Potsdam - Haus der Generationen

Die Großwohnsiedlung „Am Schlaatz" liegt im Südosten Potsdams und ist das Zuhause von Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Nationen. Ca. 25 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das Wohngebiet ist geprägt von den Auswirkungen der ökonomischen und soziokulturellen Benachteiligung eines Großteils der Bewohner. Hier etablierte sich der Nachbarschaftstreff „Haus der Generationen und Kulturen".

Ausgangslage

  • Die Großwohnsiedlung „Am Schlaatz" liegt im Südosten Potsdams und ist das Zuhause von Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Nationen. Den größten Bevölkerungsanteil bilden hier Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, dem Libanon, aus Afrika und Deutschland.
  • Ca. 25 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das Wohngebiet ist geprägt von den Auswirkungen der ökonomischen und soziokulturellen Benachteiligung eines Großteils der Bewohner.
  • 1983 begonnen wurde das Wohngebiet 1987 in seiner heutigen Form abgeschlossen. Schon kurze Zeit später verlor das Wohngebiet rapide an Einwohnern und wurde zum Sanierungsfall. 1997 wurde der Stadtteil in das Förderprogramm „Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete" aufgenommen.
  • Aus den Förderprogrammen „ZiS 2000 – Zukunft im Stadtteil" und „Soziale Stadt" wurden dem Stadtteil erhebliche Mittel für den Stadtteilumbau und die Entwicklung der sozialen Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Ziele

  • Im Jahr 2006 wurde der Nachbarschaftstreff Milanhorst, „Haus der Generationen und Kulturen", in einer leerstehenden ehemaligen Seniorenfreizeitstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) eingerichtet.
  • Initiiert wurde das Projekt von der Eigentümerin des Wohnkomplexes der GEWOBA (einer Wohnungsbaugenossenschaft). Träger ist der Verein „Soziale Stadt Potsdam e. V.". Der 170.000 Euro teure Umbau wurde von der GEWOBA finanziert und mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Zukunft im Stadtteil" (ZiS) gefördert.
  • Die offizielle Eröffnung des Nachbarschaftstreffs Milanhorst fand im Mai 2006 statt. Seither bietet der Nachbarschaftstreff einen großen Raum für Feste, Feiern, Bildungsveranstaltungen, Vorträge und vielfältige soziokulturelle Angebote. Kleinere Räume stehen für Beratungen und Kleingruppenarbeiten zur Verfügung.
  • Kommunikation, Integrationshilfe, Mediation und Konfliktmanagement sind Angebote der Einrichtung. Das Angebot des Nachbarschaftstreffs konzentriert sich auf konkrete und niedrigschwellige Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren und mit den Akteuren vor Ort gemeinsam geplant und durchgeführt werden.
  • Die Angebote reichen von der Gestaltung des Nachbarschaftstreffs über Schulprojekte für den dauerhaften Aufbau nachbarschaftlicher Beziehungen bis hin zu Jugendkonferenzen. Auch generationenübergreifende Projekte in Form von Patenschafts- und Mentorenprogrammen sind Teil des Konzeptes.
  • Der Nachbarschaftstreff hat sich inzwischen profiliert.
  • Die Hauptziele des Begegnungszentrums lauten:
    • Schaffung eines Raumangebotes für Begegnung im wohnungsnahen Umfeld
    • Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens und der sozialen Integration
    • Vermittlung zwischen den Kulturen
    • kreativer Lernort für Jung und Alt

Umsetzung

  • Die Aktivitäten des Hauses sind vielfältig. Besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der generationsverbindenden Arbeit.
  • Die Nachbarschaftskonferenz: Jährlich lädt das Haus zur Nachbarschaftskonferenz über zwei Tage ein. Aus der Nachbarschaftskonferenz 2010 sind bspw. 14 neue Projekte entstanden, die selbstorganisiert von den Ideenbringern umgesetzt werden:
    • das Stadtteilradio "schlaatzfm", das seit September 2011 auf Sendung ist
    • das Kieztheater, das von einer Theaterpädagogin angeboten wird,
    • Lesungen mit und für Kinder,
    • Bildungsangebote von Afrikanern an afrikanische Kinder mit dem Ziel, mehr Selbstbewusstsein in die eigene Kultur des Lernens zu gewinnen.
  • Weitere Projekte sind:
    • Litfaßsäulen gestalten,
    • nachbarschaftliche Sportveranstaltungen,
    • Gesprächsnetzwerk,
    • Malen mit Kindern,
    • Stärkung der Eltern,
    • Senioren-AG Verkehrslenkung,
    • Schlaatzer Liederbuch,
    • Generationen-Tandem,
    • Fotoclub
    • Amtsbegleiter für arabische Menschen,
    • Amtsbegleiter für russische Menschen,
    • aus grau macht bunt,
    • Märchenstunde für Kinder,
    • psychologische Beratung für russischsprachige Migranten, ...
  • Generationengespräche: Finden vierteljährlich zu interessanten und aktuellen Themen aus Politik und Kultur statt
  • Potsdamer Köpfe: Die „Potsdamer Köpfe" gibt es seit 2003. Hier stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region Potsdam ihre aktuellen Forschungsthemen einem interessierten Publikum vor.
  • Jährliche Stadtteilfeste mit allen Kulturen und Religionen, die im Stadtteil leben.
  • Seniorenprojekt Teppichcurling
  • Zusammen mit der „Schlaatzer Allianz" werden jährlich zwei Stadtteilkonferenzen abgehalten.

Erfolge

  • 2010 erhielt der Verein mit dem Projekt der Nachbarschaftskonferenz „Nachbarn leben miteinander" den Integrationspreis der Stadt Potsdam.

Kontakt

Friedrich Reinsch

Haus der Generationen und Kulturen
Milanhorst 9
14478 Potsdam
Telefon: 0331 - 55 04 169

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Potsdam Brandenburg

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

164.042

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

11,6

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