Dortmund - Sozialberichtssystem und Aktionsplan „Soziale Stadt Dortmund"

Durch das Sozialberichtssystem und den Aktionsplan „Soziale Stadt Dortmund" soll der soziale Zusammenhalt in der Bevölkerung gefördert werden. Es gilt, die soziale Lage vor Ort in den benachteiligten Sozialräumen und die Teilhabe- und Verwirklichungschancen der Menschen in allen Lebensbereichen nachhaltig zu verbessern. Jedem Bürger sollen gute Start- und Rahmenbedingungen und die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung der Stadtgesellschaft geboten werden.

Ausgangslage

  • Sowohl die Folgen des Strukturwandels als auch die demographischen Prozesse bedingen enorme Veränderungen der städtischen Strukturen in vielen altindustriellen Regionen wie dem Ruhrgebiet. Dies ist auch in Dortmund der Fall.
  • Arbeitslosigkeit und Abhängigkeit von sozialen Transferleistungen wirken sich stark auf Kinder und Jugendliche aus.
  • Parallel dazu verringert sich die städtische Bevölkerung. Sie wird älter und der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund steigt.
  • Alles in allem droht die Bevölkerung soziokulturell immer weiter auseinander zu rücken: Arm und Reich, Alt und Jung, Familien mit und ohne Kinder, Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte leben zunehmend sozialräumlich polarisiert. In der Folge sind es vor allem die Kinder und Jugendlichen, die zunehmend in sozial benachteiligten Vierteln wohnen, in denen sich Dimensionen sozialer, demographischer und ethnischer Segregation häufen.

Ziele

  • Der Aktionsplan „Soziale Stadt" soll mit einer umfassenden Strategie die Armut in Dortmund bekämpfen und die soziale Lage sowie den Zusammenhalt der Bevölkerung verbessern.

Umsetzung

Arbeitsschwerpunkte des Aktionsplans und Schaffung von neuen Strukturen

  • Im Entwurf des Aktionsplans „Soziale Stadt Dortmund" wurden drei Arbeitsschwerpunkte vorgeschlagen, die sich bei den Bürgerversammlungen als Schwerpunkte herausgestellt hatten. Bis zum Jahr 2012 wurden zu diesen Schwerpunkten mehr als 200 Projekte entwickelt und umgesetzt.
  • Im Jahr 2013 wurde nach erneuten Bürgerversammlungen darüber nachgedacht, wie die vielen erfolgreichen Projekte, die der Aktionsplan unterstützt, verstetigt werden können. Es geht jetzt darum, wie aus Einzelprojekten Projekttypen bzw. kommunale Handlungsstränge entwickelt werden können, die Eingang in den Regelalltag der Verwaltung finden.

Bezogen auf die drei zentralen Handlungsfelder des Aktionsplans ergeben sich die folgenden Entwicklungstendenzen:

Arbeit und Beschäftigung im Quartier

  • Eine hohe Arbeitslosenquote und der mangelnde Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten sind besondere Charakteristika der Aktionsräume. Deshalb werden in den Aktionsräumen Aktivitäten des Jobcenters, des Sozialamtes und der Wirtschaftsförderung (lokale und ethnische Ökonomie) gebündelt.
  • In diesem Handlungsfeld stehen gegenwärtig drei Ansätze im Vordergrund, die auch zukünftig weiter systematisch entwickelt werden sollen.
  • Mit der kommunalen Arbeitsmarktstrategie unter Federführung des Sozialdezernates und der Wirtschaftsförderung soll die Arbeitslosenquote unter 10 Prozent gesenkt werden. Dazu dienen zahlreiche auf den ersten Arbeitsmarkt orientierte Initiativen sowie der Aufbau eines sozialen Arbeitsmarktes.
  • Die Unterstützung der lokalen und ethnischen Ökonomie durch umfangreiche Beratungs- und Unterstützungsleitungen der Wirtschaftsförderung richtet sich an Selbstständige und potentielle Gründer/innen besonders in den Aktionsräumen der Nordstadt.

Eltern und Kinder stärken – Kinderarmut bekämpfen

  • Mit Hilfe des Landesprojekts „Kein Kind zurücklassen" werden stadtweit, mit Schwerpunkt in den Aktionsräumen, Präventionsketten aufgebaut, durch die Kinder und Eltern engmaschig unterstützt werden.
  • Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sprachförderung und dabei der Übergang von den vorschulischen Institutionen in die Grundschule.

Sozialen Zusammenhalt im Quartier stärken

  • Es gilt, den sozialen Zusammenhalt in den Quartieren zu stärken und so die Selbsthilfepotentiale der Bewohnerinnen und Bewohner zu aktivieren.
  • Dabei wird immer deutlicher, dass die Aktionsräume teilweise ein zu großer sozialer Bezugsraum sind und sich bestimmte nachbarschaftliche Aktivierungsstrategien auf kleinteiligere Größen, wie z. B. bestimmte Quartiere, konzentrieren müssen.
  • Deshalb wurde in einigen Quartieren bereits ein Quartiersmanagement etabliert.

Erfolge

  • Breite Prozessbeteiligung und -transparenz
  • Die Nachhaltigkeit und Verstetigung des Prozesses durch Anpassung an neue Fragestellungen und Übernahme von bewährten Projekten in den Regelbetrieb.
  • Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen wurde festgestellt, dass der Anteil der Kinder mit guten Deutschkenntnissen in den Aktionsräumen verbessert hat und mehr Kinder nach der Grundschule aufs Gymnasium gehen.

Kontakt

Gudrun Schmitz

Stadt Dortmund
Südwall 2-4
44122 Dortmund
Telefon: 0231 - 50 26 648

Matthias Siepmann

Stadt Dortmund
Südwall 2-4
44122 Dortmund
Telefon: 0231 - 50 26 647

Norbert Drüke

Stadt Dortmund
Südwall 2-4
44122 Dortmund
Telefon: 0231 - 50 25 128

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Dortmund Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

580.511

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-3,9

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