Japan – Revitalisierung städtischer Großwohnsiedlungen (New Towns)

Viele New Towns, suburbane Großwohnsiedlungen aus den 1960ern, entsprechen wegen des demographischen Wandels nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Sie sind von Schrumpfung betroffen und bieten nicht den benötigten barrierefreien Wohnraum. Die landesweit tätige Urban Renaissance Agency versucht durch zahlreiche Maßnahmen, die Wohnqualität in den New Towns zu verbessern.

Ausgangslage

  • New Towns sind suburbane Großwohnsiedlungen, die ab den 1960ern im Zuge von rapidem Bevölkerungswachstum an den Rändern von städtischen Agglomerationen entstanden. In Japan bietet ein New Town Wohnraum für mindestens 100.000 Bewohner.
  • Sie sollten für die zugezogenen Menschen, die täglich in die Mutterstädte pendelten, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum schaffen.
  • Infolge des demografischen Wandels und der städtischen Schrumpfung haben viele New Towns mit Problemen zu kämpfen. Dazu gehören z. B. unausgelastete Infrastruktur, leere und durchbrochene städtische Räume, fehlende urbane Atmosphäre, Privatisierung von öffentlichen Räumen und soziale Konflikte.
  • Viele jüngere Bewohner ziehen in die Mutterstädte, wo sie eine bessere Infrastruktur und ein größeres Jobangebot vorfinden.
  • Es sind häufig ältere Bewohner, die in den New Towns zurückbleiben.

Ziele

  • Wiederbelebung der New Towns, damit sie wieder zu attraktiven Wohngegenden werden
  • Herstellung von intakten städtischen Gebieten durch großräumige Entwicklungsprojekte
  • Anpassung der Wohnungen und des Wohnumfeldes an die sich verändernde Bewohnerschaft
  • Die Projekte sollen besonders älteren Menschen, aber auch Arbeitern, die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche haben, zugutekommen.

Umsetzung

  • Die Urban Renaissance Agency ist eine unabhängige Wohnungsverwaltungsbehörde, die ursprünglich 1955 von der japanischen Regierung als Japan Housing Corporation gegründet wurde. Im Jahr 2004 wurde daraus die Urban Renaissance Agency. Sie ist landesweit tätig.
  • Für die nötigen Anpassungsmaßnahmen im eigenen Wohnbestand hat die Urban Renaissance Agency vier Handlungsfelder aufgestellt: städtische Wiederbelebung, Wohnumfeld, Katastrophenneuordnung und suburbane Umwelt.
  • Aber nicht nur im eigenen Wohnungsbestand kann die Behörde eingreifen. Sie bietet Kommunen ebenfalls Ressourcen in Form von Personal und Netzwerken um ihnen bei der Umsetzung ihrer Vorhaben behilflich zu sein.
  • Konkrete Maßnahmen der Wohnungsverwaltungsbehörde sind Reinigungs- und Gärtnerdienste, Begutachtungen und Reparaturmaßnahmen, Unterstützung bei der Bereitstellung von Kommunikations- und Internetdiensten und die Schaffung von Kinderbetreuungs- und Senioreneinrichtungen. Die Betreuungseinrichtungen sollen unter anderem in leerstehenden Räumen und Wohnungen in den Wohnsiedlungen realisiert werden.

Erfolge

  • Die Behörde bietet im Internet eine Übersicht über beispielhaft umgesetzte Maßnahmen in Wohnsiedlungen.
  • Die Funktionalität der Wohngebiete wird erhöht und die natürliche Umgebung erhalten, um ein angenehmes Wohnumfeld zu schaffen. Die Maßnahmen, die dafür nötig sind, werden zuvor mit den jeweiligen Bewohnern abgestimmt.
  • Von besonderer Bedeutung ist die Schaffung von Barrierefreiheit im Wohnumfeld, beispielsweise durch das Bauen von Rampen. Dadurch soll es vor allem den älteren Bewohnern in den Wohnkomplexen erleichtert werden, auch weiterhin ohne Probleme dort wohnen zu können.
  • Außerdem werden Wohnungsgrundrisse an die Lebensweisen älterer Menschen angepasst. Dabei handelt es sich meistens um eingeschossige Mietshäuser. Bei der Vergabe der umgestalteten Wohnungen werden ältere Menschen bevorzugt.
  • Die Installation von Notrufsystemen in den Wohnungen gibt älteren Menschen Sicherheit.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

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