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Gütersloh - Gerontopsychiatrisches Zentrum

Wesentlicher Grundsatz des umfassenden Behandlungsangebotes des Gerontopsychiatrischen Zentrums in Gütersloh ist die bedarfs- und bedürfnisgerechte Behandlung alter Menschen mit psychischen Störungen - wie z.B. Demenz - nach dem Prinzip „ambulant oder teilstationär vor stationär".

Ausgangslage

  • Durch die Einführung der Pflegeversicherung sind die Steuerungsmöglichkeiten im Pflegesektor auf die Bundes- und Länderebene verlagert worden. Die Kommunen haben keine direkten Steuerungsmöglichkeiten.
  • Die Angebote und Aktivitäten des Gerontopsychiatrischen Zentrums spielen eine zentrale Rolle beim Ausbau der ambulanten pflegerischen Versorgung im Kreis Gütersloh.
  • Psychische Erkrankungen – insbesondere demenzielle Erkrankungen – sind einer der häufigsten Indikationen für Pflege. Durch die umfängliche und dauerhafte Inanspruchnahme von pflegenden Angehörigen, ist gerade die häusliche und ambulante Versorgung von demenziell erkrankten Menschen, mit besonderen Schwierigkeiten verbunden.
  • Die Psychiatrischen Kliniken in Gütersloh sind stark durch den ehemaligen Chefarzt Dr. Klaus Dörner geprägt. Dieser war einer der herausragenden Vertreter der Sozialpsychiatrie.

Ziele

  • Ziel des Gerontopsychiatrische Zentrums ist es, mit den Betroffenen und ihren Angehörigen alte Fähigkeiten zu aktivieren und neue Perspektiven gemeinsam zu entwickeln.
  • Hierzu soll das in Zusammenarbeit mit anderen pflegerischen, medizinischen und kommunalen Akteuren aufgebaute ambulante Versorgungsnetz für die Betreuung psychisch kranker alter Menschen im Kreis Gütersloh passgenau genutzt werden.

Umsetzung

  • Das bundesweit erste Gerontopsychiatrische Zentrum in Gütersloh wurde mit einer gerontopsychiatrischen Ambulanz, einer Tagesklinik und drei Stationen am LWL-Klinikum Gütersloh bereits vor rund 30 Jahren eröffnet.
  • Wesensmerkmal der gerontopsychiatrischen Ambulanz in Gütersloh ist ihre "aufsuchende" Arbeitsweise: rund 90% der 5.600 Patienten pro Jahr finden in der häuslichen Umgebung statt.
  • Dabei werden alte Menschen mit Verdacht auf psychische Störungen nach Überweisung durch den Hausarzt von einem multiprofessionellen Team des Gerontopsychiatrische Zentrums in ihrer gewohnten Umgebung untersucht und zusammen mit ihren Angehörigen über die zahlreichen Behandlungs- und Hilfsmöglichkeiten für psychisch kranke Ältere vor Ort informiert.
  • Das Gerontopsychiatrische Zentrum übernimmt damit u.a. eine zentrale Lotsenfunktion für die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz im Kreis.
  • Zudem bietet das Gerontopsychiatrische Zentrum wöchentlich „Fall"- und Konzeptberatungen für ambulante Pflegedienste und andere Pflegeeinrichtungen bzgl. des Umgangs mit psychisch auffälligen Pflegebedürftigen an.
  • Für andere somatische und psychische Kliniken im Kreis wird ein gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst angeboten.
  • Die Zusammenarbeit und Vernetzung im Kreis fördert das Gerontopsychiatrische Zentrum auch über die verbindliche Teilnahme an kommunalen Gremien der Altenhilfe und -pflege, wie bspw. der Kreispflegekonferenz.
  • Zusätzlich hat sich das Gerontopsychiatrische Zentrum an der Entwicklung kommunaler Versorgungskonzepte beteiligt, bspw. durch die Initiierung und Moderation eines kreisweiten Arbeitskreises Gerontopsychiatrie.
  • Innerhalb des Klinikums wurde in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken das interdisziplinäre Zentrum für Altersmedizin (bestehend aus Neurologie, Innere Medizin/Geriatrie, Gerontopsychiatrie) gegründet, in dem ältere Patienten von den unterschiedlichen Disziplinen diagnostiziert und gemeinsam therapiert werden, ohne dass Verlegungen erforderlich sind.
  • Pflegende Angehörige werden durch Beratung, Angehörigengruppen und Pflegekurse unterstützt.
  • Das Bewusstsein für die Krankheit Demenz sowie für geeignete Versorgungsansätze wird durch die Organisation zahlreicher Informations- und Fachveranstaltungen sowie die Durchführung von Schulungsprogrammen im Landkreis gesteigert. Das Gerontopsychiatrische Zentrum und das Zentrum für Altersmedizin selbst führen regelmäßig Fortbildungsreisen zu nationalen und internationalen innovativen Projekten durch.

Erfolge

  • Die Angebote und Vernetzungsaktivitäten des Gerontopsychiatrischen Zentrums spielen nach Einschätzung vieler Interviewpartner eine wesentliche Rolle bei der Stützung ambulanter Versorgungssettings von dementen Pflegebedürftigen im Kreis Gütersloh.
  • Der professionelle ambulante Versorgungsanteil steigt kontinuierlich an und liegt um rund 10 Prozentpunkte über dem bundesweiten Durchschnitt.
  • Bei den Haus- und Klinikärzten sowie beim Pflege- und Beratungspersonal etc. im Kreis zeigt sich auch auf Basis der umfangreichen Aktivitäten des Gerontopsychiatrischen Zentrums eine im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich erhöhte Sensibilität für die Bedürfnisse von Demenzerkrankten.

Kontakt

Bernd Meißnest

Chefarzt
Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am LWL-Klinkum Gütersloh
Buxelstr. 50
33334 Gütersloh

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Gütersloh (GT)Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stabile Mittelstädte

Bevölkerung 2016

98.466

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

2,3

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