Dinslaken - Lohberg: Haushaltsnahe Dienstleistungen

Interkulturelle und bedarfsorientierte Dienstleistungen für Senioren: Das Modellprojekt „Seniorenwirtschaft “in der ehemaligen Zechensiedlung Dinslaken-Lohberg.

Ausgangslage

  • Ältere Migrantinnen und Migranten in Dinslaken-Lohberg leben häufig in Mehrgenerationenhaushalten und sehr selten in Ein-Personen-Haushalten. Für die meisten kommt es aus kulturellen, finanziellen und migrationsbedingten Umständen nicht in Frage, in ein Seniorenheim zu ziehen. Somit leben sie häufig unter schlechten Wohnbedingungen und zahlen relativ hohe Mieten.
  • Außerdem ist der Gesundheitszustand älterer Migrantinnen und Migranten im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt erheblich schlechter.
  • Sie sind oft in ihrer Mobilität und ihrem Aktionsradius eingeschränkt, was wiederum Auswirkungen auf die Lebens- und Wohnsituation hat

Ziele

  • Einen bedarfsgerechten und bedürfnisorientierten Maßnahmenkatalog entwickeln
  • Dafür eine stadtteilorientierte Analyse des Versorgungsbedarfs und der Angebote für ältere Menschen unter Berücksichtigung der Besonderheit der Migrantinnen und Migranten erstellen
  • Ein Netzwerk aus Akteuren des Gesundheitssektors aufbauen
  • Dem Informationsbedarf der Senioreninnen und Senioren nachgehen
  • Der langfristige Aufbau von „Haushaltsnahen Dienstleistungen" in Form einer Abteilung bzw. eines rentablen Geschäftszweiges.

Umsetzung

  • Zielgruppe des Projektes sind Lohberger Bürgerinnen und Bürger ab 60 Jahren. Der besondere Fokus liegt dabei auf älteren Menschen mit Migrationshintergrund.
  • In der Einstiegsphase wurde ein Projektbüro zur Konzeptionierung von Haushaltsnahen Dienstleistungen zunächst für das erste Jahr eingerichtet. Aufgaben in dieser Vorphase zu einer angestrebten Betriebsgründung waren:
    1. Konkrete Bedarfsermittlung unter Zuhilfenahme des bereits entworfenen Fragebogens;
    2. Erstellung eines Konzeptes mit Businessplan, Organisationsstruktur, Ziel- und Qualitätsdefinitionen und Marketingstrategie;
    3. Personalmatching mittels Erstellung von Anforderungsprofilen und Analyse von Marktpotentialen und Fördermöglichkeiten;
    4. Exemplarische Auftragsabwicklung mit ersten, ggf. über Qualifizierungsmaßnahmen zu gewinnenden, Arbeitskräften.
  • Anschließend wurde die eigentliche Gründungsphase mit entsprechenden juristischen Schritten und Fördermaßnahmen eingeleitet.
  • Wichtige Schritte und Aktivitäten sind:
  • Eine Befragung der deutschen und zugewanderten Seniorinnen und Senioren zu ihren Lebensbedingungen.
  • Die Ergebnisse der Befragung wurden den Akteuren in der Stadtteilentwicklung sowie vorhandenen Dienstleistern für die Entwicklung von zielgruppengerechten Maßnahmen und Angeboten im Stadtteil zur Verfügung gestellt.
  • Bildung des Netzwerk Gesundheit aus Vertretern des Gesundheitsbereiches und der Seniorenarbeit, wie z.B. Krankenkassen und Ärzte. In diesem Arbeitskreis wird zum einen ein Informationsaustausch über die Zielgruppe gewährleistet, zum anderen werden neue Angebote initiiert und teilweise gemeinsam umgesetzt.
  • Zahlreiche Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen wurden gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern organisiert. Themen der Veranstaltungen waren z.B.: Ernährung, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, Verschleißerscheinungen im Alter.
  • Die Veranstaltungsreihe „Altersgerechtes Wohnen": Mit dem Forum Lohberg e.V. konnten Seniorinnen und Senioren u.a. das internationale Wohnprojekt ProWohnen in Oberhausen und die Dauerausstellung "Praktische Lösungen für Wohnraumanpassungen" im Handwerkszentrum in Oberhausen besuchen. 
  • Es wurden zwei Sportangebote und verschiedene einmalige und regelmäßige Freizeitaktivitäten für Senioren ins Leben gerufen. Dazu gehören u.a. regelmäßige Kinonahmittage und Senioren-Picknicks.

Erfolge

  • Das Projekt wurde mit der Einstellung einer Hauptkraft und, aufgrund des hohen Bedarfs, bis zu zehn Arbeitskräften aus einer Qualifizierungsmaßnahme fest in das Arbeitsprogramm der Diakonie bzw. des Diakonievereins installiert.
  • Die Zusammenarbeit vom Forum Lohberg und der Diakonie hat es ermöglicht, dass Kontakte insbesondere zu Senioren mit Migrationshintergrund sehr schnell hergestellt werden konnten und dass das Angebot sehr gut angenommen wurde.
  • Das Diakonische Werk bildet mit seinen zahlreichen Beratungsstellen und Diensten begleitende, fachliche Unterstützung bei besonderen Problemlagen oder Beratungsbedarf.
  • Der Diakonieverein fungiert als Arbeitsmarktdienstleister als Schlüssel für eine entsprechende Betriebs- und Einzelförderung und stellt die Anlaufstelle zur Verfügung.

Kontakt

Lale Arslanbenzer

Forum Lohberg e.V.
Johannesplatz 4/6
46537 Dinslaken
Telefon: 02064 - 47 78 83

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

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