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Moers - Hackday Niederrhein

Mit dem Hackday Niederrhein wurden lokale Open-Data-Interessierte in Moers identifiziert und aktiviert. Daraus entstand eine neue Open-Data-Community, in der Bürger und Verwaltung zusammenarbeiten. Ein neuer Aspekt beim Hackday Niederrhein ist die Gendersensibilität: Es werden mittlerweile gezielt Frauen und Mädchen eingeladen und man forscht zur Einbindung dieser Zielgruppe.

Ausgangslage

  • Als eine der ersten Kommunen in Deutschland begann die Stadt Moers im Februar 2013 offene Daten zu veröffentlichen.
  • Dabei wurde von Anfang an der enge Austausch mit der Community gesucht und gepflegt. Anfangs gab es in erster Linie intensive Kontakte zu Coderinnen und Codern aus ganz Deutschland, weniger jedoch aus Moers und der Region.
  • Es war unbekannt, wie viele Akteure es in Moers gibt, die sich für Open Data interessieren.
  • Wichtig für die Entwicklung der Idee, in Moers einen Hackday zu veranstalten, waren vergleichbare Aktivitäten in Städten wie z.B. Köln und die Veranstaltungen der Open Knowledge Foundation.

Ziele

  • Der erste Hackday diente dazu, die lokale und regionale „Szene" zu identifizieren und kennenzulernen.
  • Zudem war es das Ziel, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Mitarbeitende der Verwaltung sowie auch Politikerinnen und Politiker über das Open Data-Projekt zu informieren.
  • Übergeordnete Zielsetzungen entwickelten sich nach der ersten Veranstaltung. Dazu zählen insbesondere:
    • der Aufbau einer nachhaltig wirkenden und agierenden lokalen/regionalen Community,
    • die gezielte Förderung von Frauen, die bei Veranstaltungen dieser Art extrem unterrepräsentiert sind,
    • die Ansprache von Kindern und Jugendlichen,
    • die Initialisierung eines Diskurses über verschiedene Facetten des Themas Open Data
    • die Schaffung eines innovativen Leuchtturms im Kontext des digitalen Wandels, der die Stadtgesellschaft an vielen Stellen berührt.

Umsetzung

  • Zunächst gab es einen Austausch mit den Kollegen aus Köln, die bereits Erfahrungen mit Hackdays gesammelt hatten. Darüber hinaus war bei der Konzeptionierung der ersten Veranstaltung ein Vertreter der Community eng involviert.
  • Als symbolträchtiger Ort für den Hackday wurde der Ratssaal als Zeichen von Offenheit und Transparenz gewählt und für die Veranstaltung mit Freifunk ausgestattet.
  • Es gibt immer drei Vorträge zum Thema Open Data bzw. artverwandten Themen.
  • Um neue Zielgruppen heranzuführen, werden seit dem 2. Hackday Workshops angeboten. Themenbereiche sind zum Beispiel:
    • Code Workshop für Frauen und Mädchen ab der 10. Klasse
    • Civic Tech: Bürgerinnen und Bürger werden selbst zu Datenbereitstellenden.
    • Code Workshop für Einsteigerinnen und Einsteiger ab 12 Jahren
  • Am Vorabend der Wochenendveranstaltung gibt es einen öffentlichen Talk mit Expertinnen und Experten zu speziellen Themen, wie Open Data und Wirtschaft oder Medienkompetenz.
  • Es werden immer zwei bis drei erfahrene Coderinnen und Coder aus ganz Deutschland eingeladen, die insbesondere den Codernachwuchs gut anleiten können.
  • In 2017 wurden erstmals gezielt Coderinnen eingeladen, zum Hackday zu kommen. Deren Reisekosten wurden dabei übernommen, sodass eine potentielle Hürde für deren Teilnahme wegfiel.
  • Es wurde gezielt Werbung an Schulen gemacht, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.
  • Konzeptionell und organisatorisch waren einbezogen: Freifunk Initiative Moers, Code for Niederrhein, Hochschule Rhein-Waal, andere Labs der Initiative Code for Germany, Bertelsmann Stiftung
  • Der Hackday wird finanziell u.a. von der Bertelsmann Stiftung unterstützt.
  • In 2017 wurde ein Code-Workshop für Frauen und Mädchen durch das Referat Digitale Gesellschaft, Medienkompetenz in der Staatskanzlei NRW finanziert.

Erfolge

  • Die Resonanz des ersten Hackday war mit rund 50 Teilnehmenden bereits ein Erfolg.
  • Die Teilnehmerzahl ist inzwischen auf über 80 angewachsen.
  • Sowohl der Frauenanteil als auch die Zahl der beteiligten Kinder und Jugendlichen konnten kontinuierlich gesteigert werden.
  • Die lokalen Medien berichten ausführlich über die Veranstaltungen, wodurch die Aufmerksamkeit in der Stadtgesellschaft für den Event wie auch für das Thema Open Data deutlich gestiegen ist.
  • Gründung des regionalen Entwickler-Labs Code for Niederrhein beim 2. Hackday: Das Lab trifft sich inzwischen monatlich, um sich über Open Data auszutauschen, kurze Schulungen zu organisieren und Anwendungen zu entwickeln.
  • Es entstanden interessante Anwendungen und Datenvisualisierungen während der Hackdays, die u.a. auch den Mitarbeitenden der Verwaltung aufzeigen, was aus den Daten des eigenen Verantwortungsbereiches entstehen kann.
  • Zu den Genderaspekten IT-naher Veranstaltungen wie z.B. Hackdays ist auf Basis der Moerser Erfahrungen inzwischen eine Bachelorarbeit geschrieben worden, die demnächst unter einer freien Lizenz veröffentlicht wird.

Kontakt

Claus Arndt

Leiter der Stabsstelle Zentrales E-Government
Stadt Moers
Rathausplatz 1
47445 Moers
Telefon: 02841/201-290

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

MoersNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2015

104.529

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-7,2

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