Stuttgart - Stuttgarter Weg "Wir für Flüchtlinge"

Der „Stuttgarter Weg" steht für eine stadtweite dezentrale Unterbringung der geflüchteten Menschen. Er steht für die Verantwortung der Bürgergesellschaft für die freundliche Aufnahme und Notwendigkeit einer humanitären und bestmöglichen Versorgung, sowie für Haltung und die Stärkung der gelebten Willkommens- und Anerkennungskultur in der Landeshauptstadt Stuttgart.

Ausgangslage

  • Die Landeshauptstadt Stuttgart ist mit einem Migrantenanteil von 43% eine kulturell vielfältige Einwanderungsstadt mit Menschen aus über 180 Nationen.
  • Die Stadt verfolgt einen inklusiven Ansatz: alle Menschen, die in Stuttgart leben, sind Stuttgarter – unabhängig von Pass und Herkunft.
  • Hierzu gehören derzeit auch über 8.500 geflüchtete Menschen, die in Stuttgart vielleicht eine neue Heimat finden werden.
  • 1986 wies das Land Baden-Württemberg erstmals Asylbewerber zur kommunalen Unterbringung zu. Damit ging die Verantwortlichkeit der Wohnraumversorgung, der sozialen Betreuung und der materiellen Versorgung an die Kommunen.
  • Als Teil der Integrationsarbeit, die seit 2001 mit dem Konzept „Stuttgarter Bündnis für Integration" als Gesamtstrategie für die Verwaltung, Wirtschaft und die Bürgergesellschaft und somit als Querschnittsaufgabe ämter- und ressortübergreifend verankert und fortlaufend weiterentwickelt wird, ist auch die Flüchtlingsarbeit Querschnittsaufgabe.

Ziele

  • Förderung und Unterstützung des Ankommensprozesses der Flüchtlinge und ihre Integration und Teilhabe in die Bürgergesellschaft in allen Stadtbezirken.
  • Sensibilisierung der Bürgergesellschaft für die Aufnahme und Notwendigkeit einer humanitären und bestmöglichen Versorgung von Flüchtlingen.
  • Stärkung des Verständnisses für den Zuwachs der Flüchtlingszahlen in der Bevölkerung.
  • Stärkung der Akzeptanz und Respekts für Flüchtlinge und damit Stärkung der gelebten Willkommens- und Anerkennungskultur in der Stadt Stuttgart.

Umsetzung

  • Der „Stuttgarter Weg" besteht aus vier Säulen:
    1. Die adäquate Betreuung der Flüchtlinge und pädagogische Hausleitung aus „einer Hand" nach dem Subsidiaritätsprinzip durch freie Träger der Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Stuttgart e.V., Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt e.V., Caritasverband für Stuttgart e.V., Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V., Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs, Malteser Hilfsdienst, Deutsches Rotes Kreuz)
    2. Der Aufbau und die Unterstützung des Ehrenamts (Gründung von Flüchtlingsfreundeskreisen).
    3. Die Berücksichtigung der besonderen Belange unterschiedlicher Zielgruppen.
    4. Die dezentrale Unterbringung der Menschen in Wohnheimen und Wohnungen mit einer adäquaten Betriebsgröße von maximal 250 Plätzen pro Unterkunft in möglichst allen Stadtbezirken.
  • Flüchtlingsfreundeskreise
    • Derzeit engagieren sich über 3000 ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger in mittlerweile 40 Flüchtlingsfreundeskreisen in allen Stadtbezirken, um den Ankommensprozess der Flüchtlinge zu begleiten und deren Integration und Teilhabe in die Stadtgesellschaft zu unterstützen.
    • Die Freundeskreise sind ein wichtiges Brückenglied zum Wohnumfeld der Flüchtlingswohnheime und leisten einen wichtigen Beitrag zur Willkommenskul­tur der Stadt Stuttgart.
    • Zur Unterstützung der Arbeit der Ehrenamtlichen hat die Stadt mit Unterstützung der Bürgerstiftung eine Koordinierungsstelle zur Begleitung und Qualifizierung der Freundeskreise eingerichtet
  • Rückkehrberatung – Zweite Chance Heimat
    • Um eine problematische Abschiebung zu vermeiden, wird mit den Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive eine humane Rückkehr mit Wiedereingliederungsperspektive im Herkunftsland vorbereitet und durchgeführt.
  • Plakataktion „Aufnahme von und Umgang mit Flüchtlingen"
    • Zur Unterstützung der des Konzeptes entwarfen Schüler/innen der Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule in Werbeagenturen Plakate zum Thema „Aufnahme von und Umgang mit Flüchtlingen" mit Willkommensbotschaften für Flüchtlinge
    • Gemeinsam mit der Abteilung Integration der Landeshauptstadt Stuttgart wurde ein Fotoshooting organisiert, bei dem ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger mit  Willkommensbotschaften fotografiert wurden.
    • Gemeinsam mit der Fa. Stroer Deutsche Medien wird die stadtweite Plakatkampagne unter dem  Motto „Wir für Flüchtlinge" gestartet: City-Light-Poster, auf denen ehrenamtliche Flüchtlingshelfer zu sehen sind und Postkarten mit Willkommensbotschaften werden stadtweit verteilt.
    • Das Motto der Plakatkampagne „Wir für Flüchtlinge" wird für die Homepage der Stadt Stuttgart übernommen.

Erfolge

  • Trotz der aktuellen hohen Flüchtlingszahlen kann die Stadt die dezentrale Unterbringung aufrechterhalten, Ausnahme nur bei Interimslösungen.
  • Durch die professionelle Öffentlichkeitsarbeit schafft es die Stadt, die Erfolge des Stuttgarter Weges und damit auch der Flüchtlingsintegrationsarbeit regelmäßig in Presse und Rundfunk zu präsentieren. Der jährliche Flüchtlingsbericht wird in den verschiedenen Gremien vorgestellt.
  • Durch eine Spende der Fa. Daimler konnte ein Fördertopf für Kleinprojekte auf Stadtteilebene für Flüchtlinge eingerichtet werden.
  • Flächendeckender Ausbau der städtischen Deutsch- und „Mama lernt" Deutschkurse für Flüchtlinge. Darüber hinaus sind viele Angebote im Sport- und Kulturbereich für Flüchtlinge entwickelt worden u.a.: „Urban Gardening Projekt", Stuttgarter Asylcup (Fußballturnier) und die Initiative „Stuttgarter Weg zur Flüchtlingskulturarbeit".
  • Zur Stärkung des Stuttgarter Weges wurde neben den bestehenden Gremien zur Flüchtlingsarbeit die Taskforce Integration von Flüchtlingen eingerichtet. Ziel ist, ein abgestimmtes Verfahren der jeweiligen Ämter und Einrichtungen, die mit der Flüchtlingsarbeit betraut sind, zu etablieren und den Austausch zwischen den relevanten Akteuren zu fördern und Doppelmaßnahmen zu verhindern.

Kontakt

Ayse Özbabacan

Landeshauptstadt Stuttgart
Stuttgart

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Stuttgart Baden-Württemberg

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2014

612.441

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

7,0

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