Detroit – Keep Growing Detroit – Urban Gardening für eine Wiederbelebung der Stadt

Seit dem Niedergang der Automobilindustrie in Detroit hat die Stadt mehr als eine Million Einwohner verloren. Es gibt nicht nur viele leerstehende Gebäude, sondern auch viele Brachflächen, die nun für neue Nutzungsmöglichkeiten bereitstehen. Eine davon ist Urban Gardening. Es haben sich zahlreiche Initiativen gebildet, eine davon ist „Keep Growing Detroit".

Ausgangslage

  • Detroit wurde im 20. Jahrhundert zu einer boomenden Autostadt (Motor City Town). Dort waren Chrysler, General Motors und Ford beheimatet.
  • Doch u. a. durch die Krise der Automobilindustrie begann der Niedergang der Stadt. Es kam zu einem starken Rückgang der Einwohnerzahl, zu Arbeitslosigkeit, Armut, Kriminalität und Leerstand.
  • Im Juli 2013 meldete Detroit Insolvenz an.
  • Bei der Volkszählung im Jahr 1950 wurden über 1,8 Millionen Einwohner gezählt, doch im Juli 2013 waren es nur noch gut 700.000.
  • Anfang 2013 standen geschätzt 78.000 Wohnungen, Häuser und Grundstücke leer.
  • Detroit gilt zudem als food desert. Es gibt kaum Supermärkte, dafür aber viele Fast-Food-Läden. Häufig versorgen sich die Einwohner auch in Tankstellen mit Nahrung.
  • Inzwischen ist Urban Gardening in Detroit weitverbreitet. 

Ziele

  • sinnvolle Nutzung von Brachflächen
  • Produktion gesunder Lebensmittel für die Stadtbevölkerung
  • Verschönerung der Stadt durch Begrünung
  • Stärkung der Identifikation mit Detroit
  • Schaffung von Kontaktmöglichkeiten/Stärkung der Gemeinschaft
  • Schaffung sinnvoller Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitslose

Umsetzung

  • In Detroit gibt es zahlreiche Brachflächen, um die sich niemand kümmern kann oder will.
  • Diese Freiflächen bieten den Bewohnern neue Möglichkeiten der Stadtnutzung.
  • Eine Möglichkeit ist Urban Gardening. Dabei werden innerhalb der Stadt Gärten angelegt, in denen Obst und Gemüse angebaut werden. Bei vielen dieser Gärten handelt es sich um Gemeinschaftsgärten, in denen die Bewohner gemeinsam arbeiten und dabei auch soziale Kontakte knüpfen können.

 

Keep Growing Detroit (KGD)  

 

  • Es wurden zahlreiche Initiativen gegründet. Eine davon ist „Keep Growing Detroit"
  • Ziel ist, dass möglichst viel von dem Obst und Gemüse, das in Detroit benötigt wird, innerhalb der Stadtgrenzen selbst angebaut wird.
  • Mit Unterstützung vom „Garden Resource Program" (GRP) bewirtschaften fast 20.000 Einwohner Land in Detroit.
  • Ca. 1.400 Stadtgärten werden von GRP mit Saatgut und Setzlingen versorgt.
  • GRP-Mitglieder haben auch Zugang zu Kompost und Werkzeugen.
  • In jeder Saison gibt es außerdem Dutzende von Bildungsmöglichkeiten zum Thema Urban Gardening (Detroit Urban Garden Education Series) – auch für Einsteiger. 
  • Außerdem liefert KGD Unterstützung durch Besuche, Bodentests und Beratung zu sehr unterschiedlichen Themen, z. B. zur Organisation von Gemeinschaftsgärten, zu Nachhaltigkeit und Produktivitätssteigerung.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit von KGD ist die Netzwerkbildung. Durch Gemeinschaftstreffen, gemeinsame Arbeitseinsätze und Potlucks (gemeinsames Essen, zu dem jeder etwas mitbringt) und Ausflüge können die Urban Gardeners untereinander Kontakte knüpfen.
  • KPD unterhält außerdem Kontakte zu Restaurants, Nahrungsproduzenten und anderen Großkunden, um den Absatz von Grown-in-Detroit-Produkten zu fördern.
  • Junge Menschen können sich bei „Youth Growing Detroit" (YGD) engagieren.

Erfolge

  • Inzwischen gibt es über 1.000 Urban Gardens in Detroit, die ihren Beitrag dazu leisten, die Stadt wieder lebenswerter zu machen und mit gesunder Nahrung zu versorgen.
  • Die Stadtgärten sind zwar nur ein kleiner Mosaikstein, können aber dazu beitragen, die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern.
  • Urban Gardening gibt es auch in zahlreichen deutschen Städten, z. B. in Berlin, Wuppertal und Köln.

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Detroit

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