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Arnsberger „Lern-Werkstadt" Demenz

Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz: In enger Zusammenarbeit und mit Förderung der Robert Bosch Stiftung wurde Arnsberg zu einer „Lern-Werkstadt Demenz". Zu einer lernenden Stadt, die zeigt, was alles bewegt werden kann, wenn die Kommune Demenz zum öffentlichen Thema und damit zu einer Aufgabe für viele Akteure macht.

Ausgangslage

  • In der Stadt Arnsberg leben schätzungsweise etwa 1200 Menschen mit Demenz.
  • Schon seit vielen Jahren beschäftigt sich Arnsberg intensiv mit den Auswirkungen des demographischen Wandels.
  • Ergebnisse dieser Beschäftigung sind unter anderem die Gründung der kommunalen Fachstelle „Zukunft Alter", die heute zentraler Knotenpunkt eines breiten, Generationen verbindenden lokalen Netzwerkes unterschiedlichster Partner ist.
  • An diese gewachsenen Strukturen knüpft die „Lern-Werkstadt Demenz" an.

Ziele

  • Das Projekt stellt Menschen mit Demenz und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt.
  • Ihre Lebenswelt soll auch für Nichtbetroffene erfahrbar werden.
  • Stück für Stück will das Projekt das Thema enttabuisieren und bürgerschaftliches Engagement auf diesem Feld stärken.
  • Ziel ist es, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz zu verbessern und Angehörige zu entlasten.

Umsetzung

  • Mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung wurde ein Aktionsprogramm entworfen, das die Möglichkeiten einer Kombination professioneller und zivilgesellschaftlicher Ressourcen für Menschen mit Demenz und ihre Familien erschließen soll.
  • Der Modellansatz bestand darin, bürgerschaftliche Kräfte für Menschen mit Demenz zu erschließen.
  • Die Stadt Arnsberg richtete eine Koordinationsstelle ein, die alle Aktivitäten konzipierte und organisierte.
  • Neben den „klassischen" Hilfen bei Demenz (wie die Vermittlung von ambulanten Pflegediensten, Tagespflegen oder Unterstützung bei der Antragstellung für Leistungen der Pflegeversicherung) wurde in den Beratungsstützpunkten auch die Unterstützung von Freunden und Familien, Nachbarn und Engagierten vermittelt.
  • Mit einem Schulungs- und Fortbildungsprogramm wurden unterschiedliche Zielgruppen möglichst passgenau angesprochen.
  • Netzwerke zwischen unterschiedlichen Akteuren wurden aufgebaut und erweitert, um bestehende Angebote für Menschen mit Demenz zu öffnen und neu zu entwickeln.
  • Unterschiedliche Öffentlichkeitsveranstaltungen dienten dazu, die Projektziele zu vermitteln, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und das Thema Demenz zu enttabuisieren.
  • Veranstaltungen für Angehörige fanden beispielweise zu diesen Themen statt:
    • Kommunikation mit Menschen mit Demenz
    • Umgang mit herausforderndem Verhalten
    • Pflege zu Hause
  • In der Einzelfallberatung wurde der individuelle Unterstützungsbedarf ermittelt, um anschließend die verfügbaren Ressourcen sowohl aus dem professionellen Sektor als auch aus dem zivilgesellschaftlichen Bereich zu vermitteln.
  • Es wurde ein Handbuch „Arnsberger ‚Lern-Werkstadt' Demenz – Handbuch für Kommunen" verfasst.
  • Die Robert Bosch Stiftung förderte die ersten drei Jahre des Aktionsprogramms als Modellprojekt.

Erfolge

  • In der dreijährigen Projektphase ist es gelungen, dem Thema Demenz einen besonderen Stellenwert in der lokalen Öffentlichkeit zu verschaffen. In über 300 Artikeln in lokalen Zeitungen wurde das gesamte Spektrum behandelt. Es kamen bis zu 400 Teilnehmer bei den Öffentlichkeitsveranstaltungen.
  • Das Schulungsangebot wurde insgesamt gut angenommen. Veranstaltungen für Angehörige wurden besonders häufig nachgefragt.
  • Von lokalen Akteuren wurden bestehende Angebote für Menschen mit Demenz geöffnet und neue entwickelt.
  • Es wurden über 40 Einzelprojekte im Stadtgebiet umgesetzt, von Kindergarten-Altenheim-Kooperationen über eine Broschüre zum Thema Wohnraumanpassung bei Demenz für das Handwerk bis zu Kreativangeboten wie Tanzen, Handwerken und Malen oder den Zirkus der Generationen.
  • Die passgenaue Vermittlung von bürgerschaftlichem Engagement im Einzelfall erwies sich jedoch als schwierig. Dies zeigte der Kontakt zu etwa 250 Klienten, die im Laufe der Projektphase Kontakt zu den Projektberatern hatten.
  • Der in Arnsberg gedrehte Film „Diagnose Demenz" diente vielfach als Türöffner und Einstieg in die Thematik.

Kontakt

Martin Polenz

Z | Fachstelle "Zukunft Alter"
Stadt Arnsberg
Clemens-August-Straße 120
59821 Arnsberg
Telefon: 02932 201-2206

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

ArnsbergNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stark alternde Kommunen

Bevölkerung 2016

73.990

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-10,3

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