Hamm – Bildungsbegleitung für Lernförderangebote aus dem Bildungs- und Teilhabepaket

In der Stadt Hamm sind die ehemaligen Schulsozialarbeiter und -sozialarbeiterinnen aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes zu kommunalen Bildungsbegleitern und -begleiterinnen geworden. Sie können als ideales Bindeglied zwischen Jugendhilfe und Schule agieren. Die enge Zusammenarbeit mit Schule, Eltern und Netzwerkpartnern im Sozialraum ermöglicht den zeitnahen und niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten.

Ausgangslage

  • Die Umsetzung des von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Bildungs- und Teilhabepaketes – und damit auch der zusätzlichen Schulsozialarbeit – oblag den Kreisen und kreisfreien Städten, hier der Stadt Hamm.
  • Ausgerichtet war das Programm auf die Kinder und Jugendlichen, die gem. §§ 28 SGB II anspruchsberechtigt sind. Hierzu zählen: Leistungsempfänger nach dem SGB II und dem 3. Kapitel SGB XII; Bezieher von Kinderzuschlag und Wohngeld sowie Empfänger von Leistungen gem. § 2 und 3 AsylbLG.
  • Hamm ist eine der 18 teilnehmenden Kommunen im Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" der Landesregierung NRW und der Bertelsmann Stiftung. Durch den Aufbau kommunaler Präventionsketten sollen Weichen für gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen gestellt werden. Regionale und kommunale Unterschiede spielen hierbei eine große Rolle: Jede Kommune findet ihren eigenen Weg und definiert individuelle Ziele.

Ziele

  • Erfolgreiche Bildungsbiografien gestalten.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen zukünftig nachhaltig unabhängig von staatlichen Transferleistungen leben.
  • Chancengleichzeit erhöhen, indem gezielt Kinder aus sozial schwachen und oder bildungsfernen Familien unterstützt werden.
  • Soziale Teilhabe ermöglichen
  • neue Unterstützungsangebote an Schulen oder im Sozialraum.

Umsetzung

  • Bildungsbegleiter und -begleiterinnen unterstützen, beraten und fördern Schüler und Schülerinnen ihren Fähigkeiten entsprechend.
  • Die Bildungsbegleiterinnen und -begleiter sind Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe.
  • Bildungsbegleiter und -begleiterinnen sind organisatorisch dem Kommunalen Jobcenter Hamm (AöR) zugeordnet.
  • Seit dem Wegfall der Bundesfinanzierung wird das Projekt aus kommunalen Mitteln weiterfinanziert.
  • Die Hauptaufgabe der Bildungsbegleitung heute ist: Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützten, entsprechend ihren Talenten und Fähigkeiten den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu erlangen, einen erfolgreichen Übergang in Ausbildung oder Studium zu erreichen und am sozio-kulturellen Leben teilzuhaben.
  • Sie vermitteln Lernförderangebote, die aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanziert werden, indem sie z. B. passende Angebote heraussuchen und bei der Beantragung helfen. Sie unterstützen aber auch bei der Vermittlung von Freizeit- und Sportangeboten
  • Die Teams der Bildungsbegleitung ab der 8.Klasse und der Ausbildungsvermittlung - und Studienberatung ab dem 15. Lebensjahr sind mittlerweile zusammengeschlossen.
  • Insgesamt sind Bildungsbegleiter auf 27,5 Stellen an 44 von 51 Hammer Schulen präsent, für die Übrigen wurden feste Ansprechpartner benannt.
  • Die Begleitung und Evaluation erfolgt durch die SRH Hochschule Heidelberg.

Erfolge

  • Pro Jahr werden durchschnittlich ca. 25.000 Beratungsgespräche durchgeführt und 900 – 1.000 Kindern und Jugendlichen Lernförderangebote vermittelt.
  • In jedem Schuljahr sind ca. 3700 Kinder und Jugendliche und deren Eltern in der Beratung (nicht immer gleich lange – je nachdem Bedarfslage).
  • Von den rund 1.160 Kindern und Jugendlichen, die im Schuljahr 2013/2014 eine individuelle Lernförderung bekamen, konnten 86 Prozent ihre Note halten oder verbessern.
  • Schuljährlich ca. 1.500 bewilligte Lernförderungen davon waren im Schuljahr 2015/2016 82,11 % erfolgreich, im Schuljahr davor 83 % - trotz Zuzug und Asylbewerber und den eher kurzfristig eingeleiteten Lernförderungen im Fach Deutsch.
  • Im Schuljahr 2015/2106  erreichten 93% aller Schüler- und Schülerinnen, die mind. ein Jahr begleitet wurden einen Schulabschluss Klasse 10 B oder höher, 69,04 % konnten sogar einen Realschulabschluss, die Fachoberschulreife oder das Abitur erreichen. Im Schuljahr davor 2014/2015 waren es sogar 74,33 % die einen „höherwertigen" Schulabschluss erreichten – das war vor dem Zuzug aus Süd-Osteuropa und dem Zuzug von Asylbewerbern.
  • Anfragen aus anderen Kommune gibt es häufig – aber: In Kommunen in denen die Bundes- oder Landesmittel an die Schulen gegeben und nicht in der städtischen oder Jobcenter Organisation und Steuerung belassen wurden, ist es schwierig ein so komplexes System umzusetzen.
  • Beispiele für initiierte Projekte sind: z. B. „Sprache und Sport" für zugewanderte und Flüchtlinge mit dem Ziel Spracherwerb und Übergang in Vereine, Theaterworkshops, Knigge-Kurse für Vorstellungsgespräche u.v.m.

Kontakt

Lydia Schillner

Kommunales Jobcenter Hamm
Bismarckstraße 1
59065 Hamm
Telefon: 02381 / 17-7850

Frank Schulte

Stadt Hamm
Amtsstraße 19
59073 Hamm
Telefon: 02381 / 17-6620

Weitere Informationen

  • Bildungsbegleitung der Stadt Hamm
  • YouCard der Stadt Hamm
  • Landeskoordinierungsstelle „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" beim Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (2014): „Fachmagazin 2014 zum Landesmodellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor". Düsseldorf.

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

HammNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stark alternde Kommunen

Bevölkerung 2015

179.397

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-1,9

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