Langen - Der Elternservice

Der Elternservice in Langen hat sich zum Ziel gesetzt, die Kinderbetreuung vor Ort qualitativ und quantitativ zu verbessern. Mit individuellen und bedarfsgerechten Angeboten werden Familien unterstützt und Beratung, Information, Vermittlung und Fortbildung angeboten.

Ausgangslage

  • Langen liegt mitten im Rhein-Main-Gebiet. Hier entstanden in den letzten Jahren neue Gewerbegebiete und damit Arbeitsplätze, neue Wohn- und Baugebiete wurden ausgewiesen, die den Zuzug von Arbeitnehmern und jungen Familien ebenfalls förderten. Der Kinderbetreuungsbedarf ist dementsprechend groß.
  • Langen ist eine familienfreundliche Kommune, die heute ein vergleichsweise engmaschiges Netz an Betreuungsangeboten für Kinder aller Altersklassen bereithält. In der Gründungsphase des Elternservice bzw. dessen Trägerverein Mütterzentrum Langen e. V. war dies noch nicht der Fall. Es fehlten überall Betreuungsplätze, vor allem flexible, an den Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern angepasste Angebote.
  • Der Mangel an Fachkräften und der nicht nachlassende Zuzug von Familien führte dazu, dass noch immer sehr viele Kinder unter drei Jahren keine Betreuungsplätze in Aussicht haben.

Ziele

  • Schaffung von maßgeschneiderten Unterstützungs- und Entlastungsangeboten der Familien durch:
    • Qualitative und quantitative Verbesserung der Kinderbetreuung vor Ort durch Organisation individueller, bedarfsgerechter Betreuungslösungen.
    • Hilfe für Familien in Notsituationen.
  • Verbesserung des familienfreundlichen Klimas in Langen.

Umsetzung

  • Der Träger des Elternservice, der Verein Mütterzentrum Langen e. V., ist seit 1986 Anlauf- und Kontaktstelle für Mütter, Frauen und Familien. Nach dem Motto „von Müttern für Mütter" sind zahlreiche Selbsthilfeprojekte und -initiativen entstanden, u. a. auch eine Babysitterkartei, die zunächst ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern geführt wurde.
  • Die stark wachsende Nachfrage erwerbstätiger Mütter und Wiedereinsteigerinnen nach verlässlicher und flexibler Kinderbetreuung konnte alleine mit Babysittern nicht gedeckt werden. Die ersten Tagesmütter wurden in die Kartei aufgenommen und an Betreuung suchende Eltern vermittelt. Es zeigte sich, dass der damit verbundene Beratungsbedarf seitens der Tagesmütter und Eltern jedoch nicht mehr wie zuvor in rein ehrenamtlicher Arbeit „zwischendurch" zu leisten war. Um den berechtigten Ansprüchen der Nutzer nach qualifizierter Beratung, Vermittlung und Begleitung gerecht werden zu können, wurde deshalb 1996 der Elternservice gegründet. Ein professionell arbeitendes Non-Profit-Dienstleistungsunternehmen entstand, das flexibel auf wechselnde Bedarfslagen von Familien reagieren kann und „Qualifizierte Dienste rund um die Familie" bietet. Aus dem Selbsthilfeprojekt wurde ein Dienstleistungsprojekt.
  • Die Umsetzung sollte professionell verlaufen, so dass das Konzept von einer Unternehmensberatungsfirma im Rahmen eines Existenzgründungsprojektes auf seine Umsetzbarkeit und Tragfähigkeit überprüft wurde. Nach konkreter Konzeptionierung und Genehmigung wurden erste Räume angemietet und feste Öffnungs- und Beratungszeiten eingerichtet.
  • Wichtig war und ist die hohe Qualität der Angebote. Eltern und Betreuer können darauf vertrauen, dass nur Menschen vermittelt werden, die den Mitarbeitern persönlich bekannt und geprüft sind und die mit dem Elternservice zum Wohle des Kindes zusammenarbeiten.
  • Das Kooperationsnetzwerk im Bereich Kindertagespflege umfasst den Bundesverband für Kindertagespflege e. V., das Hessische Kindertagespflegebüro sowie das Netzwerk Kindertagespflege im Kreis Offenbach. Außerdem arbeitet der Elternservice Langen im Arbeitskreis der Familienpflegedienste Hessen und im Netzwerk Frühe Hilfen mit.
  • 2001 wurde ein Familienpflegedienst gegründet, der sich zu einem wichtigen Bestandteil des Leistungsangebotes entwickelte. Mütter/Väter, die durch Erkrankung, Überlastung oder andere familiäre Krisensituationen Unterstützung bei der Betreuung und Versorgung ihrer Kinder benötigen, erhalten hier Hilfe. Der Pflegedienst arbeitet eng mit Krankenkassen und anderen Kostenträgern zusammen.
  • Im Mai 2006 zog der Elternservice gemeinsam mit dem Trägerverein und dem Verein Seniorenhilfe Langen e. V. unter ein Dach in das neu erbaute Zentrum für Jung und Alt. Dadurch konnten eine eigene Kinderkrippe eingerichtet und offene Kinderbetreuung im ZenJA organisiert werden. So können Senioren z. B. als Babysitter oder Betreuungs-Omas und -Opas, besser in die Kinderbetreuung integriert werden. Die Kindertagespflege wird vom Land Hessen und der Stadt Langen gefördert.
  • Seit Dezember 2006 ist das ZenJA Mehrgenerationenhaus im Bundesaktionsprogramm des Familienministeriums. Der Elternservice ist Teil des MGH Langen.
  • In 2007 erklärte sich die Stadt Langen bereit, den städtischen Zuschuss zu erhöhen, sodass Eltern und Tagesmütter aus Langen entsprechende Vermittlungsleistungen und Qualifizierungen kostenfrei in Anspruch nehmen können.
  • In 2008 wurde das Haus um 200 m² erweitert. Der geschaffene Raum wird seitdem genutzt für ein vielfältiges Gesundheits-, Spiel- und Bewegungsprogramm für Eltern-Kind-Gruppen, für Tagesmütter und Tageskinder und die Krippenkinder des Taki-Hauses.
  • In 2009 wurde der Elternservice als Maßnahmenträger des Bundesverbands für Kindertagespflege anerkannt.
  • Mit der Grundqualifizierungen für Kindertagespflegepersonen wurde seitens des Jugendhilfeträgers vor vier Jahren die Kreis-Volkshochschule beauftragt. Der Elternservice konzentriert sich seitdem auf betreuungsbegleitende Aufbauqualifizierungen.
  • Durch die Anstellung zweier Tagespflegepersonen, die in einem angemieteten Wohnhaus (Kinderwohnung Langen) jeweils eine Kindergruppe betreuen, können weitere 10 Plätze vorgehalten werden. Durch das KiWo-Modell wird es qualifizierten Tagespflegepersonen, die in ihrem häuslichen Umfeld nicht genügend Platz zur Verfügung haben, ermöglicht, ihre Tätigkeit auszuüben und eine Kleingruppe von fünf Kindern zu begleiten.

Erfolge

  • Es werden jährlich für 200 bis 300 Eltern individuelle Betreuungslösungen organisiert.
  • 2016 wurden 65 Kinder in Kindertagespflege vermittelt und für 188 Kinder wurden alternative Betreuungen organisiert (z. B. Familienpflege, Notmütterdienst, Babysitter, wellcome-Engel, Leih-Großeltern).
  • Der Elternservice erhöhte die Platzzahl der hauseigenen Kinderkrippe von 12 auf 20, so dass mit dem Kindertagespflegeprojekt KiWo insgesamt 30 Betreuungsplätze in direkter Trägerschaft bereitgestellt werden können.
  • Seit drei Jahren ist der Elternservice zusätzlich zu den Städten Langen und Dreieich auch für die Kommune Egelsbach tätig.
  • Im Rahmen des Bundesaktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser wurde das Langener Mehrgenerationenhaus 2007 aufgrund der Erfahrung und Kompetenz des Elternservice-Teams in Sachen Kinderbetreuung als „Leuchtturmhaus" ausgewählt.
  • In 2010 war der Elternservice Standort des bundesweit beachteten Projekts „wellcome – Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt".
  • Für das Konzept interessieren sich nationale und internationale Besuchergruppen. Im letzten Jahr war eine Delegation aus Südkorea zu Gast, die sich über die Betreuungslandschaft in Hessen und das Elternservice-Konzept informierte.

Kontakt

Monika Maier-Luchmann

Zentrum für Jung und Alt
Zimmerstr. 3
63225 Langen
Telefon: 06103 - 23 033

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Langen (Hessen)Hessen

Demographietyp

Prosperierende Kommunen im Umfeld dynamischer Wirtschaftszentren

Bevölkerung 2015

37.026

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

8,2

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!