Onomichi – Weniger Leerstände durch Artists in Residence

Die Stadt Onomichi ist von starkem Bevölkerungsverlust betroffen. Deswegen stehen viele Gebäude leer. Die Stadt kooperiert mit der lokalen Universität, um den Leerstand zu verringern. Im Rahmen von „Artists in Residence" werden Künstler und leerstehende Häuser zusammengebracht. Dadurch sind Ausstellungen, Cafés und Läden entstanden.

Ausgangslage

  • Onomichi ist eine mittelgroße Stadt mit etwa 150.000 Einwohnern und liegt östlich der Hiroshima-Präfektur am Seto-Inlandsee.
  • Die alte Hafenstadt ist seit langem von Bevölkerungsverlust und Alterung betroffen. Etwa 30,2 Prozent der Bevölkerung sind mindestens 65 Jahre alt. Die Abwanderungsrate junger Menschen liegt bei ca. 1.000 Menschen pro Jahr. Sie lässt den Anteil der älteren Bevölkerung stetig steigen und ist hauptsächlich durch den Arbeitsplatzmangel im ländlichen Raum bedingt.
  • Die unvorteilhafte topographische Lage der „Stadt der Hügel" mit ihren engen Straßen und vielen Hängen erschwert vor allem älteren Menschen den Lebensalltag. Weder die alten Wohngebäude noch das Wohnumfeld sind barrierefrei.
  • Die Problematik erfordert daher künftig ein Umdenken hin zu trendgerechter Anpassung im Wohnungssektor und altersgerechter Wohnumgebung.
  • Das größte aus dem demographischen Wandel resultierende räumliche Problem ist hoher Leerstand. Vor allem alte, nach traditioneller Art erbaute Gebäude stehen seit Jahren leer und weisen marode gewordene Bausubstanz und ein Instandsetzungsdefizit auf. Viele Eigentümer haben ihre Wohngebäude schon vor Jahren verlassen.
  • Die meisten Japaner möchten in neu erbauten Häusern wohnen. Daraus resultiert eine oftmals fehlende Bereitschaft, ältere Häuser zu modernisieren.
  • Eigentum wird ein hoher Stellenwert beigemessen und spiegelt den Wohlstand japanischer Familien wider. Daher möchten Eigentümer oftmals Grundstück oder Haus selbst dann nicht verkaufen, wenn es leersteht.
  • Dies wirkt sich negativ auf den historischen Gebäudebestand und die Wohnumgebung aus.
  • Auch in Onomichi prägen heute vermehrt moderne Eigentumswohnungshochhäuser und Bürogebäude das Stadtbild und verdrängen die als unattraktiv empfundenen ungenutzten traditionellen Wohngebäude. Vor allem in Yamate stehen ca. 500 Wohnhäuser in einem 2-km-Radius um den Bahnhof leer und erzeugen somit in diesem Stadtteil eine verlassene Atmosphäre.

Ziele

  • Potenziale von Häusern und Flächen aufgreifen und entwickeln
  • Aufenthalts- und Wohnqualität entwickeln
  • Unterstützung von Künstlern
  • mehr Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung

Umsetzung

  • Seit 2007 kooperiert die Gemeinde Onomichi mit der lokalen Universität bei „Artists in residence" (AIR), um Künstler auf die leerstehenden Häuser aufmerksam zu machen und für diese neue Nutzungen zu entwickeln.
  • In Kooperation mit AIR hat u. a. das Housing reclamation project am Kunstprojekt mitgewirkt. Hier wird Leerstand als Möglichkeit gesehen, neue Funktionen im Bestand zu etablieren.
  • Nationale und internationale Künstler engagieren sich freiwillig unter Einsatz eigener Mittel, mit denen sie die Reparaturkosten der Häuser zahlen.
  • Im Jahr 2012 erfolgte die erste Kunstausstellung, in der durch Installationen und andere kreative Werke der Leerstand thematisiert wurde, aber auch frei gewählte Thematiken kamen dabei zur Geltung.

Erfolge

  • Dreizehn leerstehende Häuser wurden in den letzten sechs Jahren seit Start des Projekts AIR renoviert und fungieren nun als Ausstellungsorte, Cafés oder kleine Läden.
  • Andere Brachflächen wurden erfolgreich aufbereitet und umgenutzt. So arbeitete ein Künstler in Kooperation mit Einwohnern an einem neuen, öffentlich zugänglichen Park auf einer brachen Fläche, um die dichte Bebauung in Onomichi aufzulockern und neue Aufenthaltsqualität zu schaffen. Bürger beteiligten sich durch die Einbringung von Ideen an den Umgestaltungsprozessen.
  • Die Aufwertung von ehemals leerstehenden Häusern schaffte nicht nur mehr Aufenthalts- und Wohnqualität, sondern auch, dass vermehrt Menschen aus der Umgebung Onomichis die Stadt als sich bessernden Wohnstandort empfanden.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!