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München - „Mein Papa kommt“

Wenn getrennte Eltern weit entfernt wohnen: Das bundesweite Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" vermittelt getrennt lebenden Eltern am Wohnort des Kindes kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten und ein pädagogisches Eltern-Coaching.

Ausgangslage

  • Viele Kinder wachsen bei nur einem Elternteil auf, weil ihre Eltern sich getrennt haben.
  • Oftmals wohnt ein Elternteil in einer anderen Stadt. Unsere gesellschaftlichen Strukturen sind nach einer Trennung nicht auf die oft entstehende Multilokalität von Familie eingestellt.
  • Wenn die Wohnverhältnisse es nicht zulassen oder persönliche Gründe dagegensprechen, können die Eltern, die ihr Kind besuchen, nicht beim ehemaligen Partner/bei der ehemaligen Partnerin übernachten.
  • Für viele Eltern sind die dann anfallenden Reise- und Übernachtungskosten eine große finanzielle Belastung, die zusätzlich zum Unterhalt zu leisten sind.
  • Häufig steht außerdem kein geeigneter Raum für ein Treffen mit dem Kind zur Verfügung.

Ziele

  • Das Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" zielt darauf ab, den Kontakt zwischen Kindern und ihren weiter entfernt lebenden Elternteilen trotz großer räumlicher Distanz aufrecht zu erhalten.

Umsetzung

  • Die „Flechtwerk 2+1" gGmbH vermittelt bundesweit kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten bei ehrenamtlichen Gastgebern am Wohnort des Kindes.
  • 90 % der Eltern, die das Angebot in Anspruch nehmen, sind Väter.
  • Flechtwerk 2+1 richtet sich mit dem Programm „Meine Mama kommt" aber auch an Mütter, die von ihren Kindern getrennt leben. Oftmals haben die Eltern monatlich eine Anreise von 500 Kilometern zu bewältigen.
  • Das Besuchsprogramm wird auch von alleinerziehenden Eltern genutzt, die ihr Kind zum weit entfernt lebenden Elternteil begleiten und im Anschluss eine Übernachtungsmöglichkeit benötigen.
  • Außerdem bietet die „Flechtwerk 2+1 gGmbH" Kindern und besuchenden Eltern die Möglichkeit, sich am Wohnort des Kindes in einem geschützten Raum zu treffen – dem „Kinderzimmer auf Zeit".
  • Die kindgerechten Räume bieten pädagogisch wertvolles Spielzeug.
  • Bei Bedarf wird auch ein Raum zur „Umgangsbegleitung" zur Verfügung gestellt.
  • In München stehen drei „Kinderzimmer auf Zeit" zur Verfügung.
  • Das bundesweite „Kinderzimmer auf Zeit"-Netzwerk befindet sich im Aufbau. So gibt es mittlerweile auch zum Beispiel in Berlin, Freiburg, Erlangen und Karlsruhe „Kinderzimmer auf Zeit".
  • Abgerundet wird das Angebot durch ein individuelles Eltern-Coaching, das Eltern und Kindern dabei helfen soll, konstruktiv mit der oftmals als schwierig empfundenen Situation umzugehen.
  • Das Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" wird durch die Auridis Stiftung und Spenden finanziert.
  • Die Eltern zahlen einen Mitgliedsbeitrag von 12 Euro pro Monat. Eltern, die sich diesen Beitrag nicht leisten können, wird ein Antrag auf Erlass angeboten.

Erfolge

  • Bundesweit konnte „Flechtwerk 2+1" mit dem Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" in neun Jahren bereits rund 1000 Eltern und noch mehr Kinder unterstützen. Die meisten Kinder sind zwischen 0 und 6 Jahre alt.
  • Einige Eltern reisen sogar aus dem Ausland an.
  • Das bundesweite Angebot an kostenfreien Übernachtungsplätzen für besuchende Eltern ist inzwischen auf über 1.000 Gastgeber angewachsen. 
  • Das Projekt „Mein Papa kommt" wurde von Bundeskanzlerin Merkel mit dem startsocial-Bundespreis ausgezeichnet. (2012)

Kontakt

FLECHTWERK 2+1 gGmbH

c/o Impact Hub Munichim April 2012
Gotzingerstraße 8
81271 München

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

MünchenBayern

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2017

1.456.039

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

14,1

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