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Minden - Das Neue Wir – Konvent zur Stadtgesellschaft im Wandel

„Wir nehmen Integration in die Hand": Das Stadttheater Minden organisierte ein dreitägiges kulturelles Programm für Alt-Mindener und Neu-Mindener. Mit Hilfe partizipativer, kultureller Angebote wurde den Bürgern die Möglichkeit geboten, ihre Stadt mitzugestalten, neue Wege der Kommunikation zu erproben und Kulturen miteinander bekannt zu machen. 

Ausgangslage

  • In Minden leben knapp 84.000 Einwohner und Einwohnerinnen aus 122 Nationen.
  • Mehr als 1500 Geflüchtete sind 2015 und 2016 nach Minden gekommen.
  • Es gibt in Minden ein großes bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement für die Asylsuchenden (Deutschunterricht, Förderung von Schulkindern, Kultur-, Sport- und Bildungsangebote), welches seit knapp zwei Jahren größtenteils aus dem städtischen Spendenkonto finanziert wird.
  • Auch schlossen sich alle Social Clubs in Minden als „Flüchtlingspartner" zusammen und unterstützten insbesondere die individuelle Sprachförderung der Neu-Zugewanderten finanziell.
  • Vor diesem Hintergrund entstanden die Fragen: „Was kann Kultur als Motor zur Integration und Teilhabe beitragen?" und „Was kann ein Bespieltheater tun, um den gesamtgesellschaftlichen Wandel aktiv zu begleiten?"

Ziele

  • Ziele des Konvents:
    • Ängste abbauen und Chancen einer sich verändernden Stadtgesellschaft aufzeigen
    • aufmerksam machen, auf das was bereits gut läuft, und ganz konkrete Hilfestellungen und Maßnahmen initiieren
  • Veränderung soll als positiver Prozess an die Bevölkerung kommuniziert werden - mit dem Signal: Wir laufen aktuellen Entwicklungen nicht hinterher, sondern nehmen Integration in die Hand und gestalten aktiv - mit unseren Bürgerinnen und Bürgern.

Umsetzung

  • Formulierung eines Status quo („Da stehen wir jetzt"), einer Vision („Da wollen wir hin") und einer Strategie („Dafür brauchen wir")
  • Es wurde eine gesamtstädtische Planungsgruppe unter der Federführung der Beigeordneten des Geschäftskreises Bildung, Kultur, Sport und Freizeit und der Intendantin des Stadttheaters Minden eingesetzt.
  • Durchführung eines Bürgerpanels: Dazu wurden gezielt acht Bürger angesprochen. Zuvor sind bestimmte Profile – wie jung, ehrenamtlich engagiert, weiblich oder männlich, berufstätig und Familie – erstellt worden. Mehrere Bürger wurden gefragt, ob sie sich zwei Tage lang an der Planung eines Konvents beteiligen.
  • Das Stadttheater bot mit dem Konvent einen großen Rahmen, eine Ideenschmiede zur aktiven Beteiligung am Stadtgeschehen.
  • Der Konvent bot die Chance, „Alte und Neue Mindener" einzubeziehen und etwas mit Menschen für Menschen im Medium der Kultur zu planen und zu realisieren.
  • Dazu wurden möglichst viele Mindener Bürgerinnen und Bürger aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen für die „aktive Mitwirkung" gewonnen.
  • Es wurden Kontakte hergestellt, den Ansprechpartnern „Gesichter verliehen", Transparenz geschaffen (An wen wende ich mich mit welchem Anliegen?) und somit eine Plattform für private Initiativen, Firmen, Vereine, die Stadt mit ihren Fachbereichen etc. geboten.
  • Auf einem „Markt der Kulturen" wurden vielfältige Kulturaktivitäten angeboten. So wurde ein intensiver Austausch zwischen allen Menschen initiiert, denen die Themen Inklusion, Diversität, Migration und Stadtgesellschaft im Wandel wichtig sind.
  • Der Konvent war für die Teilnehmer kostenfrei und es gab einen speziell für die Veranstaltung eingerichteten ÖPNV. So war der freie Zugang für jeden Interessierten sichergestellt.
  • Dolmetscher waren während des Konvents vor Ort. Das Programm in Kurzfassung:
  • 1.Tag (Freitag, 18 bis ca. 24 Uhr)
    • Weltcafé mit Urban Culture: z.B. Poetry-Slam, Weltmusik, Videoanimationen und DJ-Set
  • 2. Tag (Samstag, 16 Uhr bis ca. 24 Uhr)
    • Eröffnung „Markt der Möglichkeiten"
    • Theaterpremiere zum Thema
    • Premierenparty
  • 3. Tag (Sonntag, 10 bis 15 Uhr)
    • „Markt der Möglichkeiten" mit rund 30 Aussteller*innen aus Minden zu den Themen: Kultur & Sport, Erziehung & Bildung, Ehrenamt & Integration, Generationen & Wohnen
    • Praktikumsbörse für junge Geflüchtete: Die städtische Wirtschaftsförderin hatte die 40 Praktikumsplätze in verschiedenen Unternehmen im Vorfeld organisiert.
    • moderierte Stammtische zu aktuellen Themen und Speed-Datings
    • Open-Stage
    • Suche-Biete-Börse
    • Stadtführungen „Ich zeige Dir meine Stadt" und „ParQR" = iPad-Stadttouren
    • internationale Kurzfilme für Kinder
    • Spielzimmer „Baut das neue Minden" mit Mindcraft Consolen
    • Fotoausstellung „Alte Heimat/Neue Heimat" u.v.m. 
    • Kochzelt mit Schnippelparty – Wir kochen und essen gemeinsam! Jeder kann was Leckeres für das Büfett mitbringen.
    • Ausklang im TiC-Café mit Abschlussrunde
  • Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Kultursekretariat NRW Gütersloh und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Erfolge

  • Signalwirkung des Projektes: Minden ist bunt. Ungefähr 2.500 Menschen – mit und ohne Migrationshintergrund – kamen vom 10. bis 12. Februar ins Theater.
  • Eine breite Vernetzung von Akteuren der gesamtstädtischen, kulturellen, wirtschaftlichen, kirchlichen und ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder, sowie Vereinen, Bildungsträgern, etc. wurde erreicht.
  • Neue Kooperationen sind entstanden.
  • Die Planung von Folgeveranstaltungen und von neuen Formaten erfolgte.
  • Das Theaterprojekt „Blick nach vorn" wurde zu den Berliner Festspielen 2017 eingeladen.

Kontakt

Viola Schneider

Theaterpädagogin
Stadttheater Minden
Tonhallenstraße 3
32423 Minden

Andrea Krauledat

Intendantin
Stadttheater Minden
Tonhallenstraße 3
32423 Minden
Telefon: 0571 8283911

Regina-Dolores Stieler-Hinz

Beigeordnete für die Bereiche Bildung, Kultur, Sport und Freizeit
Stadt Minden
Telefon: 0571 89-437

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Minden (MI)Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stabile Mittelstädte

Bevölkerung 2015

81.598

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-4,5

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