Gütersloh - Gerontopsychiatrisches Zentrum

Wesentlicher Grundsatz des umfassenden Behandlungsangebotes des Gerontopsychiatrischen Zentrums in Gütersloh ist die bedarfs- und bedürfnisgerechte Behandlung alter Menschen mit psychischen Störungen - wie z.B. Demenz - nach dem Prinzip „ambulant oder teilstationär vor stationär".

Ausgangslage

  • Bereits 1991 wurde das bundeweit erste Gerontopsychiatrische Zentrum (GZ) mit einer gerontopsychiatrischen Ambulanz, einer Tagesklinik und drei Stationen am LWL-Klinikum Gütersloh eröffnet.

Ziele

  • Ziel des GZ ist es, mit den Betroffenen und ihren Angehörigen alte Fähigkeiten zu aktivieren und neue Perspektiven gemeinsam zu entwickeln. Hierzu soll das in Zusammenarbeit mit anderen pflegerischen, medizinischen und kommunalen Akteuren aufgebaute ambulante Versorgungsnetz für die Betreuung psychisch kranker alter Menschen im Kreis Gütersloh passgenau genutzt werden.

Umsetzung

  • Wesensmerkmal der gerontopsychiatrischen Ambulanz im GZ ist ihre "aufsuchende" Arbeitsweise, d.h. rund 90% der 5.600 Patienten pro Jahr finden in der häuslichen Umgebung statt. Dabei werden alte Menschen mit Verdacht auf psychische Störungen nach Überweisung durch den Hausarzt von einem multiprofessionellen Team des GZ in ihrer gewohnten Umgebung untersucht und zusammen mit ihren Angehörigen über die zahlreichen Behandlungs- und Hilfsmöglichkeiten für psychisch kranke Ältere vor Ort informiert. Das GZ übernimmt damit u.a. eine zentrale Lotsenfunktion für die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz im Kreis.
  • Zudem bietet das GZ wöchentlich „Fall"- und Konzeptberatungen für ambulante Pflegedienste und andere Pflegeeinrichtungen bzgl. des Umgangs mit psychisch auffälligen Pflegebedürftigen an.
  • Für andere somatische und psychische Kliniken im Kreis wird ein gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst angeboten.
  • Die Zusammenarbeit und Vernetzung im Kreis fördert das GZ auch über die verbindliche Teilnahme an kommunalen Gremien der Altenhilfe und -pflege, wie bspw. der Kreispflegekonferenz.
  • Zusätzlich hat sich das GZ an der Entwicklung kommunaler Versorgungskonzepte beteiligt, bspw. durch die Initiierung und Moderation eines kreisweiten Arbeitskreises Gerontopsychiatrie.
  • Innerhalb des Klinikums wurde in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken 2005 das interdisziplinäre Zentrum für Altersmedizin (bestehend aus Neurologie, Innere Medizin/Geriatrie, Gerontopsychiatrie) gegründet, in dem ältere Patienten von den unterschiedlichen Disziplinen diagnostiziert und gemeinsam therapiert werden, ohne dass Verlegungen erforderlich sind.
  • Pflegende Angehörige werden durch Beratung, Angehörigengruppen und Pflegekurse unterstützt.
  • Das Bewusstsein für die Krankheit Demenz sowie für geeignete Versorgungsansätze wird durch die Organisation zahlreicher Informations- und Fachveranstaltungen sowie die Durchführung von Schulungsprogrammen im Landkreis gesteigert. Das GZ und das Zentrum für Altersmedizin selbst führen regelmäßig Fortbildungsreisen zu nationalen und internationalen innovativen Projekten durch.

Erfolge

  • Die Angebote und Vernetzungsaktivitäten des GZ spielen nach Einschätzung vieler Interviewpartner eine wesentliche Rolle bei der Stützung ambulanter Versorgungssettings von dementen Pflegebedürftigen im Kreis Gütersloh, dessen professioneller ambulanter Versorgungsanteil  seit 1999 kontinuierlich angestiegen ist und um rund 10 Prozentpunkte über dem bundesweiten Durchschnitt liegt.
  • Bei den Haus- und Klinikärzten sowie beim Pflege- und Beratungspersonal etc. im Kreis zeigt sich auch auf Basis der umfangreichen Aktivitäten des GZ eine im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich erhöhte Sensibilität für die Bedürfnisse von Demenzerkrankten.

Kontakt

Bernd Meißnest

Chefarzt
Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am LWL-Klinkum Gütersloh
Buxelstr. 50
33334 Gütersloh

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Gütersloh (GT) Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stabile Mittelstädte

Bevölkerung 2014

96.085

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

2,3

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!