Frankfurt am Main - Ein Zehnpunkteplan für gemeinsames Handeln

In Frankfurt gibt es den Zehnpunkteplan "Internationalität und Vielfalt sind unsere Chance", der hier vorgestellt wird.

Ausgangslage

  • Frankfurt ist eine der internationalsten Städte Deutschlands. Sie ist Heimat einer Vielzahl an Menschen unterschiedlicher Herkunft, die es in die Gemeinschaft der Stadt einzubinden gilt.
  • Mit dem breit diskutierten und mit großer Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Integrationskonzept soll dies umgesetzt werden. 

Ziele

  • Die Verwaltung der Stadt Frankfurt, allen voran der Oberbürgermeister und die Dezernentin der Querschnittsaufgabe Integration verfolgen mit dem Integrationskonzept das Ziel, das städtische Handeln für alle Bürger zu öffnen.

Umsetzung

Dazu wurde ein Zehnpunkteplan erarbeitet:

  • 1. Selbstverständnis, Außendarstellung und Kommunikation der Stadt: In der
    (Außen-) Kommunikation der Stadt(-verwaltung) gilt es die Internationalität der Bevölkerung hervorzuheben und neue Medien miteinzubeziehen.
  • 2. Personalgewinnung für die Stadtverwaltung: Die Verwaltung soll sich als Arbeitsgeber für Menschen mit Migrationshintergrund interessant machen und Zugangshürden abbauen.
  • 3. Personalentwicklung in der Stadtverwaltung: Das Personal der Stadtverwaltung soll im Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund geschult werden.
  • 4. Organisation städtischer Dienstleister: Auch im Bereich der Dienstleister soll ein Diversitätsmanagement eingeführt werden. Städtische Angebote sollen zielgerichteter auf die unterschiedlichen in der Gemeinde lebenden Gruppen ausgerichtet werden, unter anderem durch Änderung sowie eventuelle Neuausrichtung der Angebote.
  • 5. Zusammenarbeit mit städtischen Partnern: Die Zusammenarbeit mit Partnern soll durch Kooperationen und Fördermaßnahmen weiter unterstützt werden und bei Partnern darauf geachtet werden, dass diese das Integrationskonzept mittragen.
  • 6. Teilhabe und Antidiskriminierung: Beratungs- und Aufklärungsarbeit soll Diskriminierungen entgegenwirken und Teilhabe von Migranten fördern.
  • 7. Bürgerschaftliches Miteinander und Stadtteilarbeit: Der Austausch von Menschen unterschiedlicher Nationalität soll vermehrt gefördert werden auch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements.
  • 8. Wirtschaft und Arbeitsmarkt: Die Wichtigkeit der Förderung von Migrantenökonomie und transnationalem Unternehmertum soll verstärkt kommuniziert werden.
  • 9. Wissenschaft und Hochschulen: Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen Frankfurts soll zunehmen und auch internationale universitäre Kooperationen sollen von der Stadt unterstützt werden. Frankfurt soll attraktiv für ausländische Studierende und Hochschulabsolventen werden.
  • 10. Außenwirkung und Kooperation: Die Leitlinien sollen in lokalen, nationalen sowie überregionalen Gremien bekannt gemacht werden. Darüber hinaus sollen die Städtepartnerschaften zur Zielerreichung eingebunden und genutzt werden.
  • Die Frankfurter Stadtverwaltung hat die Umsetzung des Integrationskonzeptes in Angriff genommen und bereits im Vorfeld sehr breit zur Beteiligung aufgefordert:
    • Um möglichst viele Leute zu erreichen, wurden Personen auf direktem und indirektem Wege angesprochen. In unterschiedlichen Einrichtungen wurden Leute informiert, Befragungen durchgeführt und es wurde um Stellungnahme gebeten. 
    • Über das Internet wurden Anfragen zum Mitmachen gestellt bei dem ein immens großes Publikum von  46.000 Interessierten erreicht wurde.
    • In dem Zeitraum eines halben Jahres fanden drei Beteiligungsphasen statt mit den Schwerpunkten „Vielfalt darstellen", „Vorschläge machen" und „Themen durchsetzen".
    • Leitungen von Universitäten, Wohlfahrtsverbänden, Organisationen und viele weitere Einrichtungen wurden informiert und aufgefordert, Leute zur Teilnahme am Integrationskonzept zu motivieren. 

Erfolge

  • Der Frankfurter Integrationsprozess gilt als eines der modernsten Deutschlands. 
  • Durch die hohe Beteiligung mit 46.000 Personen wurde das Ziel, möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner zur Partizipation zu motivieren, erreicht.

Kontakt

Dr. Armin von Ungern-Sternberg

Leiter des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten
Amt für multikulturelle Angelegenheiten
Lange Str. 25-27
60311 Frankfurt am Main

Weitere Informationen

 

Bertelsmann Stiftung (2014) „Weltoffen, bürgernah und kompetent! Kommunen als Beispiel einer Vielfältigen Gesellschaft. Verlag Bertelsmann Stiftung. Gütersloh., S.40-42

Bertelsmann Stiftung (2011): Diversität gestalten. Erfolgreiche Integration in Kommunen. Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele. Verlag Bertelsmann Stiftung. Gütersloh., S.35 f.

Homepage der Stadt Frankfurt am Main

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Frankfurt am Main Hessen

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2014

717.624

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

14,2

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