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Mülheim an der Ruhr - Masterplan „Spielen und Bewegen“

 

Generationengerecht, inklusiv und zukunftsorientiert: Der Masterplan „Spielen und Bewegen“ ersetzt die klassische Spielleitplanung in Mülheim an der Ruhr. Frühzeitige und breite Beteiligung bereichert sowohl seinen Erstellungsprozess als auch alle zukünftigen Planungsprozesse in Mülheim.

Ausgangslage

  • Mülheim an der Ruhr ist eine stark überalterte Stadt, geprägt von einem erheblichen Strukturwandel mit großen sozialen und demografischen Verschiebungen im Stadtgebiet.
  • Es gab bereits eine breites Engagement der Stadt für die Belange der Kinder im Stadtraum: die Einrichtung des Spielpädagogischen Dienstes in den 80er Jahren und die Partizipation durch Spielplatzpatenschaften, die Kinderbeteiligung bei der Spielplatzplanung und die Durchführung von Spielplatzfesten.
  • Nach der kartographischen Erfassung der Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt in Mülheim an der Ruhr wurde von den Bezirksvertretungen die Aufstellung eines Spielflächen-Konzeptes für die Stadt gefordert.
  • Im Gleichstellungsausschuss und im Jugendhilfeausschuss wurde zunächst die Beauftragung einer klassischen Spielleitplanung beschlossen, die u.a. die Aspekte ‚behindertengerechte Spielplätze‘ und ‚Mehrgenerationen-Spielplätze‘ berücksichtigen sollte.

Ziele

  • Der Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ hat das Ziel, Mülheim an der Ruhr zu einer lebenswerten Stadt für alle Generationen weiterzuentwickeln.
  • Auszug aus den Zielen des Masterplans:
    • Es sind Orte des Miteinanders aller Generationen in Mülheim zu schaffen.
    • Spielen und Bewegung ist auch außerhalb der klassischen Flächenkategorien zu tolerieren und zu fördern.
    • Die vielfältige Stadtstruktur mit zahlreichen Raumkategorien ist für alle Generationen erlebbar.
    • Neue und alternative Spiel- und Bewegungsangebote und -orte sind zu entwickeln. Hierzu zählen z.B. alternative Spielflächen wie Naturspielräume oderdie Nutzung von Flächen auf Zeit mittels Zwischennutzung.
    • Es sind alltagstaugliche Wegeverbindungen und Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen.
    • Spiel- und Bewegungsräume sind im System zu betrachten und zu entwickeln.

Umsetzung

  • Eine erste inhaltliche Erweiterung zu der klassischen Spielleitplanung wurde vorgenommen, indem nicht nur Spielflächen, sondern alle Freiraumflächen betrachtet wurden.
  • In der Diskussion mit Partnern erweiterten sich außerdem die Betrachtungswinkel unter den Stichworten Inklusion und demografischer Wandel, so dass nun der Titel „Masterplan Spiel- und Bewegungsräume“ über dem Projekt steht.
  • Neben bestehenden Planungen und städtebaulichen Aspekte wurden zusätzlich die Zukunftsaufgaben Mobilität, Klimawandel und Energieeffizienz einbezogen.
  • Die Partner und die Fachbereiche kamen zu einer Auftaktveranstaltung in der Volkshochschule zusammen.
  • Über die Methoden Streifzüge und Stadtteildialoge wurden Einwohner aller Altersgruppen früh in den Prozess eingebunden.
  • An dem Prozess waren seitens der Stadt Mülheim an der Ruhr die folgenden Fachbereiche beteiligt:
    • Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung,
    • Amt für Umweltschutz,
    • Amt für Geodatenmanagement, Vermessung, Kataster und Wohnungsförderung,
    • Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen,
    • Amt für Verkehrswesen und Tiefbau
    • Amt für Kinder, Jugend und Schule
    • Mülheimer SportService
    • ImmobilienService
    • Gesundheitsamt
    • Mülheim & Business GmbH
    • Koordinierungsstelle Integration
    • Stadtteilmanagement Eppinghofen
    • Bildungsnetzwerk Eppinghofen/Styrum
  • Die Steuerung des Prozesses und die Aufstellung des Planwerks wurden an das Büro StadtKinder aus Dortmund übertragen.
  • Das Institut für Stadtplanung und Städtebau (ISS) an der Universität Duisburg-Essen begleitet das Projekt wissenschaftlich. Ein weiterer Partner ist die „plattformernährung und bewegung e.V.“ (peb e.V.) aus Berlin.
  • Darüber hinaus wurden in den Prozess einbezogen:
    • die ehrenamtlichen Spielplatzpaten
    • die Träger von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit
    • die Seniorenverbände
    • das Bündnis für Familie
    • Sportorganisationen
    • Wander- und Bürgervereine
    • Radclubs
    • die Mülheimer Initiative für Klimaschutz
    • Naturschutzverbände
  • Der Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ wird als sonstige städtebauliche Planung gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11 Baugesetzbuch bei der Aufstellung und Änderung von Bebauungsplänen und anderen städtebaulichen Planungen und Konzepten berücksichtigt.
  • Die Finanzierung des Projekts „Masterplan Spielen und Bewegen“ wurde von der Leonhard-Stinnes-Stiftung gesichert.

Erfolge

  • Erste Inhalte des Masterplanes flossen bereits in konkrete Planungen bzw. Projekte ein:
    • Die städtebauliche Konzeption des Bebauungsplanentwurfs U21-Rudolf-Habig-Strasse wurde insoweit geändert, als dass zusätzliche ortsnahe Grün-und Spielflächen geschaffen werden sollen.
    • Ein Straßenübergang an der Aktienstraße wurde umgestaltet um eine Spiel- und Grünfläche für Kinder, Senioren und Gehbehinderte besser erreichbar zu machen.
    • Die Erweiterung und Überarbeitung der Skateanlage an der Südstraße sowie die Herstellung einer Bouleanlage im Witthausbusch konnten durch die Masterplandiskussion und deren Inhalte gefördert werden.
  • Auf der Grundlage des Masterplanes werden derzeit Fördermittel für die Neugestaltung des Anne-Frank-Platzes in Dümpten, die entsprechende Bürgerbeteiligung fand im Frühjahr 2018 statt. Auch für den Dimbeckpark und für die Überplanung des Sportplatzes an der von-der-Tann-Straße wurden Mittel beantragt. Auf dem Sportplatz entsteht noch in diesem Jahr eine multifunktionaleHat es Sport-, Spiel- und Bewegungsfläche für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
  • Nutzerinnen und Nutzer aller Altersgruppen werden in allen Phasen der Planung und Umsetzung sämtlicher Planungsprozesse im Zusammenhang mit dem Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ beteiligt. Dafür werden die bereits entwickelten Beteiligungsstrukturen genutzt.

Kontakt

Wolfgang Mohr

Abteilung Stadtplanung und Stadtentwicklung

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Mülheim an der RuhrNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2016

170.936

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-3,7

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