Tokio - seniorengerechtes Einkaufen

Der japanische Einzelhandel, wie z. B. Japans größte Shoppingcenter- und Supermarktkette AEON, stellt sich zunehmend auf die Bedürfnisse älterer Menschen ein. Dazu gehört die seniorenfreundliche Gestaltung der Geschäfte und Produkte, die für ältere Kunden interessant sein können. Außerdem werden Dienstleistungen speziell für diese Kundengruppe angeboten. So gibt es Einkaufsbegleiter, die für den Umgang mit Demenz geschult sind.

Ausgangslage

  • Japans Bevölkerung wird durchschnittlich immer älter.
  • Ältere Menschen stellen andere Anforderungen an Supermärkte als jüngere.
  • Supermarktbesuche dienen nicht nur der Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs, sondern können auch eine soziale Funktion haben und der Freizeitgestaltung dienen.
  • Viele Senioren sind konsumfreudig und verfügen über viel freie Zeit. Dies macht sie zu einer wirtschaftlich interessanten Zielgruppe.
  • Schätzungen zufolge beträgt in Japan der Anteil an den Konsumausgaben der über 60-Jährigen mehr als 40 Prozent.
  • Durch die rückläufige Bevölkerungsentwicklung werden immer mehr Geschäfte in ländlichen Gegenden geschlossen.
  • Durch die Verbreitung von Smartphones und Tablets auch in Haushalten mit einem höheren Altersdurchschnitt entsteht ein neuer Markt für den Verkauf über das Internet.
  • Eine Kette, die die Auswirkungen des demographischen Wandels erkannt hat, ist die Supermarktkette AEON.

Ziele

  • Schaffung von seniorengerechten Supermärkten, die den Bedürfnissen der wachsenden Zahl älterer Menschen gerecht werden.
  • Nicht nur Produkte und Ladengestaltung sollen auf die ältere Kundschaft abgestimmt sein, auch soziale Kontakte und Freizeitgestaltung sollen ermöglicht werden.
  • Nach und nach sollen die bestehenden AEON-Standorte für die Senioren attraktiver gemacht werden. Dies soll durch eine konzernweite Strategie gelingen.

Umsetzung

  • Besonders wichtig ist die seniorenfreundliche Gestaltung der Geschäfte. Dazu gehören größere Monitore und Hinweisschilder, gut zugängliche Toiletten und Ruhebereiche sowie ein barrierefreier Eingangsbereich. Des Weiteren werden bei der Renovierung älterer Geschäfte die Wünsche der Kunden und die demographische Entwicklung im Umland berücksichtigt.
  • Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Dienstleistungen gelegt. So gibt es z. B. ausgebildete Einkaufsbegleiter, die Kunden bei den Einkäufen unterstützen – darunter einige, die speziell für an Demenz erkrankte Kunden geschult wurden.
  • An vielen Standorten betreibt AEON kostenlose Busverbindungen zu großen Bahnhöfen, um seine Filialen, die oftmals am Rande der Stadt liegen, für ältere Menschen erreichbar zu machen.
  • Außerdem wird ein Versorgungsdienst angeboten, der neben dem klassischen Lieferservice für Einkäufe auch Reinigungsdienste sowie Installations- und Montagearbeiten für Haushaltsgeräte im Haus des Kunden beinhaltet.
  • In einem virtuellen Supermarkt, der aus mehr als 120 verschiedenen Läden besteht, hat der Kunde die Möglichkeit, von zu Hause aus die wöchentlichen Einkäufe zu erledigen, ohne dafür ein Geschäft aufsuchen zu müssen.

Erfolge

  • Die genannten Maßnahmen machen Senioren die alltäglichen Besorgungen deutlich leichter. Sie können einfacher und länger selbstständig einkaufen gehen. Damit verbunden sind auch soziale Kontakte und andere Teilhabemöglichkeiten.
  • Die seniorenfreundlich gestalteten Geschäfte sind auch für Schwangere, Mütter mit kleinen Kindern oder Menschen mit Behinderung besonders attraktiv.

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