sein:
    • Begleitung eines Klienten mit wenig Selbstvertrauen zum Treffen einer Selbsthilfegruppe,
    • Anmeldung zu Kunstkursen, die durch Kreativitätstraining Verhaltensänderungen unterstützen.

Erfolge

  • Durch die Qualifizierung zum Gesundheitslotsen werden Menschen aus der Armut und Erwerbslosentätigkeit geholt und erhalten durch die Nutzung ihrer Expertise und persönlichen Erfahrungen mit Armut und sozialem Ausschluss Wertschätzung.
  • Einige der in 2006 rekrutierten Gesundheitslotsen haben mittlerweile Karriere in der öffentlichen Verwaltung gemacht.
  • 90 Prozent der Klienten würden das Angebot weiterempfehlen
  • Eine nationale Evaluierung belegt positive und nachhaltige Veränderungen des Lebensstils. Es wurden Verbesserungen in der Ernährung, Gewichtsabnahme, Blutdruck, Alkoholkonsum und Bewegung erzielt.
  • Von 4209 Klienten in 2013, die aus der am stärksten ökonomisch und sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppe stammten, haben 2558 Personen ihre Verhaltensänderungen beibehalten.

Kontakt

Delana Lawson

Leiterin des Gesundheitslotsenprogramms in Manchester
Public Health Development Service
Lower Vickers St
M40 7LJ Manchester
UK

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Demographieprofil

Manchester

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