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Berlin – Flussbad am Spreekanal

Nachhaltige Stadtentwicklung: Im historischen Zentrum Berlins soll der heute kaum genutzte Spreekanal öffentlich zugänglich gemacht und ökologisch aufgewertet werden. Das preisgekrönte Projekt erhöht die Lebensqualität im Stadtzentrum Berlins und bekommt breite Unterstützung aus der Politik.

Ausgangslage

  • In Berlin gab es bis Mitte der 1920er Jahre zahlreiche Flussbadeanstalten. Eine sogenannte „Doppel-Bade-Anstalt“ lag direkt vor dem Berliner Stadtschloss. Aufgrund der starken Verschmutzung der Spree und des Kanals wurden jedoch alle Badeanstalten in Berlin geschlossen.
  • Der Spreekanal in seiner heutigen Form wird kaum frequentiert und dient vor allem der Hoch- und Schmutzwasserabfuhr. Der Kanal ist durchgängig von hohen Mauern eingefasst und bislang nicht öffentlich zugänglich.
  • Das Spreekanalwasser wird zudem 20-30 Mal im Jahr bei Starkregen-Ereignissen durch ungeklärte Abwässer aus der Kanalisation verunreinigt.
  • Die Projektidee für ein Flussbad in Berlin wurde bereits 1998 von den Künstlern und Architekten Jan Edler und Tim Edler (realities:united) veröffentlicht. Zwei bedeutende Auszeichnungen für die Projektidee gaben den Anstoß, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der diese realisiert.

Ziele

  • Der innerstädtische 1,8 km lange Spreekanal zwischen Fischerinsel und Bode-Museum einschließlich seines angrenzenden Stadtraums/angrenzender Flächen ist ein öffentlich zugänglicher, nicht kommerzieller Ort der Erholung.
  • Teilziele sind u.a.:
    • Ein 840 Meter langes Flussbad wird durch einen Pflanzenfilter mit natürlich gereinigtem Wasser gespeist. Eine Grundinfrastruktur für die Schwimmer steht bereit.
    • Ein durchgehender Uferweg entlang des Spreekanals und eine renaturierte Parklandschaft ermöglichen neue Erfahrungsräume in der Stadtmitte.
    • Der Spreekanal besitzt einen öffentlichen Zugang zum Wasser und attraktive Aufenthaltsbereiche, z.B. eine Freitreppe am Humboldt Forum.
    • Der Spreekanal ist nicht mehr als Bundeswasserstraße ausgewiesen.
  • Übergeordnete Zielsetzung ist die Erhöhung der Lebensqualität im Stadtzentrum Berlins mit ökologischem Gewinn. Ein Fokus liegt dabei auf dem Zusammenwirken verschiedener Nutzungen, Generationen und Themen.

Umsetzung

  • Im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts Flussbad Berlin wird der seit über hundert Jahren weitgehend ungenutzte Spreekanal im historischen Berlin reaktiviert. Das Projekt wird durch eine bürgerschaftliche Initiative im Sinne einer „Stadtentwicklung von unten“ getragen.
  • Koordiniert wird das Projekt vom eigens gegründeten gemeinnützigen Verein Flussbad Berlin. Hauptaufgabe des Vereins ist dabei die Kommunikation der Projektidee.
  • Das Projekt Flussbad Berlin gliedert den Spreekanal in drei Bereiche:
    • Naturnaher Flusslauf: Im Bereich der Fischerinsel wird der Kanal renaturiert und ein ökologischer Regenerationsraum für Flora und Fauna geschaffen. Dieser dient auch als ökologischer Trittstein im Biotopverbund.
    • Ökologischer Wasserfilter: Zwischen Gertraudenbrücke und Auswärtigem Amt wird ein natürlicher Kies- und Wasserpflanzenfilter installiert. Dieser stellt trotz starker Schwankungen der Wasserqualität im Spreekanal eine gleichbleibende Badewasserqualität im angrenzenden Abschnitt sicher.
    • Schwimmbereich: Angrenzend an den natürlichen Wasserfilter und entlang der Museumsinsel dient der Spreekanal zukünftig als ein für alle öffentlich zugängliches Flussbad.
  • Wichtige Maßnahmen und Meilensteine im Projekt Flussbad Berlin:
    • Eine Machbarkeitsstudie bestätigte die technische Umsetzbarkeit des Projektes Flussbad Berlin.
    • Bei der jährlichen Sportveranstaltung ‚Flussbad-Pokal‘ wird die Eignung des Spree-Abschnittes als Badegewässer erprobt.
    • Der Flussbad-Garten dient mit seiner Ausstellung und einer Plattform auf dem Grundriss der dort bis 1925 befindlichen Doppel-Badeanstalt als Testbetrieb für die zukünftige Einrichtung einer größeren kulturellen Institution und für die Bekanntmachung des Projektes.
    • Der Flussbad-Testfilter im Kahn ‚Hans-Wilhelm‘ dient dem wissenschaftlichen Nachweis der Funktionsfähigkeit des geplanten ökologischen Filters.
    • In der Flussbad-Akademie mit ihren wechselnden Formaten und Themen der Umweltbildung werden Wissen und Erfahrungen aus dem Projekt weitergegeben und diskutiert.
  • In der Geschäftsstelle des Flussbad Berlin e.V. arbeiten derzeit acht Personen. Sie wird durch einen Fachbeirat unterstützt.
  • Beteiligt an der Projektentwicklung und Umsetzung sind Vertreter*innen der Stadt- und Landespolitik, Vereinsmitglieder. Darüber hinaus wurden Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste der Stadt in den Prozess miteinbezogen.
  • Flussbad Berlin e.V. arbeitet zudem mit verschiedenen Universitäten und Hochschulen im Rahmen von Seminaren, Exkursionen, Entwürfen und Abschlussarbeiten zusammen.
  • Das Flussbad-Projekt wird als "Nationales Projekt des Städtebaus" vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie durch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mit 4 Mio. Euro bis Ende 2018 gefördert.
  • Der Verein finanziert sich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Sponsorengeldern. Die Machbarkeitsstudie wurde aus Mitteln der LOTTO-Stiftung Berlin finanziert.

Erfolge

  • Im Berliner Landeshaushalt werden € 250.000,- für Flussbad Berlin im Jahr 2019 bereit gestellt.
  • Das Projekt Flussbad Berlin wurde 2018 im Berliner Parlament von allen Fraktionen (außer der AfD) zur Umsetzung empfohlen.
  • Über 400 Vereinsmitglieder unterstützen Flussbad Berlin e.V. (2018)
  • Stetig zunehmende Teilnehmerzahlen beim Berliner Flussbad-Pokal: zuletzt 500 Schwimmer.
  • Qualitätslabel "Projekt Nachhaltigkeit 2017" vom Rat für Nachhaltige Entwicklung
  • überfraktioneller Beschluss im Berliner Parlament das Flussbad voranzubringen
  • Die Berliner Landesregierung verankerte Flussbad Berlin in den Koalitionsvereinbarungen.

Kontakt

Barbara Schindler

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Flussbad Berlin e. V.
Falckensteinstr. 48
10997 Berlin
Telefon: 030-555744-31

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Berlin

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2016

3.574.830

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

10,3

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