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Kreis Rendsburg-Eckernförde - Interkommunale Kooperation im Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg

Gemeinsam weiterentwickeln: Im Kreis Rendsburg-Eckernförde arbeiten 13 Gemeinden bei der Raumentwicklung auf Augenhöhe zusammen. Prinzipien dabei sind Freiwilligkeit und Gleichberechtigung sowie die gegenseitige Anerkenntnis der kommunalen Eigenständigkeit und Selbstständigkeit.

 

Ausgangslage

  • Die Zusammenarbeit der dreizehn Kommunen im Kreis Rendsburg-Eckernförde geht auf das Jahr 2002 zurück. Beteiligt sind von Beginn an die Gemeinden Alt Duvenstedt, Borgstedt, Fockbek, Jevenstedt, Nübbel, Schacht-Audorf, Osterrönfeld, Rickert, Schülldorf, Schülp b. Rendsburg und Westerrönfeld und die der Städte Büdelsdorf und Rendsburg.

  • Zusammen bilden diese den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg, im dem rd. 75.000 Einwohner leben. Die Hälfte in den beiden Städten, die andere Hälfte im ländlich geprägten Umland.

  • Die Kommunen sind eng miteinander verflochten: infrastrukturell, baulich und wirtschaftlich und bilden in diesem Sinne eine Region.

  • Sie teilen die Folgen demografischer Veränderungen und die Herausforderung sich im regionalen Standortwettbewerb behaupten zu müssen.

  • Der Handlungsspielraum einer einzelnen Kommune reicht nicht aus, um allein auf die Wirkungszusammenhänge wirksam Einfluss nehmen zu können.

Ziele

  • Aufgrund der Herausforderungen verbindet die Beteiligten die Einschätzung, dass Konkurrenzen schädlich sind und stattdessen eine konstruktive Zusammenarbeit geboten ist. Die Zusammenarbeit gründet sich auf den Prinzipien der Freiwilligkeit und Gleichberechtigung sowie auf das gegenseitige Anerkenntnis der kommunalen Eigenständigkeit und Selbstständigkeit.
  • Die im Kooperationsvertrag formulierten Ziele der im Lebens- und Wirtschaftsraum kooperierenden Kommunen lauten:
    • Denken ohne Grenzen
    • Innenentwicklung fördern
    • Zersiedelung vermeiden
    • Regionale Identität fördern
    • Kommunale Identität wahren
    • Unterschiedliche Lebensqualitäten sichern
    • Freizeitqualitäten und soziale Infrastruktur sichern und ausbauen
    • Den Wirtschaftsraum attraktiv gestalten
  • Aktuell konzentriert sich die Entwicklungsagentur auf die Bereiche „wohnbauliche und gewerbliche Flächenentwicklung", „Einzelhandel", „Verkehr und Mobilität", „Wirtschaft" und „Regionalentwicklung".

Umsetzung

  • Die Kooperation ist auf Dauer angelegt und seit 2012 institutionell in der „Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg, Anstalt des öffentlichen Rechts", verankert.

  • Der Vorstand wird von Mitarbeitern der beteiligten Verwaltungen gebildet. Der Verwaltungsrat aus den haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeistern der Mitgliedskommunen. Die Einbeziehung der politischen Gremien der Mitgliedskommunen erfolgt durch Regionalkonferenzen, die zweimal jährlich stattfinden. Der Vorstand trifft sich monatlich. Der Verwaltungsrat in der Regel viermal im Jahr.

  • Ungeachtet ihrer Größe hat jede der 13 Kommunen in der Agentur nur eine Stimme. Haupt- und Ehrenamt begegnen sich gleichberechtigt und auf Augenhöhe. Darüber hinaus wurde von Beginn an sichergestellt, dass die Kooperation über eine finanzielle Ausstattung verfügt und damit handlungsfähig ist.

  • Seit 2006 wurden, finanziert aus dem gemeinsamen Strukturfonds (s. Ausführungen zum Finanzierungsmodell) eine Vielzahl gemeinsamer Leitprojekte durchgeführt. Im Vordergrund stehen infrastrukturelle Maßnahmen. Die Bandbreite reicht von verkehrlichen Erschließungsmaßnahmen bis zur Sanierung von Schulen. Aktuell ist die Umsetzung eines Radverkehrskonzeptes in Vorbereitung, gefördert durch das BMU.

  • An der Auswahl der Leitprojekte sind die politischen Gremien aller Mitgliedskommunen beteiligt. Von ihrer aller Zustimmung hängt letztlich die Förderung eines Projektantrages aus dem Strukturfonds ab.

  • Die Mitgliedskommunen zahlen 1% der Umlagegrundlage nach FAG in einen gemeinsamen Strukturfonds ein. Als Teil des Interessenausgleiches, der durch die Bevölkerungsverluste der beiden Städte an die Umlandkommunen begründet ist, zahlen die Umlandkommunen zusätzlich 2.500 EUR je Wohneinheit in den Strukturfonds ein, die auf einer im gemeinsamen Flächenentwicklungsplan definierten Entwicklungsfläche im Umland errichtet wurde. Das jährliche Beitragsaufkommen beläuft sich auf durchschnittlich 750.000,-- EUR.

  • Der Strukturfonds wird zur Realisierung gemeinsamer „Leitprojekte" eingesetzt. Die Finanzkraft des Fonds wird durch die Fördermittel erhöht. Speziell für diesen Bereich wurde 2016 in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsagentur Region Heide, AöR, eine „Leitstelle Fördermittelmanagement" eingerichtet.

Erfolge

  • Gründung der Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg in der Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts. Die Entwicklungsagentur hat sich über die Jahre als regionale Koordinations- und Entwicklungsinstanz der Region etablieren können.
  • Die Entwicklung des gemeinsamen Flächenentwicklungsplanes. Dieser definiert Bedarfe und stellt diesen sowohl wohnbauliche und gewerbliche Entwicklungsflächen und zunächst drei, aktuell zwei, zeitlich definierten Entwicklungsabschnitten gegenüber. Ziele und Entwicklungspotenziale sind für alle Beteiligten transparent und aufeinander abgestimmt.

  • Als Modellvorhaben der Raumordnung wurde der Interessenausgleich entwickelt und vertraglich vereinbart.

  • Einrichtung einer Leitstelle „Fördermittelmanagement" in Kooperation mit der Region Heide, AöR. Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung erhalten ein deutlicheres Gewicht.

Kontakt

Jan Dumke

Entwicklungsagentur für den Lebens- - und Wirtschaftsraum Rendsburg
c/o Stadt Rendsburg Am Gymnasium 4
24768 Rendsburg
Telefon: 04331 206-330

Jürgen Wittekind

Institut Raum & Energie
Institut für Planung, Kommunikation und Prozessmanagement GmbH Lülanden 98
22880 Wedel
Telefon: 04103 / 16041

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