Arnsberg - Integration unter einem Dach

Eines der insgesamt 19 Schlüsselziele der Stadt Arnsberg ist die Integration von Menschen ausländischer Herkunft. Sie hat in einem „Fachdienst Zuwanderung und Integration" die wesentlichen mit Integrationspolitik befassten Akteure und Dienstleistungen zusammengefasst.

Ausgangslage

  • Die Stadt Arnsberg dokumentiert seit 1965 ihre Integrationsarbeit. Wie andere Städte auch, erlebte Arnsberg in diesen Jahren eine starke Zuwanderung der sogenannten Gastarbeiter aus Ländern wie Italien, Griechenland, Spanien und der Türkei.
  • Mit der Veränderung der in Arnsberg ankommenden Zuwanderer seit Anfang der 80er-Jahre erweiterte sich die Zielgruppe der Integrationsarbeit auf Asylbewerber, Flüchtlinge und Spätaussiedler. Ebenso veränderten sich die Schwerpunkte der Arbeit, neue Bereiche wie die Arbeit mit Kindern, Sprachförderung und Betreuungsarbeit kamen dazu.

Ziele

  • Die Stadt Arnsberg hat insgesamt 19 Schlüsselziele/Schwerpunktziele formuliert. Eines dieser Ziele heißt „Menschen ausländischer Herkunft integrieren".
  • Basierend auf dem Schlüsselziel der Stadt wurden in einem Prozess mit breiter Beteiligung unterschiedlicher Gruppen vier Oberziele für die Arbeit des Fachdienstes definiert.
  • Letztlich wurden daraus sechs Handlungsfelder abgeleitet, in denen sich nach Ansicht der Stadt Interventionsmöglichkeiten im Sinne positiver Integrationsarbeit ergeben:
    • Sprache
    • Bildung und Ausbildung
    • Erwerbstätigkeit und Qualifikation
    • Wohnen
    • Soziale Beratung
    • Kultur und Information (Öffentlichkeitsarbeit)

Umsetzung

  • Im Rahmen einer Verwaltungsreform und einer damit einhergehenden Reform der Organisationsstrukturen, wurde der „Fachdienst Zuwanderung und Integration" gebildet. In ihm wurden alle am Thema beteiligten Professionen zusammengefasst. So wirken hier die Bereiche Betreuung und Begleitung von Zuwanderern, soziale und wirtschaftliche Hilfen, Unterbringung, Wohnungsvermittlung, Meldewesen und das klassische Ausländeramt unter einem Dach zusammen.
  • Die Zielgruppen der Integrationsarbeit in Arnsberg sind nicht nur die Neuankommenden oder Zuwanderer mit bereits längerem Aufenthalt, sondern auch explizit die heimische Bevölkerung.
  • Der Fachdienst ist für folgende Themenbereiche zuständig: Integrationsmanagement (hier ist auch die Koordinationsaufgabe angesiedelt), Wohnungsvermittlung, Ausländeramt, Asylbewerberleistungen, Unterbringung, Einbürgerung.
  • Um die einheimische Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und zu erreichen, wird dem Thema Öffentlichkeitsarbeit (Ausstellungen, Vorträge in Schulen, Presseartikel) eine besondere Bedeutung beigemessen.
  • Der Fachdienst dient als zentrale Koordinierungseinheit zum Thema Integration und arbeitet sowohl strategisch als auch operativ. So dienen seine Mitarbeiter z. B. als persönliche Ansprechpartner für Migranten, die in der Stadt ankommen, und unterstützen diese als Integrationsmanager bei allen notwendigen organisatorischen Angelegenheiten während der ersten Monate. Daneben dient der Fachdienst allen in der Stadt im Integrationsbereich tätigen Organisationen als zentraler Ansprechpartner und Mittler zwischen freien Trägern, Selbsthilfe-Initiativen und der Verwaltung (Netzwerkknoten).
  • Die Besonderheit des Arnsberger „Fachdienst für Zuwanderung und Integration" ist die Einbindung des Ausländeramts in den Fachdienst. Dadurch wurde eine stärkere Vernetzung zwischen den eher administrativ ausgerichteten Leistungen und den eher begleitenden Diensten möglich.
  • Der Fachdienst kann bei seiner Arbeit auf das Netzwerk des internationalen Arbeitskreises zurückgreifen, der seit mehr als 30 Jahren in der Stadt ehrenamtlich arbeitet.
  • Beim internationalen Arbeitskreis und anderen Institutionen sind bis zu 50 ehrenamtliche Helfer tätig, die in verschiedenen Projekten (z. B. Sprache) mit der Stadt zusammenarbeiten. Das Engagement wird von der Stadt und durch den Bürgermeister stark gefördert und honoriert.

Erfolge

  • Durch Bildung einer strategischen Steuerungsgruppe auf der Ebene des Verwaltungsvorstandes ist es gelungen, das Thema Integration tatsächlich als Querschnittsaufgabe der Verwaltung zu etablieren.
  • Das ab 2006 eingeführte Monitoring (gemäß KGSt-Empfehlung) bildet die Entwicklungen im Bereich Integration umfassend ab und liefert so die erforderlichen Informationen für die strategische Steuerung.

Kontakt

Peter Josek

Stadt Arnsberg
Heinrich-Lübke-Str. 29
59759 Arnsberg

Weitere Informationen

  • Stadt Arnsberg
  • Dr. Alfred Reichwein (KGST), Stephanie Vogel: „Integrationsarbeit – effektiv organisiert. Ein Handbuch für Kommunen". Erstellt im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familien des Landes Nordrhein-Westfalen. Siehe S. 73 ff.

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Arnsberg Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stark alternde Kommunen

Bevölkerung 2014

73.436

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-10,3

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