Langen - Der Elternservice

Individuelle und bedarfsgerechte Kinderbetreuung: Der Elternservice unterstützt und berät Eltern, vermittelt Betreuungspersonen, bietet Räumlichkeiten und eigene Kindergruppen an und vieles mehr. So werden jährlich für 200 bis 300 Eltern individuelle Betreuungslösungen realisiert.

Ausgangslage

  • Langen liegt mitten im Rhein-Main-Gebiet. Hier entstanden neue Gewerbegebiete und damit Arbeitsplätze, die den Zuzug von jungen Familien förderten. Der Kinderbetreuungsbedarf ist dementsprechend groß.
  • In der Gründungsphase des Elternservice bzw. dessen Trägerverein Mütterzentrum Langen e. V. fehlten überall Betreuungsplätze - vor allem flexible, an den Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern angepasste Angebote.
  • Der Träger des Elternservice, der Verein Mütterzentrum Langen e. V., ist bereits seit 1986 Anlauf- und Kontaktstelle für Mütter, Frauen und Familien. Nach dem Motto „von Müttern für Mütter" sind zahlreiche Selbsthilfeprojekte und -initiativen entstanden, u. a. auch eine Babysitterkartei, die zunächst ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern geführt wurde.
  • Die stark wachsende Nachfrage erwerbstätiger Mütter und Wiedereinsteigerinnen nach verlässlicher und flexibler Kinderbetreuung konnte alleine mit Babysittern nicht gedeckt werden. Die ersten Tagesmütter wurden in die Kartei aufgenommen und an Betreuung suchende Eltern vermittelt. Es zeigte sich, dass der damit verbundene Beratungsbedarf seitens der Tagesmütter und Eltern jedoch nicht mehr wie zuvor in rein ehrenamtlicher Arbeit „zwischendurch" zu leisten war.

Ziele

  • Schaffung von maßgeschneiderten Unterstützungs- und Entlastungsangeboten der Familien durch:
    • Qualitative und quantitative Verbesserung der Kinderbetreuung vor Ort durch Organisation individueller, bedarfsgerechter Betreuungslösungen.
    • Hilfe für Familien in Notsituationen.
  • Verbesserung des familienfreundlichen Klimas in Langen.

Umsetzung

  • Der Elternservice ist ein professionell arbeitendes Non-Profit-Dienstleistungsunternehmen, das flexibel auf wechselnde Bedarfslagen von Familien reagieren kann und „Qualifizierte Dienste rund um die Familie" bietet.
  • Das Konzept wurde von einer Unternehmensberatungsfirma im Rahmen eines Existenzgründungsprojektes auf seine Umsetzbarkeit und Tragfähigkeit überprüft.
  • Der Elternservice ist gemeinsam mit dem Trägerverein und dem Verein Seniorenhilfe Langen e. V. im Zentrum für Jung und Alt angesiedelt. So können Senioren z. B. als Babysitter oder Betreuungs-Omas und -Opas, besser in die Kinderbetreuung integriert werden.
  • Es werden nur Menschen vermittelt, die den Mitarbeitern persönlich bekannt und geprüft sind und die mit dem Elternservice zum Wohle des Kindes zusammenarbeiten.
  • Es wurden eine eigene Kinderkrippe eingerichtet und eine offene Kinderbetreuung im ZenJA organisiert. Außerdem wird der Raum für ein vielfältiges Gesundheits-, Spiel- und Bewegungsprogramm für Eltern-Kind-Gruppen, für Tagesmütter und Tageskinder und die Krippenkinder des Taki-Hauses genutzt.
  • Eltern und Tagesmütter aus Langen können Vermittlungsleistungen und Qualifizierungen kostenfrei in Anspruch nehmen.
  • Mit der Grundqualifizierung für Kindertagespflegepersonen wurde inzwischen die Kreis-Volkshochschule beauftragt. Der Elternservice konzentriert sich seitdem auf betreuungsbegleitende Aufbauqualifizierungen.
  • Durch die Anstellung zweier Tagespflegepersonen, können weitere 10 Plätze vorgehalten werden.
  • Das KiWo-Modell ermöglicht es qualifizierten Tagespflegepersonen, die in ihrem häuslichen Umfeld nicht genügend Platz zur Verfügung haben, ihre Tätigkeit auszuüben und eine Kleingruppe von fünf Kindern zu begleiten.
  • Durch den Familienpflegedienst erhalten Mütter/Väter, die durch Erkrankung, Überlastung oder andere familiäre Krisensituationen Unterstützung bei der Betreuung und Versorgung ihrer Kinder benötigen, Hilfe. Der Pflegedienst arbeitet eng mit Krankenkassen und anderen Kostenträgern zusammen.
  • Das Kooperationsnetzwerk im Bereich Kindertagespflege umfasst den Bundesverband für Kindertagespflege e. V., das Hessische Kindertagespflegebüro sowie das Netzwerk Kindertagespflege im Kreis Offenbach. Außerdem arbeitet der Elternservice Langen im Arbeitskreis der Familienpflegedienste Hessen und im Netzwerk Frühe Hilfen mit.
  • Die Kindertagespflege wird vom Land Hessen und der Stadt Langen gefördert.
  • Das ZenJA Mehrgenerationenhaus ist im Bundesaktionsprogramm des Familienministeriums. Der Elternservice ist Teil des MGH Langen.
  • Der Elternservice ist als Maßnahmenträger des Bundesverbands für Kindertagespflege anerkannt.

Erfolge

  • Es werden jährlich für 200 bis 300 Eltern individuelle Betreuungslösungen organisiert.
  • 2016 wurden 65 Kinder in Kindertagespflege vermittelt und für 188 Kinder wurden alternative Betreuungen organisiert (z. B. Familienpflege, Notmütterdienst, Babysitter, wellcome-Engel, Leih-Großeltern).
  • Der Elternservice erhöhte die Platzzahl der hauseigenen Kinderkrippe von 12 auf 20, so dass mit dem Kindertagespflegeprojekt KiWo insgesamt 30 Betreuungsplätze in direkter Trägerschaft bereitgestellt werden können.
  • Seit drei Jahren ist der Elternservice zusätzlich zu den Städten Langen und Dreieich auch für die Kommune Egelsbach tätig.
  • Im Rahmen des Bundesaktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser wurde das Langener Mehrgenerationenhaus 2007 aufgrund der Erfahrung und Kompetenz des Elternservice-Teams in Sachen Kinderbetreuung als „Leuchtturmhaus" ausgewählt.
  • In 2010 war der Elternservice Standort des bundesweit beachteten Projekts „wellcome – Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt".
  • Für das Konzept interessieren sich nationale und internationale Besuchergruppen. Im letzten Jahr war eine Delegation aus Südkorea zu Gast, die sich über die Betreuungslandschaft in Hessen und das Elternservice-Konzept informierte.

Kontakt

Monika Maier-Luchmann

Zentrum für Jung und Alt
Zimmerstr. 3
63225 Langen
Telefon: 06103 - 23 033

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Langen (Hessen)Hessen

Demographietyp

Prosperierende Kommunen im Umfeld dynamischer Wirtschaftszentren

Bevölkerung 2015

37.026

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

8,2

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