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Erlangen - Deutsch-Offensive Erlangen zur Förderung der Sprachkompetenz

Um Migranten einen niederschwelligen Zugang zu Deutschkursen zu ermöglichen und um das bisherige Kursangebot auszuweiten, wurde ein Netzwerk zur Sprachförderung gegründet. Maßnahmen zur Verbesserung des Angebotes wurden gemeinsam ausgearbeitet und umgesetzt. Es soll damit u. a. die Chancengleichheit erhöht werden.

Ausgangslage

  • Von rund 112 000 Einwohnern haben etwa 39. 000 Personen einen Migrationshintergrund. Sie sind entweder ausländische Staatsbürger, Aussiedler, Eingebürgerte oder Kinder von ausländischen Eltern, die bis zum 18. Lebensjahr die deutsche und die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern besitzen. Personen mit Migrationshintergrund machen also ca. 35% der Bevölkerung Erlangens aus. Der Ausländeranteil beträgt 17,8%. (Stand Juni 2017)
  • Die Beherrschung der deutschen Sprache als Voraussetzung für Kommunikation und Integration von Bürgern nichtdeutscher Muttersprache ist unbestritten. Integration im Sinne einer möglichst gleichberechtigten Teilnahme am gesellschaftlichen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben in der Bundesrepublik setzt daher ausreichende Kompetenzen in der deutschen Sprache voraus.
  • Die Geschäftsstelle des Ausländer- und Integrationsbeirates wurde immer wieder mit dem Problem mangelnder Sprachkompetenz konfrontiert. Dies war der Anlass, Anfang des Jahres 2000 erste Überlegungen anzustellen, wie ein flächendeckendes Angebot von Sprachkursen für unterschiedlichste Zielgruppen in Erlangen geschaffen werden könnte.

Ziele

  • Für Migranten soll Chancengleichheit ermöglicht werden. Denn um wirklich gleichberechtigt am gesellschaftlichen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen zu können, sind gute Deutschkenntnisse nötig.
  • Dazu ist es nötig, ein flächendeckendes und niedrigschwelliges Angebot zur Sprachförderung in der Stadt aufzubauen und zu sichern, das den verschiedenen Altersgruppen und Lebensumständen der Migranten gerecht wird.

Umsetzung

Netzwerk Deutsch-Offensive Erlangen

  • Als ersten Schritt zur trägerübergreifenden Vernetzung hat der Ausländer- und Integrationsbeirat im Jahr 2000 alle Einrichtungen, Initiativen und Vereine, die sich mit dem Thema Sprachförderung in ihrer täglichen Arbeit befassen oder damit konfrontiert sind, an einem Runden Tisch versammelt.
  • In einer ersten Phase wurde anhand eines von der Geschäftsstelle entwickelten Fragebogens das aktuelle Angebot in Erlangen erfasst. Danach wurde der Bedarf aus der Sicht der Experten in den beteiligten Einrichtungen ermittelt und anhand eines standardisierten Verfahrens in moderierten Arbeitsgruppen näher definiert.
  • Gemeinsam wurden geeignete Maßnahmen zur Sicherung eines flächendeckenden Angebots entwickelt. Die Ergebnisse des Runden Tisches dienten dem Stadtrat und der Verwaltung der Weiterentwicklung eines gesamtstädtischen Konzepts zur Sprachförderung und Integration.
  • Der Stadtrat hat die Deutsch-Offensive unterstützt und kommunale Mittel zur Umsetzung bewilligt.
  • Um die Wirksamkeit der Sprachfördermaßnahmen zu bewerten, war eine wissenschaftliche Begleitung Bestandteil des Konzepts.
  • Der Runde Tisch Deutsch-Offensive trifft sich nach wie vor 2 x pro Jahr, organisiert werden die Treffen von der Geschäftsstelle des Ausländer- und Integrationsbeirats.

Angebote der Sprachförderung

  • Die Kurse der Deutsch-Offensive richteten sich an alle Bewohner mit nichtdeutscher Muttersprache und jeden Alters.
  • Die Sprachkurse werden für folgende Gruppen angeboten:
    • Vorschulkinder
    • Schüler und Jugendliche
    • Mütter (auch berufstätige)
    • Asylbewerber und Flüchtlinge die schon längere Zeit in Deutschland leben und bislang nicht die Chance hatten, Deutsch zu lernen
    • Erwachsene, die ihre bisherigen Deutschkenntnisse vertiefen wollten
  • Das Besondere der Deutsch-Offensive Erlangen ist, dass es sich um niedrigschwellige Angebote handelt, die sich an den Bedürfnissen der Bürger nichtdeutscher Muttersprache orientieren:
    • Die Angebote sind stadtteilnah.
    • Kinderbetreuung wird bei Bedarf gewährleistet.
    • Die Lehrinhalte werden praxisnah vermittelt.
    • Individuelle Bedürfnisse werden berücksichtigt.
    • Aspekte der Alltagsbewältigung und Alltagserfahrungen werden besprochen und in den Unterricht mit einbezogen.
  • Unterschiedlichste Träger führen Deutschkurse durch:
    • Kindergärten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen
    • die städtische Tochtergesellschaft GGFA (Gesellschaft zur Förderung der Arbeit)
    • Grundschulen und das Förderzentrum
    • Kindergärten kirchlicher Träger
    • freie Träger: Migrantenvereine, Kindergärten, Frauenzentrum, Frauenhaus
  • Die Kurse werden in unterschiedlicher Intensität angeboten, von 2 bis 6 Stunden in der Woche. Für die Teilnehmer entstehen zurzeit Kosten von 1 € pro Unterrichtsstunde.

Erfolge

  • Mit dem Konzept der Deutsch-Offensive Erlangen hat die Kommune mit ihren Netzwerken eine gute Chance, Kurse ohne großen Verwaltungsaufwand und Vorlaufzeiten dort zu realisieren, wo der Bedarf besteht.
  • Ergänzung der Erlanger Bildungslandschaft um kostengünstige Sprachlern-Angebote für Flüchtlinge, Frauen und Senioren.
  • Die Deutsch-Offensive Erlangen kann passgenaue Konzepte anbieten und reagiert damit flexibel auf unterschiedlichste Anfragen.
  • Es gab eine breite Bürgerbeteiligung im Rahmen von Netzwerktreffen und den Sitzungen des Runden Tisches „Deutsch-Offensive".
  • Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales bekundete Interesse am Projekt „Deutsch-Offensive Erlangen" und zahlte einen Zuschuss zu einer Evaluation im Jahr 2003.

Kontakt

Ausländer- und Integrationsbeirat

Stadt Erlangen
Rathausplatz 1
91054 Erlangen

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

ErlangenBayern

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2015

108.336

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

3,4

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