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Hamburg - W.I.R work and integration for refugees

Hamburg bietet Geflüchteten eine eigene Anlaufstelle zu arbeitsmarktrelevanten Themen an, in der eine umfangreiche Beratung, Betreuung und Unterstützung stattfindet. Mit dem Programm W.I.R- work and integration for refugees werden die Kompetenzen der geflüchteten Menschen erfasst und Qualifizierungsmöglichkeiten geboten, um sie dann in den Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Ausgangslage

  • In Hamburg befinden sich gemäß dem Ausländerzentralregister mit Stand zum April 2017 insgesamt 50.466 registrierte Geflüchtete, von denen 30.618 seit Beginn des Jahres 2015 angekommen sind. 37.181 der Geflüchteten befinden sich im erwerbsfähigen Alter (zwischen 18 und 65 Jahren).
  • Viele der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge besitzen Qualifikationen und Potentiale, die derzeit nicht systematisch erfasst werden.
  • Für die Arbeitsvermittlung sind in Hamburg die Agentur für Arbeit und das Jobcenter team.arbeit.hamburg zuständig.
  • Für das Programm W.I.R- work and integration for refugees haben sich unter der Beteiligung des „Aktionsbündnisses Bildung und Beschäftigung Hamburg- Hamburger Fachkräftenetzwerk" die Arbeitsmarktpartner darauf verständigt, die Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration für Flüchtlinge nach der Idee der Jugendberufsagentur weiterzuentwickeln und auch die Erfahrungen von Trägern der Flüchtlingshilfe direkt mit einzubeziehen.

Ziele

  • Ziel ist die nachhaltige Integration von Flüchtlingen in den qualifizierten Arbeitsmarkt.
  • W.I.R richtet sich an alle erwerbsfähigen Flüchtlinge in Hamburg mit Arbeitsmarktperspektive, die grundsätzlich noch keine Leistungen des Jobcenter beziehen.
  • Im Rahmen des W.I.R-Programm ist durch kurzfristige Kompetenzerhebung beim Ankommen in Hamburg sichergestellt, dass alle Flüchtlinge mit Arbeitsmarktperspektive im erwerbsfähigen Alter im System der Bundesagentur für Arbeit registriert, und ihre beruflichen Kompetenzen systematisch erfasst und entwickelt werden.
  • W.I.R pflegt ein umfangreiches Berichtswesen.

Umsetzung

  • Dafür hat die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration mit dem Jobcenter team.arbeit.hamburg und der Agentur für Arbeit das Vorhaben W.I.R- work and integration for refugees entwickelt. Neben den Arbeitsmarktpartnern sind berufsbezogene und sozialberatende Träger sowie die Handelskammer Hamburg, die Handwerkskammer Hamburg und der UV Nord in den Prozessablauf eingebunden.
  • W.I.R bietet seit September 2015 für die Zielgruppe eine umfangreiche Beratung, Betreuung und Unterstützung an. Mit dem Programm werden die Kompetenzen der geflüchteten Menschen erfasst und Qualifizierungsmöglichkeiten angeboten, um sie dann der Arbeitsvermittlung zu übergeben.
  • Im Anschluss an eine Lebenslagenberatung erfolgt jeweils auf jeden Einzelfall abgestimmt, eine gemeinsame Maßnahmenplanung. Dabei wird auf die frühzeitige Verknüpfung von Spracherwerb, Anerkennung der beruflichen Kompetenzen und Praxiserfahrung geachtet und eine nachhaltige Vermittlung in Beschäftigung angestrebt.
  • Gleichzeitig richtet sich ein Unternehmensservice von W.I.R an Unternehmen, die Ausbildungs- oder Arbeitsplätze bzw. Praktika für die Zielgruppe bereitstellen möchten.
  • Für einen frühzeitigen Erwerb von Berufspraxis hält der Unternehmensservice außerdem Beschäftigungs- und Ausbildungsangebote sowie Praktikumsplätze für die Kundinnen und Kunden vor.
  • Der gemeinsame Standort der Arbeitsstelle W.I.R optimiert die Prozessgestaltung und die erforderliche Netzwerkarbeit mit den Wirtschafts-und Sozialpartnern. Die Arbeitsstelle arbeitet dabei wie ein vorgezogenes Kundenbüro aller beteiligten Akteure, um Doppelstrukturen zu vermeiden und den Zugang zu allen Dienstleistern zu erleichtern.
  • Hierfür werden die Aktivitäten aller Beteiligten an dem Regelsystem der Vermittlung und Leistungsgewährung im SGB III und II ausgerichtet und durch kommunale Leistungen erweitert.

Erfolge

  • Seit dem Start des Vorhabens W.I.R. im November 2015 Jahres bis einschließlich Juni 2017 wurden 3.700 Menschen von W.I.R-MitarbeiterInnen durch ein überwiegend muttersprachliches Vorscreening erfasst.
  • Die 3.700 von W.I.R. betreuten Menschen haben ferner fast vollständig eine Lebenslagenberatung, als auch eine berufsbezogene Beratung erhalten, bzw. wurde diese bereits terminiert.  
  • Eine Auswertung der W.I.R.-Kundenprofile aus dem Vorjahr hat ergeben, dass über 60 %  der Kunden über eine elf- und mehrjährige Schulbildung verfügen, mehr als die Hälfte haben auch akademische Bildungserfahrung und verfügen über eine fünf- und mehrjährige Berufserfahrung in Tätigkeiten, die auch in Hamburg zum typischen Berufsbild gehören. Jedoch können nur knapp 23 % der Geflüchteten hierzu einen formale Abschlüsse, bzw. Zeugnisse vorweisen.
  • Gerade für diese Gruppe der Geflüchteten bietet das Vorhaben W.I.R. mit seinen Kooperationspartner ZAA und „Mission Zukunft"  zwei Beratungseinrichtungen an, die in der Lage sind, berufliche Vorerfahrungen einzuschätzen, die auf dem Hamburger Arbeitsmarkt üblichen Standard zu bewerten und – falls notwendig – entsprechende Nachqualifizierungen anzubieten und einzuleiten.

Kontakt

Birte Steller

Referat A I 34, Arbeitsmarktintegration für Geflüchtete und Zuwanderer
Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Stadt Hamburg
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg

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