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Kreis Offenbach - Arbeitsmarktbüro für Geflüchtete

Der Kreis und die Agentur für Arbeit Offenbach richteten eine gemeinsame Anlaufstelle für die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung in einem dafür konzipierten „Arbeitsmarktbüro für Flüchtlinge" ein. Solche Arbeitsmarktbüros sind mittlerweile bundesweit in fast allen Bezirken der Agenturen für Arbeit aktiv.

Ausgangslage

  • Im Kreis Offenbach sind 3.676 Flüchtlinge registriert, die sich im laufenden Verfahren befinden (Stand: März 2016).
  • Eine wichtige Herausforderung für eine rasche Arbeitsmarktintegration besteht darin, dass die Arbeitsagenturen, die für Flüchtlinge während des Asylverfahrens, und die kommunalen Jobcenter, die nach der Asylanerkennung zuständig sind, zu einer effektiveren Form der Zusammenarbeit als bislang finden.
  • Für Asylbewerber/innen im Anerkennungsverfahren, für geduldete und für anerkannte Flüchtlinge existieren zum Teil völlig verschiedene Zuständigkeiten, Arbeitsmarktvorschriften und Förderungsansätze. Bei getrennter Trägerschaft wie im vorliegenden Fall, sind selbst die EDV-Systeme unterschiedlich.
  • Bislang bereitet der so genannte Rechtskreiswechsel aus dem SGB III in SGB II- sobald Flüchtlinge eine Asylanerkennung erhalten- erhebliche Verzögerungen bei der Integration.
  • Der Kreis und die Agentur für Arbeit Offenbach haben auf diese Herausforderung bereits reagiert, indem sie im Oktober 2015 eine gemeinsame Anlaufstelle für die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung eingerichtet haben.

Ziele

  • Ermöglicht wird mit dem Arbeitsmarktbüro eine rechtskreisübergreifende Beratung und Vermittlung sowohl für Flüchtlinge mit einer Aufenthaltsgestattung oder Duldung, wie auch für anerkannte Flüchtlinge.
  • Ziel ist es, mit Hilfe des Arbeitsmarktbüros den Integrationsprozess von Flüchtlingen in den Arbeits-und Ausbildungsmarkt zu beschleunigen. Niemand soll sich bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz im Behördendickicht verlieren. Durch das gemeinsame Büro sollen sich überschneidende Projekte und Qualifizierungen vermieden werden.
  • Vorrangiges Ziel bei jedem Flüchtling sollte es zunächst sein, diesem die Kenntnis der deutschen Sprache als Schlüsselqualifikation für die Jobsuche näherzubringen.

Umsetzung

  • Das Büro befindet sich im Kreishaus Dietzenbach mit insgesamt vier Mitarbeiter/innen und bildet dort gemeinsam mit der Ausländerbehörde und dem Sozialamt eine erste Anlaufstelle für Flüchtlinge.
  • Eingegliedert wurde zudem ein Profiling-Büro für Asylbewerber/innen mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit.
  • Die Mitarbeiter/innen des Arbeitsmarktbüros sind Fachleute aus der Arbeitsagentur und dem Jobcenter mit Sprachkenntnissen in Persisch, Arabisch, Englisch und Französisch.
  • Das Netzwerk wurde mittlerweile von ausschließlich hauptamtlichen Flüchtlingshelfern auch auf ehrenamtliche Flüchtlingshelfer erweitert. Desweiteren wird konstant mit allen erforderlichen Behörden, Schulen, Trägern etc kooperiert.
  • Kreis und Arbeitsagentur haben sich darauf verständigt, alle Maßnahmen, die nach SGB III begonnen wurden, auch bei einem Rechtskreiswechsel der Teilnehmer in das SGB II bis zu deren Abschluss zu finanzieren.
  • Das Arbeitsmarktbüro und der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur bieten seit Februar 2016 unter dem Motto „Mitarbeiter ohne Grenzen" eine Reihe von Veranstaltungen rund um das Thema Beschäftigung von Flüchtlingen an. Dabei geht es in erster Linie um die Menschen, die voraussichtlich in Deutschland bleiben können. Dabei erfahren Arbeitgeber, was bei der Arbeits- und Ausbildungsaufnahme oder bei Praktika zu beachten ist.

Erfolge

  • Zwischenzeitlich wurden bereits über 100 Personen in Arbeit vermittelt.
  • Für das Jahr 2017 ist es geplant 150 Teilnehmer in Sprachkurse für Erwachsene zu bringen, sowie 24 Teilnehmer in Kurse für Jugendliche bis 24 Jahren.
  • Erweiterung des Netzwerks auf ehrenamtliche Flüchtlingshelfer.
  • Das Projekt „Arbeitsmarktbüro" wird mittlerweile bundesweit in fast allen Bezirken der Agenturen für Arbeit angewandt.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Offenbach, LKHessen

Bevölkerung 2015

347.357

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

4,9

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