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Jülich - DORV-Zentrum

Das DORV-Zentrum Barmen ist ein moderner Tante-Emma-Laden, der Nahversorgung, Dienstleistungen, sozial-medizinische Dienste, Kommunikation und Kultur für die 1.400 Bewohner im Dorfzentrum bündelt. Sicherung und Wiederherstellung der Nahversorgung in ländlichen und städtischen Räumen sowie die Sicherung und Instandsetzung von Einzelhandelslagen gehören mittlerweile zum Betätigungsfeld der DORV-Zentrum GmbH. So sind inzwischen über 30 Zentren entstanden.

Ausgangslage

  • Die Ausgangslage ist eine sehr typische Situation im ländlichen Raum. Die Nahversorgung geht in vielen Dörfern und Stadtteilen zurück oder ist teilweise gar nicht mehr vorhanden. Die Lebensqualität leidet darunter erheblich, insbesondere bei den Bürgern, die nicht mehr oder nicht so mobil sind, also ältere oder behinderte Mitbürger sowie für Kinder und Jugendliche.
  • Kein Bäcker, kein Metzger, kein Lebensmittelgeschäft und schließlich die Schließung der Sparkasse motivierten die Bürger im 1.400 Einwohner großen Jülicher Ortsteil Barmen, etwas zu tun.
  • Mit dem Landespilotprojekt in Jülich-Barmen wurde gezeigt, wie es trotz aller negativer Entwicklungen gelingen kann, wieder eine Nahversorgung herzustellen und die Lebensqualität zu erhöhen.

Ziele

  • Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern, wohnortnahe Arbeitsplätze zu schaffen, neue Wege zur Kommunikation und Information zu nutzen, die Integration von Neubürgern zu beschleunigen, regionale Identität zu stiften und die Wertschöpfung durch das Anbieten der Produkte regionaler Erzeuger (Landwirte, Metzger und Bäcker) in der Region zu behalten.
  • Besonders die nicht (mehr) mobilen Menschen und jungen Familien sollen sich im Ort rundum selbst versorgen und lebenslang in der gewohnten sozialen Umgebung leben können.
  • Damit will das DORV-Zentrum Voraussetzungen schaffen, sogar Wohnen und Arbeiten im ländlichen Raum wieder zusammenzubringen.
  • Das beim Rückgang oder Zusammenbruch von Nahversorgung in kleineren Wohnstandorten zu beobachtende Versagen des Marktes ist durch ein solches bürgerschaftliches Engagement zu kompensieren. Menschen gestalten ihre Zukunft selbst, nicht gegen sondern mit Privatwirtschaft und öffentlicher Hand.

Umsetzung

  • Mit bürgerschaftlichem Engagement ohne jegliche finanzielle Unterstützung schufen die Barmener durch Bürgerkapital, Spenden und hohe Eigenleistung „ihren" neuen Ortsmittelpunkt.
  • Das DORV-Zentrum Barmen ist ein moderner Tante-Emma-Laden, der Nahversorgung, Dienstleistungen, sozial/medizinische Dienste, Kommunikation und Kultur für die 1.400 Bewohner im Dorfzentrum bündelt.
  • Ein DORV-Zentrum entsteht heute in folgenden Schritten:
  • Basisanalyse: Gründliche Analyse des jeweiligen Standortes mit eigener Methode (von DORV speziell entwickelt) Neben den üblichen Standarddaten (Bevölkerung, Kaufkraft…) werden auch die weichen Faktoren mit berechnet (u.a. bürgerschaftliches Engagement, Vereins- und Ehrenamtl. Aktivitäten, Freiwilligenbereich…).
  • Hierbei „lesen" wir den Ort: Gespräche mit Verantwortlichen, aber auch mit „zufälligen" Bürgerinnen und Bürgern, etwa durch eine ausführliche Begehung und Betrachtung des Ortes.
  • Bürgerversammlung: Wenn die Analyse positiv ist, werden die Ergebnisse öffentliche vorgestellt. Genau hier entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, ob der Prozess weiter geht.
  • Bürgerbefragung: – Bürger befragen sich selbst. Unter Anleitung wird ein Fragebogen entworfen, der durch eine aktive Haus zu Haus Befragung der Bürgerinngen und Bürger des Ortes selbst verbreitet wird. Ergebnis: erstens Multiplikatoreffekt, die Idee wird in jeden Haushalt getragen, zweitens: hohe Rücklaufquote und damit verlässliche Ergebnisse für weiteren Prozess.
  • Wieder Bürgerversammlung und Entscheidung.
  • Umsetzungsphase mit Facharbeitskreisen aus der Bürgerschaft, den regionalen Unternehmen und der Politik/Verwaltung. Aktive Begleitung durch die DORV UG. Planung, Umbau, Eröffnung.
  • Daneben wird zur Entwicklung von bestehenden Kleinflächen beraten und zuletzt die Übertragbarkeit in städtische Wohnquartiere erarbeitet.

Erfolge

  • Inzwischen sind über 30 DORV-Zentren entstanden. Deutschlandweit entstehen weitere DORV-Zentren in Dörfern mit 800 bis 3.000 Einwohnern.
  • Bis heute steigt die Nachfrage von Kommunen, Privatpersonen und Initiativen nach Übertragbarkeit stetig.
  • Die ständige Weiterentwicklung des Systems verbunden mit wissenschaftlicher Begleitung lässt die DORV-Idee zum Wegbereiter neuer Formen ländlicher Nahversorgung werden.
  • Das DORV-Konzept wurde auch in den städtischen Raum übertragen. Mit dem quartVier-Zentrum im Stadtquartier Düren-Grüngürtel ist über einen Integrationsbetrieb sogar die Wiedereingliederung behinderter Menschen eingebunden.
  • DORV wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter: Bundesverdienstkreuz, Deutscher Engagementpreis als Einzelperson, Zuhause hat Zukunft (1. Platz), Robert-Jungk-Preis.
  • Ein weiteres Betätigungsfeld ist mittlerweile die Sicherung und Instandsetzung von Einzelhandelslagen.

Kontakt

Heinz Frey

Geschäftsführer
DORV-Zentrum GmbH, DORV-UG, DORV-Quartier gGmbH
Prämienstraße 49
52428 Jülich

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

JülichNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2015

32.601

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-5,1

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