Bielefeld - Minimax: Flexible Betreuung schaffen – ein Mehrwert für Familien und Unternehmen

Minimax richtet sich an Unternehmen, deren Mitarbeiter flexible oder atypische Arbeitszeiten haben oder frühzeitig aus der Elternzeit zurückkommen möchten. Die Plätze werden von den einzelnen Betrieben gebucht. Die Eltern zahlen bei Minimax den einkommensabhängigen Elternbeitrag. Die erweiterten Öffnungszeiten werden über die Unternehmerpauschale finanziert.

Ausgangslage

  • Die sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen an Arbeitszeiten und Flexibilität im Beruf stellen Eltern mit Kindern vor neue Herausforderungen.
  • Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, wurde in der im Jahr 2003 eröffneten Kindertagesstätte „Bielefelder Flachsfarm" das anfänglich mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte „Minimax"-Projekt umgesetzt.

Ziele

Folgende Ziele wurden zu Beginn des Projekts im Wesentlichen benannt:

  • Einerseits wurde angestrebt, Personal- und Dienstplanmodelle zu entwickeln, die eine umfangreiche Betreuungs- und Öffnungszeit ermöglichen, ohne dass die Kinder einen ständigen Wechsel des Personals ertragen müssen.
  • Zum anderen sollte ein tragfähiges Finanzierungsmodell entwickelt werden, mit dem die erheblich erhöhten Personalkosten, die durch die erweiterten Öffnungszeiten entstehen, gedeckt werden.

Umsetzung

  • Minimax wurde 2003 – 2005 als EQUAL-Projekt zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Mittel des Europäischen Sozialfonds konzipiert.
  • Projektstart war der 01.07.2003, mit einer halbjährlichen Akquise- und Vorbereitungszeit.
  • Im Januar 2004 startete die Minimax-Gruppe mit der pädagogischen Umsetzung.
  • Nach Ablauf der Projektzeit hat die Stadt Bielefeld den Weiterbetrieb auf Basis einer „kleinen altersgemischten Gruppe" gewährleistet.
  • Heute ist Minimax ein Angebot sowohl für unter dreijährige Kinder wie auch für die Kinder, die im Alter von 3 Jahren in eine der Regelgruppen übergehen.
  • Minimax richtet sich an Unternehmen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flexible oder atypische Arbeitszeiten haben oder frühzeitig aus der Elternzeit zurückkommen möchten.
  • Auf Basis der KiBiz-Finanzierung von Kindertagesstätten – wie sie in Regeleinrichtungen in NRW bestehen – wird den Familien und deren Unternehmen folgendes (an)geboten:
    • Erweiterte, ganzjährige Öffnungszeiten: Den Familien stehen Minimax-Öffnungszeiten von 6:30 bis 20:30 Uhr zur Verfügung, es gibt keine Schließungszeiten in den Ferien und an Feiertagen sowie eine garantierte Betreuung am Wochenende. Über diese Zeiten hinaus können Betreuungszeiten (z. B. auch im eigenen Haushalt oder als Begleitung auf Dienstreisen) gebucht werden, die als Zusatzleistung extra in Rechnung gestellt werden.
    • Serviceleistungen wie ein Hol- und Bringdienst: Die Eltern können bei beruflich bedingten terminlichen Engpässen einen Hol- und Bringdienst, eine Art „Baby-Taxi", nutzen. Die Nutzung wird Ihnen jeweils als Zusatzleistung in Rechnung gestellt. Es wird ein Mittagstisch für Eltern angeboten.
  • Die Finanzierung erfolgt durch eine Unternehmenspauschale von 295 Euro monatlich. Die Plätze werden von den einzelnen Betrieben gebucht. Die Eltern zahlen den in jeder Kindertagesstätte üblichen einkommensabhängigen Elternbeitrag. Die erweiterten Öffnungszeiten werden über die Unternehmenspauschale finanziert.
  • Die Familien gewinnen durch:
    • professionelle und verlässliche Kinderbetreuung
    • Unterstützung bei beruflichen oder familiären Engpässen
    • früherer Einstieg aus der Elternzeit in den Beruf
    • Betreuungsangebot bis zum Schuleintritt
    • Kinder erleben die Situation, dass sie „länger" in der KiTa bleiben, nicht als Nachteil
  • Die Unternehmen gewinnen durch:
    • flexibel einsetzbares Personal
    • zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    • Kostenersparnis im Personalmanagement
    • Imageaufwertung hinsichtlich der Familienfreundlichkeit des Unternehmens
    • Fachkräfte bleiben dem Betrieb erhalten
    • Kosten für Kinderbetreuung sind steuerlich absetzbar
  • Die Kommune gewinnt durch:
    • innovatives Konzept zur Erweiterung von Betreuungsangeboten

Erfolge

  • Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen durch Eltern einerseits und Unternehmen andererseits ist sehr hoch und übersteigt leider nach wie vor das Angebot.
  • Rückblickend auf eine mehrjährige Praxis wurde eine „Konzeption zur frühkindlichen Bildung bei erweiterten oder atypischen Öffnungszeiten" erarbeitet. Es zeigt sich, dass Flexibilität und Dienstleistungsorientierung und das Selbstverständnis einer KiTa als Bildungseinrichtung nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen.
  • Durch die Praktikabilität des Konzeptes ist Minimax eine übertragbare Idee für andere Kommunen und Einrichtungen, die in Kooperation mit Unternehmen über neue Angebote der Kinderbetreuung nachdenken.

Kontakt

Erik Zurdel

von Laer Stiftung
Spindelstraße 5 + 7
33604 Bielefeld
Telefon: 0521 - 96 45 90

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Bielefeld Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

329.782

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-1,2

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