Pro Wohnen – internationales Wohnen in Oberhausen-Tackenberg

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In Oberhausen-Tackenberg leben viele ältere Migranten. Oftmals sind ihre Wohnbedingungen schlecht und die Mieten (gemessen an ihren Einkommen) hoch. Viele von ihnen pendeln zwischen ihrem Herkunftsland und Deutschland. Das Projekt Pro Wohnen bietet geeigneten Wohnraum für diese Zielgruppe an. Hinzu kommt ein Gemeinschaftsraum sowie ein Beratungs- und Dienstleistungsangebot.

Ausgangslage

  • Durch den demographischen Wandel gibt es immer mehr ältere Migranten in Deutschland. Viele der sogenannten „Gastarbeiter", die in den 1960er- und 1970er Jahren nach Deutschland gekommen sind, befinden sich nun im Ruhestand.
  • Immer mehr ältere Migranten leben in Einpersonenhaushalten, z. B. weil der Ehepartner verstorben ist oder die restliche Familie im Herkunftsland lebt.
  • Teilweise verfügen sie über Wohneigentum im Herkunftsland und pendeln zwischen ihrer ehemaligen Heimat und Deutschland. Häufig verbringen sie mehrere Monate im Jahr in ihrem Herkunftsland. Dies gilt nicht nur für türkische Migranten.
  • Das Projekt „Pro Wohnen – internationales Wohnen in Oberhausen-Tackenberg" geht besonders auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe ein. Angeboten werden neben passendem Wohnraum auch Serviceleistungen und Beratungsangebote.  

Ziele

  • Migranten sollen auch im höheren Alter die Möglichkeit haben, selbstständig in ihrem angestammten Wohngebiet zu leben.
  • Außerdem soll besonders auf die Bedürfnisse von Pendlern eingegangen werden.
  • Dazu gehört das Angebot von geeignetem Wohnraum und Dienstleistungen.
  • Durch gezielte Beratungs- und Informationsangebote sollen Gesundheit und Lebenssituation älterer Zuwanderer verbessert werden.
  • Nutzung vorhandener Netzwerkstrukturen im Alter.

Umsetzung

  • Das Projekt erfolgte in Kooperation mit der WohnBund-Beratung NRW über das Bundesmodellprogramm „ExWoSt – Experimenteller Wohnungs- und Städtebau".
  • Es wurden barrierearme und bedarfsgerechte Wohnangebote für ältere Migranten in einem altersgemischten kommunalen Wohnungsbestand geschaffen, nachdem bei einem Workshop zuvor ein intensiver Austausch mit potenziellen Mietern erfolgt war.
  • Da die Migranten häufig nur über kleine Renten verfügen, sind die Wohnungen bewusst klein, um die Mieten niedrig zu halten. Es stehen verschiedene Wohnmodelle in unterschiedlichen Größen zur Verfügung.
  • Flankierende Dienstleistungen erleichtern das Wohnen im Alter. Dazu gehören z. B. die Reinigung des Treppenhauses und die Leerung der Postkästen. Auch die Anlaufstelle für Beratung und Information gehört mit zum Servicepaket. Dort haben Mieter auch die Möglichkeit, ihre Post in Empfang nehmen zu lassen. Die Beratungsstelle unterhält enge Kontakte zu Angehörigen der älteren Migranten und zu Migrantenselbstorganisationen.
  • Hinzu kommt ein Gemeinschaftsraum inklusive Küche, der nicht nur den Mietern, sondern auch der Nachbarschaft und den anderen Bewohner des Stadtteils Tackenberg zur Verfügung steht. Dieser dient als Treffpunkt, Veranstaltungsort und Anlaufstelle für Beratungsdienste (auch von Kooperationspartnern).   

Erfolge

  • Die Wohnungen konnten in kurzer Zeit an Interessenten aus dem Quartier vermietet werden.
  • Da die Beratungsangebote sehr gut angenommen werden (in 2014 wurden 320 Beratungen durchgeführt) wurden die Beratungen auf weitere Standorte ausgeweitet. Finanziert wird die Beratung durch die Stadt Oberhausen.
  • In Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Quartier (z. B. Vereine, Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden, örtliche Moschee) konnte die kultursensible Seniorenarbeit intensiviert werden. Inzwischen gibt es auch ein Demenzcafé, Besuchsdienste im Krankheitsfall und Hilfe bei Behördengängen.
  • Eine Wohnungsbaugenossenschaft, die in der Nähe des Projektgebietes über zusammenhängende Wohnungsbestände verfügt, plant, die Erfahrungen von Pro Wohnen auf den eigenen Bestand zu übertragen.
  • Die Mitarbeiter beteiligen sich aktiv im Integrationsrat. Durch die Thematisierung der älteren Migranten in den entsprechenden Gremien gewannen sie im politischen Raum mehr Bedeutung.
  • Die Erfahrungen und Vorgehensweisen sind auf andere Kommunen mit hohem Migrantenanteil übertragbar.

Kontakt

Nese Özcelik

Büro für Chancengleichheit - Leben im Alter -
Stadt Oberhausen
Schwartzstraße 71
46045 Oberhausen
Telefon: 0208 825-3967

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

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