Templin - Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land durch Agnes-zwei-Schwestern

In Brandenburg sind die Folgen des demographischen Wandels besonders stark zu spüren. Dazu gehört ein starker Rückgang der Bevölkerung. Vor allem die Anzahl der jüngeren Menschen sinkt. Gleichzeitig gibt es mehr ältere Menschen (viele davon pflegebedürftig), während es immer weniger Ärzte gibt. Um die Versorgung der Patienten zu verbessern, werden in Templin und anderswo sogenannte „Agnes-zwei-Schwestern" eingesetzt.   

Ausgangslage

  • 2003 waren erst ca. 18,3 Prozent der Einwohner Templins mindestens 65 Jahre alt. 2030 werden es vermutlich 39,8 Prozent sein.
  • Im Landkreis Uckermark lag der Anteil der Pflegebedürftigen im Jahr 2009 noch bei 4,5 Prozent. Im Jahr 2030 wird er voraussichtlich bei 8,4 Prozent liegen.
  • Von 2009 bis 2030 wird Templin ca. 16 Prozent seiner Einwohner verlieren, der gesamte Landkreis Uckermark sogar 20,7 Prozent.
  • In vielen ländlichen Gegenden gibt es bereits jetzt einen Mangel an Ärzten, der dazu führt, dass die noch vorhandenen Ärzte sehr viele Patienten versorgen müssen. In den nächsten Jahren werden obendrein viele Ärzte in den Ruhestand gehen.
  • Ärzte haben häufig nicht so viel Zeit für ihre Patienten, wie wünschenswert wäre.
  • Am KVRegioMed-Zentrum, einem geriatrischen Versorgungszentrum, des Sana-Krankenhauses Templin, arbeiten seit 2013 sogenannte „Agnes-zwei-Schwestern".

Ziele

  • Entlastung der Ärzte
  • Sicherstellung der medizinischen Nahversorgung
  • Außerdem sollen Agnes-zwei-Schwestern mehr Zeit mit den Patienten verbringen als es Ärzten möglich ist.

Umsetzung

  • 2005 wurde das Agnes-Programm in vier ostdeutschen Bundesländern eingeführt.
  • Seit 2011 wird es als Agnes-zwei-Programm weitergeführt.
  • Agnes ist ein Akronym. Es steht für „Arztentlastende, gemeindenahe, E-health-gestützte systemische Intervention".
  • Die sogenannten „Agnes-zwei-Schwestern", angelehnt an das Konzept der Gemeindeschwestern, sollen vor allem in medizinisch unterversorgten Gebieten die Arbeit der Hausärzte ergänzen, indem sie von ihnen delegierte Aufgaben übernehmen.  
  • Dazu gehören z. B. Verbandswechsel, Blutdruckkontrolle, Erhebung von Patientendaten, Antragstellung für häusliche Pflege, Organisation seniorengerechter Wohnungseinrichtung, Sozialarbeit.
  • Entstanden ist das KVRegioMed-Zentrum durch eine Kooperation zwischen dem Sana Krankenhaus Templin, der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) und örtlichen Ärzten.
  • Finanziert wird es aus dem Strukturfonds von der KVBB und den Krankenkassen. Das Sana Krankenhaus Templin hat die Investitionen in die Räumlichkeiten übernommen.

Erfolge

  • Die Agnes-zwei-Schwestern lindern die Folgen des Ärztemangels auf dem Land.
  • Sie können sich deutlich mehr Zeit für die Patienten nehmen, Hausbesuche machen und sind kompetente Ansprechpartner für Gesundheitsfragen.
  • Dadurch wird die Patientenversorgung verbessert.

Kontakt

Martina Franzen

Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH
Fanningerstraße 32
10365 Berlin

Weitere Informationen

  • Verseck, Keno (2014): „Wenige Menschen, viel Menschlichkeit", in: Bertelsmann Stiftung: „Change – Das Magazin der Bertelsmann Stiftung > 4/2014". Gütersloh: Mohnmedia, S. 18 ff.

Online: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2014/dezember/wenige-menschen-viel-menschlichkeit/

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Templin Brandenburg

Demographietyp

Stark schrumpfende Kommunen mit Anpassungsdruck

Bevölkerung 2014

16.013

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-11,3

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