Gelsenkirchen - Kinder bauen ihre Schule

Nach einem architektonisch und pädagogisch ambitionierten Konzept wurde in Gelsenkirchen die "wachsende" Stadtteilschule errichtet. Sie bietet vielfältige Angebote, die weit über den Schulalltag hinausgehen. Die Schule ist eine Ganztagsschule, wo Kinder unterschiedlicher Konfession und Nationalität leben und lernen.

Ausgangslage

  • Die beiden Gelsenkirchener Stadtteile Bismarck und Schalke-Nord verdanken ihre Geschichte dem Bergbau und der Stahlindustrie. In dem rund 650 ha großen Gebiet im Stadtbezirk Mitte an der Stadtgrenze zu Herne, leben 19.500 Menschen. Die stufenweise Stilllegung des Bergwerkes Consolidation bis 1995 führte zum Verlust von ca. 4.000 Arbeitsplätzen und hinterließ eine 25 ha große Industriebrache. Den Wohnhäusern in der Umgebung des ehemaligen Bergwerkes und an der Haupterschließung Bismarckstraße war zu Programmbeginn die jahrelang unterlassene Instandhaltung anzusehen.
  • Die Bevölkerung weist die typischen sozialstrukturellen Merkmale auf, die in altindustriellen Quartieren anzutreffen sind (wie z. B. hohe Arbeitslosigkeit, hoher Ausländeranteil, geringe Bildungsbeteiligung). Dabei bestanden zu Programmbeginn jedoch kaum Angebote der sozialen und kulturellen Infrastruktur für diese Bevölkerungsgruppen. Die Arbeitslosenzahl ist trotz zahlreicher Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage weiterhin sehr hoch.
  • Seit Anfang 1995 wurde das Handlungskonzept für das Stadtteilprogramm schrittweise entwickelt und umgesetzt. Als zentrale Entwicklungspotenziale für den Stadtteil kristallisierten sich dabei heraus:
    • die Wiedernutzung des Bergwerksgeländes Consolidation, um eine neue, für alle zugängliche Mitte des Stadtteils Bismarck zu schaffen
    • der Bau und Betrieb der Evangelischen Gesamtschule, die mit ihren zahlreichen Innovationen und der Öffnung für die Stadtteilbewohner ein Hoffnungsträger ist.
  • Um diese beiden Leitprojekte ranken sich viele bauliche und soziale Projekte, die mit einem möglichst hohen Grad von Beschäftigung und Qualifizierung durchgeführt wurden. Die zukünftigen Nutzer und Nachbarn werden weitgehend an der Planung beteiligt; stadtteilbezogene Partizipation und Vernetzung stiften Identifikation.
  • Von 1995 bis 2004 wurde das Stadtteilprogramm Bismarck/Schalke-Nord mit Bundes-, Landes- und städtischen Mitteln gefördert. Bis Ende 2007 wurden die Projekte auf dem ehemaligen Bergbaugelände Consolidation abgeschlossen. Damit ist ein für die beiden Stadtteile sehr erfolgreicher Zwischenstand der Stadterneuerung erreicht, der neue Impulse für eine Zeit nach der Montanindustrie gebracht hat. Die sinnvoll fortzuführenden sozialen Projekte arbeiten nach Auslaufen der öffentlichen Förderung in neuer Trägerschaft weiter.

Ziele

  • Die Evangelische Gesamtschule im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck nahm ihren Betrieb im Sommer 1998 auf und wird seit ihrem Endausbau im laufenden Schuljahr 2006/07 von ca. 1150 Kindern besucht. Als Schule in privater Trägerschaft – sie ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche von Westfalen – ist die EGG einem besonderen reformpädagogischen Ansatz verpflichtet: Die vier Buchstaben „F E L S" stehen als Kürzel für ein Konzept, das sich so beschreiben lässt:
    • Als Familienschule will sie zwar keine Konkurrenz zum häuslichen Umfeld sein, aber doch durch eine familiäre Atmosphäre für ein Klima sorgen, in dem sich die Kinder und Jugendlichen „Zu Hause" fühlen.
    • Als Erziehungsschule will sie Akzente setzen gegen eine Kultur des Wegschauens und die Charakterbildung ebenso ernst nehmen wie die Wissensvermittlung.
    • Der Begriff der Lebensschule verweist auf Lernkonzepte, die Gottesdienste, Musik, Theater, Handwerk, Sport, Spiel und alljährliche Klassenfahrten in den Unterrichtsalltag einbeziehen.
    • Schließlich versteht sie sich als Stadtteilschule, die in Gelsenkirchen-Bismarck in vielfältiger Weise mit dem lokalen Umfeld verknüpft ist

Umsetzung

  • Das Referat Stadtplanung ist federführend für den Erneuerungsprozess zuständig. Durch das Stadtteilbüro vor Ort wurde das Stadtteilprogramm umgesetzt und fortgeschrieben.
  • Zentrales Stadtteilgremium ist der Arbeitskreis Bismarck/Schalke-Nord, ein Stadtteilforum mit Vertretern aus Institutionen, Kirchen, Religionsgemeinschaften, Vereinen und Trägern der Sozialarbeit sowie Politikern. Dieser Arbeitskreis wird auch nach Abschluss der Förderung im neu gegründeten Präventionsrat Bismarck / Schalke-Nord fortgesetzt.
  • Als Leitprojekt der IBA Emscher Park war der Neubau der Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck ein "Hoffnungsträger für neue soziale Ansätze" im nördlichen Ruhrgebiet. Das architektonisch anspruchsvolle Konzept des Stuttgarter Architekten Peter Hübner verband theoretisches, praktisches und soziales Lernen und bezog außerunterrichtliche Aktivitäten im Stadtteil bewusst ein und ist bereits preisgekrönt.
  • Projektchronologie:
    • 1997: Baubeginn des zentralen Schultraktes und der Sporthalle
    • 1998: Einweihung der Schule und Aufnahme des Schulbetriebs
    • 1998/99: Planung und Baubeginn für den ersten Klassentrakt
    • 2003: Eröffnung des Elterncafés im Stadtteilhaus
    • 2004: Fertigstellung des sechsten und letzten Klassenhauses
  • Der Neubau wurde in Holzständerbauweise und Niedrigenergiestandard mit ökologischen Baustoffen, Grasdächern und Regenwassernutzung errichtet. Entlang einer "Schulstraße" sind die öffentlichen Einrichtungen der Schule (Bibliothek, Mensa, Aula, Verwaltung und Fachräume, begrünter Lichthof) als Mittelpunkt der Schule angeordnet. Um das Hauptgebäude gruppieren sich die Klassenhäuser, die auf zwei Etagen den Schülern viel Raum lassen und für jede Klasse einen eigenen Garten ebenso wie einen eigenen Sanitärbereich und Freiräume auf Emporen bereithalten. Den Abschluss bilden das runde Werkstattgebäude auf der nördlichen und das "Stadtteilhaus" auf der südlichen Seite. Beide Gebäude sind unabhängig vom Schulbetrieb zugänglich. Das Ensemble wird ergänzt durch eine Dreifachsporthalle, einen Pyramidenbau für Ausstellungszwecke und ein Oberstufenhaus. Die sechs "Klassenhäuser", die seitlich an die zentrale Schulachse angehängt sind, wurden in den Jahren 1998-2004 im Rahmen von so genannten "Architektentagen" zusammen vom Architekturbüro und einzelnen Schülerjahrgängen geplant und gestaltet.
  • Die Verbindung zum Stadtteil Bismarck stellt das dreigeschossige Stadtteilhaus am südlichen Ausgang der Schulstraße dar. Hier befinden sich eine Schulsozialstation, ein Zentrum für Sprachförderung und das Elterncafé. Alle drei Einrichtungen dienen der Vernetzung mit dem Stadtteil sowie der Förderung des interkulturellen Dialogs. Im Elterncafé finden regelmäßige Stadtteilfrühstücke und andere Veranstaltungen statt. Auch das Werkstattgebäude, die Aula und die Fachräume der Schule stehen der Öffentlichkeit für Kulturveranstaltungen, Freizeit und Bildung zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Schulsozialstation knüpfen Kontakte zu den Beratungsstellen der Jugendhilfe und anderen Einrichtungen im Stadtteil. Darüber hinaus verstehen sich die Mitarbeiter der Schulsozialstation als Ansprechpartner für Schüler, sei es in schwierigen Lebenslagen oder bei Fragen der Lebens- und Freizeitgestaltung.
  • Kinder unterschiedlicher Konfession und Nationalität leben und lernen gemeinsam an der EGG, die einen Schwerpunkt im Bereich des interkulturellen Lernens setzt. Gut ein Drittel der Schülerschaft haben einen Migrationshintergrund, die meisten von ihnen sind Muslime. Das Fach Islamische Unterweisung gehört für sie zum Stundenplan, eine Selbstverständlichkeit für eine Schule, in der die religiöse Dimension im Schulleben einen wichtigen Platz einnimmt.
  • An der EGG als einer Ganztagsschule verbringen Schüler einen Großteil des Tages. Die EGG will in Ergänzung der Familie als gesellschaftlicher Institution einen Raum sozialer Nähe schaffen, in dem sich Kinder und Jugendliche „zu Hause" fühlen können. Die Klassenlehrer übernehmen dabei als Klassenlehrertandem, im Idealfall eine Lehrerin und ein Lehrer, eine zentrale Rolle. Durch eine möglichst hohe Präsenz des Klassenlehrertandems und der im Jahrgang unterrichtenden Lehrer in der jeweiligen Klasse entwickelt sich ein intensiver Kontakt zwischen Schülern und Lehrern.
  • Im Klassenverband erfahren Schüler an der EGG, dass eigenverantwortliche Gestaltung von Räumen nur auf der Grundlage fester Regeln und verbindlicher Zuständigkeiten (Klassendienste) funktionieren kann. Dieses gemeinschaftliche Gestalten von Raum und Zeit wird im Klassenlehrerunterricht geplant und durchgeführt, darüber hinaus in Projektwochen und auf den regelmäßigen Fahrten erlebt. Dabei werden die räumlichen Gegebenheiten als Ganzes einbezogen, da nicht nur der einzelne Klassenraum und Garten, sondern gemeinsame Gänge und Räume gestaltet und gepflegt werden müssen. Die Klassenräume eines Jahrgangs bilden als eigenständige Raumeinheiten mit den zugehörigen Gärten ein Reihenhaus.
  • Ohne die rege Beteiligung der Familien wäre ein Schulleben an der EGG nicht denkbar. Eine zentrale Rolle spielt hier der Förderverein. Eltern, Schüler und Lehrer planen gemeinsam Feste, etwa den Tag der offenen Tür mit anschließendem Adventssbazar oder das Sommerfest. Eine weitere Säule für das familiäre Miteinander ist die enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus in Erziehungsfragen, so dass familiäre und schulische Erziehung in der Regel ineinander greifen. Mit dem bei der Aufnahme von beiden Seiten unterschriebenen Schulvertrag bekunden Erziehungsberechtigte und Schule die Bereitschaft zur gemeinsamen Erziehungsarbeit.
  • An der EGG leben und lernen Schüler unterschiedlicher Begabung und Herkunft. Im täglichen Miteinander werden die Schüler befähigt, dem Anderen mit Respekt zu begegnen und das Anderssein zu akzeptieren. Der gegenseitige Respekt wird vertieft durch das gemeinsame Lernen von Schülern unterschiedlicher Konfession.
  • Die EGG will Kinder und Jugendliche in ihrer Individualität wahrnehmen und annehmen, also auch mit Lernschwierigkeiten und ihren unterschiedlichen Begabungen. Eine gezielte Förderung in den Hauptfächern, bei Sprachdefiziten und bei Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), aber auch ein Förderunterricht für begabte Schüler sind Bestandteil des regulären Unterrichts in den Jahrgangsstufen 5 und 6. Mit Einsetzen der Fachleistungsdifferenzierung stehen Förderlehrer parallel zum Fachunterricht in den Grund- und Erweiterungskursen bereit, um Schüler in kleinen Gruppen individuell zu fördern und/oder gemeinsam mit Kollegen neue Wege des Unterrichtens zu erproben. Schüler lernen an der EGG, dass unterschiedliche Neigungen und Begabungen „normale" Unterschiedlichkeiten von Menschen sind, die keinen Anlass zu Wertungen geben.
  • Schüler lernen an der EGG einen konstruktiven Umgang mit Konflikten. Bei Auseinandersetzungen wollen Schüler ebenso wie die Lehrkräfte nicht wegschauen, sondern versuchen, diese beizulegen und zwischen den Kontrahenten zu vermitteln. Gelingt das nicht durch die Mitschüler oder die Klassenlehrer, stehen mit den Beratungslehrern und der Schulsozialstation weitere Ansprechpartner zur Verfügung, die ihre Beratungstätigkeit untereinander abstimmen. In der Schulsozialstation arbeitet ein Team aus Schulseelsorgerin, Sozialpädagoge und einer Lehrerin, das Begleitungs- und Beratungsgespräche mit Schülern über in und außerhalb der Schule aufkommende Fragen und Probleme führen kann.
  • In Zusammenarbeit mit dem benachbarten Consol-Theater sind in der Vergangenheit mehrtägige Workshops mit Klassen durchgeführt worden, um ein angemessenes Streitverhalten und die Möglichkeit einer Streitschlichtung zu trainieren. Hieran knüpft die jährliche Ausbildung von Schülern aus dem 8. Jahrgang zu Fahrzeugbegleitern durch Mitarbeiter der BoGeStra an, die der Stärkung des Selbstbewusstseins und der Schulung möglicher Verhaltensweisen in Konfliktsituationen dient.
  • Die EGG befasst sich auch mit dem beruflichen und persönlichen Werdegang der Schüler. Zu ihren Zeugnissen erhalten die Schüler in der Sekundarstufe I einen Lernbericht, der Auskunft über das Lern-, Sozial- und Arbeitsverhalten sowie die persönliche Entwicklung gibt.
  • Das Konzept der Lebensplanung und Berufswahlorientierung sieht eine kontinuierliche Vorbereitung der Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 vor. Sie beginnt mit dem Unterricht im Fach Arbeitslehre/Wirtschaft und setzt sich fort mit der Projektwoche in der Jahrgangsstufe 8, die gemeinsam mit dem kreiskirchlichen Industrie- und Sozialpfarramt Gelsenkirchen durchgeführt wird, bis hin zum dreiwöchigen Betriebspraktikum in der 9. Klasse, das Gegenstand einer umfangreichen Unterrichtsreihe in den Fächern Deutsch und Arbeitslehre ist. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus dem Stadtteil, allen voran mit dem Büro für Wirtschaftsentwicklung Gelsenkirchen-Bismarck/Schalke-Nord, wird seit 2000 der Bismarcker Handwerkermarkt durchgeführt, an dem Handwerker nicht nur ihren Beruf vorstellen, sondern im Vorfeld im berufskundlichen Unterricht Schüler an den Lehrberuf heranführen und gemeinsam hergestellte Werkstücke präsentieren. Seit 2 Jahren wird ein Teil der Schülerschaft in einem einjährigen schulbegleitenden Praktikum in den Klassen 9 und 10 auf das Berufsleben vorbereitet. Fast alle dieser – vorher abschlussgefährdeten – Schüler/innen verlassen die Schule mit ordentlichen Zeugnissen und Lehrstellenangeboten.
  • Die EGG will Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt sensibilisieren. Gemeinschaftlich tragen Schüler mit Unterstützung der Klassenlehrer Sorge für die Klassenräume und die dazugehörigen Gärten. Fach- und Projektunterricht tragen dazu bei, dass das Verständnis für die Umwelt und die Verantwortung von Schülern für deren Schutz und Erhaltung vertieft werden.
  • Das Arbeiten in den Arbeitsgemeinschaften, die nach Neigungen gewählt werden, ergänzt das Unterrichtsangebot in der Sekundarstufe I. Da die Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft nicht benotet wird, entwickelt sich in den Arbeitsgemeinschaften in der Regel ein offener Umgang von Schülern und Lehrern, der das Lernklima an der EGG bereichert. Die Arbeitsgemeinschaften decken ein breites Spektrum unterschiedlicher Interessen ab.
  • Seit Beginn des Schuljahrs 2004/05 sind an der EGG in Kooperation mit der städtischen Musikschule Gelsenkirchen sog. Bläserklassen eingerichtet, in denen die Ausbildung an Instrumenten einen festen Bestandteil des regulären Musikunterrichts darstellt. Mittlerweile ist daraus eine hörenswerte Big Band erwachsen.
  • Die EGG bemüht sich, die Schule auch nach 16.00 Uhr und/oder in den Ferien für Schüler zu öffnen. Kooperationen mit Sportvereinen und anderen Institutionen aus dem Stadtteil sollen langfristig für ein attraktives Freizeitangebot sorgen.
  • Die EGG versteht sich als Institution im Stadtteil Bismarck und möchte einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung des vom Schulträger bewusst gewählten Standorts leisten. Ein sichtbares Zeichen dafür ist das Stadtteilhaus. Dieses prägt nicht nur den Eingangsbereich der Schule, sondern bietet vielfältige Verbindungen zum Stadtteil. Die Räumlichkeiten des Stadtteilhauses werden auch nach Schulschluss genutzt.
  • Die EGG pflegt den offenen Dialog mit den umliegenden Kirchengemeinden. Ein Gottesdienstteam hat sich gebildet, das in enger Kooperation mit den umliegenden christlichen Kirchengemeinden und einer muslimischen Gemeinde die Schulgottesdienste vorbereitet und durchführt.
  • Über die dargestellten Aktivitäten hinaus engagiert sich die EGG in einer Vielzahl von Gremien. Die Schule ist im von Stadtteilbüro organisierten „Arbeitskreis Bismarck/Schalke-Nord" und dem interkulturellen Arbeitskreis „Kirche und Moschee in unserer Stadt" vertreten. Sie nimmt teil am Kooperationsforum vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Gelsenkirchen, das die Zusammenarbeit von Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit koordiniert. Durch die regelmäßige Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Institutionen im Stadtteil haben sich dauerhafte Kooperationen entwickelt, so z. B. mit dem benachbarten Consol-Theater, das Schüler nicht nur zu Schulaufführungen einlädt, sondern viele gemeinsame Projekte mit und an der EGG durchführt. Auch mit den benachbarten Grundschulen sind Kooperationsprojekte entstanden, um den Übergang vom Primar- in den Sekundarbereich für Schüler zu erleichtern.

Erfolge

  • Bau und Betrieb dieser Schule basieren auf einem ambitionierten, architektonischen Konzept, welches aktuelle ökologische Erkenntnisse ebenso einbezieht wie die Öffnung und Nutzbarkeit für den Stadtteil. So dienen die Räumlichkeiten, die zum Teil unter Beteiligung von Kindern, Eltern und Lehrerschaft geplant und gebaut wurden, als kulturelles Zentrum und öffentliche Begegnungsstätte für den Stadtteil. Das Schulensemble ist zu einem positiven Identifikationsfaktor in einem stigmatisierten Stadtteil geworden. Die Schule bildet eine der zentralen Säulen der Verstetigung der angestoßenen Veränderungsprozesse im Stadtteil. Dafür spricht die große Resonanz, auf die Initiativen wie die Durchführung des Bismarcker Handwerkermarkts in Verbindung mit dem alljährlichen Sommerfest stoßen: Handwerksbetriebe aus dem Stadtgebiet, die teils im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind, führen mit interessierten Schülern der Abschlussjahrgänge Projekte durch, deren Ergebnisse beim Handwerkermarkt einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Handwerkermarkt ist eingebettet in eine Ausbildungsbörse, die die Vermittlungschancen von der Schule in den Arbeitsmarkt verbessern soll.
  • Insgesamt erfreut sich die Schule großer Beliebtheit: Alljährlich melden mehr Eltern ihre Kinder an der EGG an als an jeder anderen Schule Gelsenkirchens. Das gilt sowohl für die Sekundarstufe I als auch für die Sekundarstufe II, viele der Wünsche können deshalb leider nicht erfüllt werden. Dennoch zeigt sich, dass die an der Schule beschrittenen pädagogischen Wege viele Bewohner Gelsenkirchens interessieren und ansprechen. Hier ist die Umstellung der Unterrichtszeit auf den 60-Minuten-Rhythmus ebenso zu nennen wie das ausgefeilte Fördersystem. Das gute Abschneiden der Schule bei den alljährlichen Lernstandserhebungen wie bei den zentralen Abschlussprüfungen ist nicht zuletzt auf die individuelle Förderung zurückzuführen, für die die Schule im laufenden Schuljahr 2007/08 das Gütesiegel „individuelle Förderung" erhalten hat.
  • Damit sind die vorrangigen Ziele, die bauliche und soziale Aufwertung eines Stadtteils durch einen städtebaulichen Akzent, die langfristige Stabilisierung des sozialen und schulischen Umfeldes und die Integration der Schule in den Stadtteil durch Angebote auch für die Stadtteilbewohner zu einem großen Teil umgesetzt worden

Kontakt

Harald Lehmann

Schulleiter
Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck
Laarstr. 41
45899 Gelsenkirchen
Telefon: 0209 - 98 30 39

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Gelsenkirchen Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

257.651

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-5,3

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