Hamburg - Bärenhof, Servicewohnen für Alt und Jung

Eine Verbindung zwischen traditionellem genossenschaftlichen Wohnen und einem Wohnprojekt für Alt und Jung: Das Projekt „Bärenhof" in Hamburg-Langenhorn stellt auch mehrere Wohneinheiten für demenziell Erkrankte bereit und bietet zusätzlichen Service.

Ausgangslage

  • Voraussetzungen für dieses Projekt waren ein Liegenschaftsgrundstück, reserviert für Baugemeinschaften, und zusätzliche Fördermittel von Bund und Land speziell für dieses Projekt.
  • Ansatzpunkt der Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG für die Entwicklung dieses Bauvorhabens in Hamburg-Langenhorn war einerseits eine Verbindung zwischen dem traditionellen genossenschaftlichen Wohnen und zusätzlichen Serviceangeboten für die Mitglieder und andererseits ein Wohnprojekt für Alt und Jung in Verbindung mit der Einrichtung einer Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte.

Ziele

  • Mit dem Wohnprojekt „Bärenhof" erfüllt die Genossenschaft ihre Aufgabe für gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung  und setzt ein generationenübergreifendes wie auch seniorengerechtes Projekt um.

Umsetzung

  • Bildung von zwei Baugemeinschaften: die altershomogene „de olen Smugglers GbR" und die altersgemischte „die Tarpens GbR"
  • Abschluss von Kooperationsvereinbarungen: Die Einflussnahme durch die Genossenschaft ist vertraglich gesichert.
  • Planungsbeteiligung der damals zukünftigen Bewohner (z. B. Wohnungsgrundrisse, Wohnungsausstattung, Außenanlagen usw.)
  • Selbstverwaltung durch die Bewohner in den Phasen Bauvorbereitung, Durchführung und Nutzung. Die Selbstverwaltung findet in Zusammenarbeit mit einem Vermittlungsgremium statt und betrifft unter anderem auch die Wohnungsvergabe.
  • Es gibt 15 familien- und 32 altengerechte Wohnungen, eine Wohngemeinschaft mit 8 Appartements für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, einen Service-Stützpunkt, Gemeinschaftsflächen für Kommunikation und Hobby und eine Tiefgarage mit 33 Plätzen.
  • Beteiligt am Bauprojekt waren auch:
    • Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (vormals Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt) für das Liegenschaftsgrundstück
    • Hamburgische Investitions- und Förderbank (vormals Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt), Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz für die Finanzierung
    • Aufgrund des Modellcharakters wurde das Bauvorhaben im Forschungsfeld „Modelle genossenschaftlichen Wohnens – Erschließen von Genossenschaftspotenzialen" des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) gefördert. ExWoSt ist ein Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (vormals Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen) und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung
    • Die Stadtentwicklungsgesellschaft STATTBAU Hamburg für die Begleitung während der Planungs- und Bauphase
    • Martha Stiftung als Kooperationspartner für Demenzwohngemeinschaft und Service-Station.

Erfolge

  • Realisierung von 47 Wohneinheiten, davon 32 altengerecht und 1 Wohngemeinschaft mit 8 Einheiten für demenziell Erkrankte.
  • Die Erfahrungen aus diesem Projekt lassen sich auf andere Bauvorhaben übertragen:
  • So ist es besonders wichtig, die zukünftigen Bewohner an den Planungen zu beteiligen, Bewohnergruppen von einheitlicher Interessenlage zu bilden und verschiedene Grundrissvarianten zuzulassen.
  • Die Dienstleistungen des Service-Stützpunkts sollten sich nach dem Bewohnerbedarf richten und sich weiterentwickeln.
  • Trotz erhöhter Herstell- und Bewirtschaftungsaufwendungen, enormem Abstimmungsbedarf mit Behörden, einem erhöhten Investitionsrisiko und einem langen Planungszeitraum sind positive Erfolge zu verzeichnen:
    • erhöhte Bewohneridentifikation
    • frühe Vermietung
    • längere Wohndauer
    • Kommunikation zwischen den Generationen

Kontakt

Jörg-M. Meß

Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG.
Wiesendamm 9
22305 Hamburg
Telefon: 040 - 53 10 910

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

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