Chicago – Willkommenskultur für Einwanderer

Chicago ist eine traditionelle Einwandererstadt, die besonders einwanderungsfreundlich sein möchte. Hierzu gehört unter anderem eine Willkommenskultur. Ein Einwanderungsbüro soll die Integration erleichtern. Mehr Menschen sollen zur Einbürgerung bewegt werden. Außerdem sollen die Rechte der Menschen ohne offizielle Papiere verbessert werden.

Ausgangslage

  • Chicago ist eine traditionelle Einwandererstadt. Bereits um 1870 lag die Einwandererquote bei 48 Prozent und damit war Chicago die einwanderungsstärkste Stadt Nordamerikas.
  • Die Einwanderung ist auch heutzutage ein Wesensmerkmal der Stadt.
  • Inzwischen gibt es in Chicago ein Einwanderungsbüro für neu zugezogene Amerikaner.

Ziele

  • In Chicago soll eine Willkommenskultur etabliert werden.
  • Einwanderer – unabhängig davon, ob sie offizielle Dokumente haben oder nicht – sollen gegenüber Staatsbürgern keine Benachteiligung erfahren.
  • Sowohl in der Bildung als auch in Beschäftigungsverhältnissen sollen Einwanderer alle Möglichkeiten haben, ihre Talente und Fähigkeiten einzusetzen und zu erweitern. 
  • Ziel der neuen Willkommenskultur ist es unter anderem, mehr Einwanderer zur Einbürgerung zu motivieren. Eine größere Beteiligung der Einwanderer im öffentlichem Leben und ihr verstärktes Engagement wird ebenso intendiert.
  • Einwanderern soll der Zugang zu Studium und Erwerbstätigkeit erleichtert werden.
  • Nicht nur qualifizierte Migranten und diejenigen, die mit offiziellen Dokumente einreisen, sollen sich integrieren können.

Umsetzung

  • Ein Baustein auf dem Weg zur einwanderungsfreundlichsten Stadt war die Eröffnung des Einwandererbüros, an das sich die Einwanderer wenden können.
  • Es dient als Vermittlungsstelle zwischen Migranten und existierenden Angeboten der Stadt. Im Einwandererbüro erhalten die Einwanderer Auskünfte zu städtischen Angeboten, Gemeinschaftsorganisationen, privaten Institutionen und Schulen. Außerdem soll es dadurch für die Migranten einfacher werden, sich zu engagieren.
  • Migrantenorganisationen sollen einen leichteren Zugang zu Angeboten der Stadt und des Staates erhalten.
  • Die Beteiligung von Migranten wird zudem durch eine intensive Zusammenarbeit mit der Schule und freiem Zugang zu Sprachkursen gefördert.
  • Eingewanderten Studenten wird der Zugang zu College-Stipendien nicht mehr verwehrt. Dies eröffnet vielen Einwanderern die Chance, zu studieren.
  • Das Bürgerbüro legt aufgrund der hohen Rate an Selbstständigen und an daran interessierten Migranten auch einen Fokus auf das Thema Existenzgründung.
  • Zur einwandererfreundlichsten Stadt möchte Chicago auch mit den folgenden außergewöhnlichen Maßnahmen werden:
    • Migranten, die keine Dokumente besitzen, sollen einen besseren Schutz vom Staat erhalten. Hierfür steht die Kampagne „Welcome City Ordinance".
    • Mit der „Chicago New Americans Initiative" sollen 10.000 Migranten dazu aufgerufen werden, die US-amerikanische Staatsangehörigkeit anzunehmen.
  • Für Einwanderer, die keine offiziellen Dokumente haben, wurde das Projekt „Dreamer" ins Leben gerufen.  
  • Bürgermeister Emanuel setzt sich dafür ein, dass die „Dreamer" dieselben Möglichkeiten haben, wie alle anderen Chicagoer Jugendlichen.
  • Sie erhalten im Rahmen des Projektes Unterstützung dabei, Ehrenämtern, Praktika und beruflichen Tätigkeiten nachzugehen. Im April 2014 wurden 23.000 staatlich geförderte Stellen für Dreamer-Studenten (Studenten, ohne offizielle Dokumente) eingerichtet.

Erfolge

  • Das Einwandererbüro ist für Migranten eine Ansprechstelle, zu der sie jederzeit hingehen können. Eine spezielle Einrichtung für Migranten bedeutet häufig Arbeitserleichterung und Klarheit über die richtige Einrichtung sowohl für die Aufnahmegesellschaft als auch für den Einwanderer.
  • Die Reden eines Bürgermeisters, der für den Schutz und für die Förderung von Migranten ohne Dokumente einsteht, motiviert die Gesellschaft zu einem gemeinsamen Miteinander und legt dadurch eine entscheidende politische und gesellschaftliche Richtung fest. Die Vorstellung, dass Einwanderer „illegal" seien, gibt es in diesem Zusammenhang nicht.
  • Die Errichtung von 23.000 Stellen für Einwanderer, die keine Ausweise haben, bedeutet eine wesentliche Gleichstellung für Einwanderer. Die Gleichberechtigung kann einen bedeutsamen wirtschaftlichen Nutzen haben und sich auch gesellschaftlich positiv auswirken.
  • Nicht nur die wirtschaftliche Beteiligung wird unterstützt, sondern auch die gesellschaftspolitische. Durch das Einbeziehen in ehrenamtlichen Tätigkeiten, in gesellschaftlichen Institutionen und in der Schule wird dies gefördert.

Kontakt

City of Chicago

City Hall
121 N. LaSalle Street
60602 Chicago, Illinois
USA

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