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Erlangen - Leitbild für Integration

Die Stadt Erlangen hat in den letzten Jahren viele Projekte zur Integration von Migranten initiiert. Um Ihre Bemühungen weiter zu verstärken, hat die Stadt das Thema Integration als zentrale kommunalpolitische Aufgabe verankert. In einem breit angelegten Beteiligungsverfahren wurden ein Leitbild Integration sowie weitere Maßnahmen erarbeitet.

Ausgangslage

  • Von  112.023 Einwohnerinnen und Einwohnern haben rund 39.028 einen Migrationshintergrund, d. h. sie sind entweder ausländische Staatsbürger und Staatsbürgerinnen, Aussiedler und Aussiedlerinnen, Eingebürgerte oder als Deutsche geborene Nachkommen dieser Gruppen.
  • Bis zum Jahr 2015 wurden bereits viele integrative und inklusive Maßnahmen unterschiedlicher Stellen initiiert und umgesetzt. Seit Sommer 2015 wurde begonnen die Stellen Gleichstellung, Integration und Internationale Beziehungen, Inklusion, Diversitymanagement und Antidiskriminierungsberatung im Büro für Chancengleichheit und Vielfalt zusammenzuführen und somit eine zentrale Koordinierungsstelle zu schaffen.
  • Die Erlanger Stadtgeschichte beweist, dass Integration gelingen kann. Die Stadt hat als eine von 10 deutschen Hugenottenstädten eine lange Zuwanderungsgeschichte, die einen wesentlichen Teil ihrer Entwicklung und ihres Selbstverständnisses („Offen aus Tradition") geprägt hat.

Ziele

  • Aktive Förderung und Sicherung eines friedlichen und gleichberechtigten Miteinanders aller Menschen anstelle eines beziehungslosen Nebeneinanders.
  • Gleichberechtigte Artikulations- und Teilhabemöglichkeiten der Zuwanderer in zentralen Gesellschaftsbereichen der Stadt.
  • Integration als kommunalen Gesamtprozess etablieren, der Integration als gesamtgesellschaftliche und gesamtstädtische Querschnittsaufgabe und kommunale Pflichtaufgabe begreift.

Umsetzung

Erarbeitung des Leitbildes und eines Maßnahmenkataloges

  • Durchführung eines breit angelegten Workshops zum „Integrationsleitbild" für Erlangen.
  • Der Auftaktworkshop fand im Januar 2006 mit Akteuren der Stadtverwaltung, Institutionen und Bürgern statt. Die Stadt hat dazu sämtliche ihnen bekannten Migrantenorganisationen eingeladen. Es waren 70 Personen anwesend, davon ca. 1/3 interessierte Bürger. Im gesamten Prozess waren ca. 25 Prozent der Beteiligten Migranten.
  • Es wurden 6 Arbeitsgruppen gebildet, die ein Jahr lang zu folgenden Themen gearbeitet haben:
    • Leitbild- Konzeption
    • sprachliche Integration und Bildung
    • berufliche Integration – Wirtschaft und Arbeit
    • soziale und kulturelle Integration
    • politisch-partizipatorische Integration
    • Stadtplanung, Wohnumfeld, Sozialraum
  • Das Beteiligungsverfahren wurde intern organisiert sowie intern und extern moderiert.
  • Durch die Arbeitsgruppen wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erstellt sowie ein Leitbild erarbeitet, das die Integration in Erlangen als Querschnittsaufgabe darstellt.
  • Der Maßnahmenkatalog wurde analysiert, beurteilt und überprüft. Der Lenkungskreis hat in Abstimmung mit dem Bürgermeister festgelegt, ausgewählte Projekte vorzuschlagen, die ab 2008 umgesetzt werden sollen.
  • Alle weiteren Vorschläge und Maßnahmen dienen dem Lenkungskreis als Grundlage und Ideenpool für die Fortschreibung und Umsetzung in den nächsten 6 bis 10 Jahren.

Umsetzung des Leitbildes und der Maßnahmen

  • Einstimmige Verabschiedung des Leitbildes im Erlanger Stadtrat im Juli 2007 sowie der Umsetzung des Leitbildes ab 2008.
  • Im Jahr 2008 beschloss der Stadtrat eine neue Organisationsstruktur, die bereits installiert wurde. Damit soll die Umsetzung des Leitbildes Integration gewährleistet und die Kommunikation zwischen Stadtrat, Verwaltung und Bürgerschaft sichergestellt werden.
  • Die Struktur und die Aufgaben der neuen Organisationen:
    • Die Koordinationsstelle für Integration, die als referatsübergreifende Stelle die Integrationsarbeit leitet und die Umsetzung begleitet. Die Koordinationsstelle wird von der Stadt finanziert (Personal- und Sachkosten).
    • Der Lenkungskreis Integration (aus Mitgliedern des Stadtrates, der Verwaltung und des Ausländer- und Integrationsbeirats), der die Aufgabe hat, die grundsätzliche Ausrichtung der Integrationspolitik zu steuern.
    • Mit der Integrationskonferenz, die jährlich stattfindet, wird die regelmäßige Einbindung der externen Akteure sichergestellt.
    • Das Integrationsmonitoring ermöglicht es, den Stand und die Entwicklung der Integration in Erlangen zu beobachten.
  • Einrichtung eines Büros für Chancengleichheit und Vielfalt/ Internationale Beziehungen, als zentrale Stelle zur Koordination aller Vielfaltsaspekte.
  • Beitritt zum ‚intercultural cities programme‘ (ICC) des Europarats.

Erfolge

  • Das Leitbild wurde aufgrund der guten Resonanz schon mehrmals überarbeitet und neu aufgelegt.
  • Mit der neuen Organisationsstruktur wird das Themenfeld Integration als Querschnittsaufgabe fest in der Stadtverwaltung verankert und externe Akteure regelmäßig eingebunden.
  • Viele Ziele aus dem Leitbild wurden bereits realisiert. Zum Beispiel:
    • Erweiterung des Dekanatsgespräches des OBM um Vertreter der Muslime und Juden zur „Interreligiösen Runde"
    • Feiertagsregelung für städt. MA nichtchristlichen Glaubens
    • Erarbeitung eines Diskussionsgrundlage für die Neukonzipierung von Training interkultureller Kompetenz im Rahmen der Städteakademie und Vorstellung bei den Personalentwicklern im Großraum
    • Herausgabe des Buches „Wir sind Erlangen"
    • Die Integrationskonferenz wurde eingeführt und findet seit 2009 jährlich statt. Daraus entstehen vielfältige Handlungsempfehlungen beispielsweise für den Ausbau der Bildungsangebote für Neuzugewanderte oder den Ausbau der interkulturellen Öffnung der Kulturinstitutionen der Stadt Erlangen.
    • Das Erlanger Integrationsmonitoring wurde eingeführt und wird dieser Jahr zum dritten Mal veröffentlicht.
  • Erlangen wurde als Ort der Vielfalt ausgezeichnet (2009)
  • Erlangen wurde als eine von zehn europäischen Städten für die Anti-Rumours-Kampagne ‚communication for integration‘ (C4i) ausgewählt (2014).

Kontakt

Silvia Klein

Büro für Chancengleichheit und Vielfalt/Internationale Beziehungen
Stadt Erlangen
91051 Erlangen
Telefon: 09131 - 86 23 75

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