Mönchengladbach – HOME – Hilfe und Orientierung für Mönchengladbacher Eltern

Vorbeugung anstelle späterer kostenintensiver Nachsorge: In Mönchengladbach wirkt laufende Präventionsarbeit in den Projekten HOME und HOME-PLUS frühzeitig möglichen Folgen der Belastungssituation sozial benachteiligter Familien entgegen.

Ausgangslage

  • Viele Eltern haben Probleme damit, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit sich ihre Kinder optimal entwickeln können. Problematische Lebensbedingungen sind z. B. Beziehungsprobleme, Trennung, mangelnde finanzielle Ressourcen oder Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Zu Projektbeginn: In Mönchengladbach äußerte sich die angespannte wirtschaftliche Lage in einer hohen Arbeitslosenquote (15,1 Prozent) und einem hohen Anteil an von Armut betroffenen Kindern (29,7 Prozent). Die SGB-II-Quote lag bei 17,6 Prozent (alle Zahlen von 2012). 
  • Gerade bei kleinen Kindern kann sich die problematische Lebensbedingung ihrer Eltern gravierend negativ auf die kognitive und emotionale Entwicklung auswirken
  • Die Kosten für die „Hilfen zur Erziehung"(staatliche Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für Familien mit Kindern) in Mönchengladbach stiegen ständig an.
  • Die Stadt Mönchengladbach ist eine der 40 teilnehmenden Kommunen am Vorhaben „Kein Kind zurücklassen!" für ganz Nordrhein-Westfalen.

Ziele

  • Mönchengladbach verfolgt mit dem HOME-Projekt das Ziel, Familien in schwierigen Lebenslagen mit Kindern bis zu zehn Jahren besonders zu unterstützen.
  • Durch diese präventiven Maßnahmen soll sich nicht nur die Lage der Familien verbessern, sondern auch weniger „Hilfen zur Erziehung" nötig werden.

Umsetzung

  • HOME ist die Abkürzung für Hilfe und Orientierung für Mönchengladbacher Eltern.
  • Das Projekt gibt es seit 2010 in den Stadtteilen Mülfort und Eicken und seit 2014 auch in der Innenstadt Rheydt. Es ist der Abteilung „Jugendpflege und Prävention" des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie angebunden.
  • Insgesamt gibt es 27 HOME-Partnereinrichtungen zu denen Kindertagesstätten, Familienzentren und Grundschulen mit fest zugeordneten „HOME-Partnern" gehören.
  • Die „HOME-Partner" suchen regelmäßig ihre Partnereinrichtungen auf, z. B. in Form fester Präsenzzeiten in der Bring- und Abholzeit der Kinder. Ihr Aufgabengebiet umfasst darüber hinaus individuelle Beratungen an flexiblen Orten, z. B. zur Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen und/oder bei der Erstellung von Bewerbungen. Das Besondere ist, dass Mitarbeiter aus dem Jugendamt in Einrichtungen beraten, in denen sie nicht als solche wahrgenommen werden. Eltern aus belasteten Familien stehen dem Jugendamt oft negativ gegenüber. 
  • Es wird u. a. das von den kommunalen Integrationszentren NRW bereitgestellte Programm zur Sprach- und Elternbildung „Rucksack" angeboten. „Rucksack" versorgt die Eltern mit Ideen, wie sie ihr Kind spielerisch fördern und auf die Grundschule vorbereiten können.
  • Außerdem werden U3-Kinder ohne aktuellen Betreuungsplatz auf Kosten des HOME-Projektes betreut, während deren Mütter Bildungsangebote im Stadtteil, wie z. B. einen Deutschkurs, besuchen.
  • U. a. bietet Mönchengladbach Betreuungsplätze in sogenannten LENA-Gruppen ab einem Alter von 6 Monaten an. Hinter der Abkürzung LENA verbirgt sich „Lernen und Erziehen nutzt allen". Diese Tagespflegestützpunkte für Kinder unter drei Jahren sind in Wohnungen untergebracht, die sich in der Nähe einer Kindertagesstätte befinden und an diese angebunden sind. Die Infrastruktur der Kitas, wie z. B. Turnhalle und Außengelände, kann mitbenutzt werden. Die Kinder werden in adäquaten Räumlichkeiten betreut, ohne dass Kosten für Neubauten entstehen, und wenn sie dann mit drei Jahren in die Kita wechseln, ist ihnen diese durch die regelmäßigen Besuche dort bereits vertraut.
  • Seit 2015 gibt es in 4 der 6 HOME-Grundschulen das auf HOME konzeptionell aufbauende präventive Projekt „HOME-PLUS – Bildungsförderung an Grundschulen". Dieses von der Wübben Stiftung geförderte Projekt zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler ihren Potentialen entsprechend zu fördern und ihnen einen bruchlosen Übergang von der Grund- auf die weiterführende Schule zu ermöglichen. Dazu werden Eltern in ihrer Rolle als Bildungsbegleiter gestärkt und verschiedene Institutionen im Sozialraum miteinander vernetzt, sodass eine lückenlose Förderkette entsteht

Erfolge

  • Der regelmäßige persönliche Kontakt der Fachkräfte des HOME-Projektes in Regeleinrichtungen im Stadtteil der Familien macht es Eltern leichter, sich professionell beraten zu lassen und Hilfsangebote anzunehmen.
  • Inzwischen nehmen in Mönchengladbach ungefähr 72 Mütter am Programm „Rucksack" teil, neun dieser Gruppen werden derzeit über das HOME-Projekt finanziert.
  • Aktuell gibt es 27 LENA-Gruppen mit insgesamt 242 Kindern.
  • Bis Ende 2015 konnte in bis zu 43 Fällen jährlich durch die prozessorientierte aufsuchende Unterstützungs- und Beratungstätigkeit der Fachkräfte des HOME-Projektes auf Hilfen zur Erziehung verzichtet werden.
  • Das Projekt refinanziert sich durch die erreichten Einsparungen bei den ambulanten Hilfen um deutlich mehr als die Hälfte selbst.

     

     

Kontakt

Annika Ahrens

HOME und HOME-PLUS / Koordinatorin „Kein Kind zurücklassen"
Stadt Mönchengladbach
Aachener Straße 2
41061 Mönchengladbach
Telefon: 02161 / 25 30 32

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

MönchengladbachNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2015

259.996

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-2,6

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