Nagasaki – Umgang mit dem demografischen Wandel in einer städtischen Hügellandschaft

Nagasaki war einst eine große Industriestadt. Durch den Strukturwandel kam es zu einem deutlichen Rückgang der Einwohnerzahlen. Außerdem altert die Bevölkerung stark. In der Hügellandschaft ist das Leben für die älteren Menschen oftmals sehr schwierig. Durch zahlreiche Maßnahmen wurden die Lebensbedingungen für die Älteren verbessert.

Ausgangslage

  • Die Stadt Nagasaki gilt als eine der am schnellsten schrumpfenden Städte in Japan. In den letzten 40 Jahren hat sie mehr als 17,8 Prozent ihrer Einwohner verloren.
  • Durch den Strukturwandel wanderten viele Firmen aus der einstigen Industriestadt ab oder mussten schließen. Vor allem junge Arbeitskräfte zogen in die großen Städte wie Fukuoka City (1,5 Mio. Einwohner), um einen Arbeitsplatz zu finden.
  • Wie andere japanische Städte hat Nagasaki einen hohen Geburtenrückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2008 waren über 24 Prozent der Einwohner Nagasakis im Rentenalter, in manchen Stadtteilen waren es sogar über 40 Prozent. Gerade für sie sind die topografischen Gegebenheiten sehr schwierig zu handhaben.
  • Nagasaki besteht hauptsächlich aus sehr steilen Bergabhängen und Hügeln. Viele alteingesessene Einwohner Nagasakis leben in der Hügellandschaft - teilweise sehr isoliert.
  • Durch die schwer zu erreichenden Lagen ist es nicht leicht, die Gebäude zu renovieren. Viele Häuser sind daher in einem mangelhaften Zustand.

Ziele

  • Verbesserung der Lebensbedingungen für ältere Menschen in der Hügellandschaft
  • mehr Bürgerpartizipation bei der Stadtplanung  

Umsetzung

  • Die „Initiative zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Nagasaki" wurde gegründet. Unter Beteiligung von Bürgern wurden für acht Siedlungen Gemeinschaftspläne entwickelt. In den Plänen wurde festgelegt, dass breitere Straßen gebaut werden sollen und für die Einwohner, die für den Bau der Straßen wegziehen müssen, Gemeinschaftshäuser errichtet werden sollen.
  • Darüber hinaus wurden Rolltreppen, Fahrstühle und Sitzlifte erbaut.
  • In Zusammenarbeit mit der Kommune bildete sich auf gemeinschaftlicher Ebene die Nagasaki Hillside Research Group. Sie setzt sich aus unterschiedlichen Akteuren zusammen: Stadtplaner, Stadtteilmanager, pensionierte Ingenieure von Mitsubishi, diverse Unternehmen und Bürger. Sie bildeten sich, um neue Lösungen für das Problem in den Hügellagen zu finden. Zum Beispiel hatten sie die Idee, Senioren ehrenamtlich im Alltag zu unterstützen. Zusätzlich werden Renovierungsangebote für Häuser und Hausbesuche von Ärzten organisiert.
  • Weil die Stadt selbst das Leben auf den Hügeln nicht alleine verbessern konnte, veranlasste sie eine Satzung, die ermöglicht, dass sich Bürger zu Bürgerräten zusammenschließen können. Sie sollen jeweils für gut 50 Haushalte zuständig sein, um dort für die Stadtplanung zu werben und um unabhängige Pläne zu erstellen. Diese sollen dann dem Bürgermeister vorgelegt werden.

Erfolge

  • In Nagasaki wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die das Leben der Senioren verbesserten. Durch die Gründung der Nagasaki Hillside Research Group muss die Kommune die finanzielle Belastung nicht komplett selbst tragen und durch die Zusammenarbeit mit den Bürgern werden die Vorhaben gleichzeitig von ihnen legitimiert.
  • Derzeit existieren bereits acht solcher Bürgerräte.
  • Die Nagasaki Hillside Research Group hat auch den Bau des Nagasaki Rehabilitations-Krankenhauses veranlasst. Außerdem baute sie mit Hilfe der Ingenieure günstigere Aufzüge und eine Art mechnischen Lift, der auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.

Weiterführende Informationen

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