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Köln - Förderung der Jugendbeschäftigung als Mittel zur Verwirklichung von Vielfaltszielen

Im Projekt zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erhalten junge Menschen die Chance, im Anschluss an eine sechsmonatige Erprobungsphase in eine Ausbildung im Bereich der Verwaltungsberufe übernommen zu werden.

Ausgangslage

  • Im Jahr 2007 unterzeichnete die Stadt Köln als erste deutsche Kommune, die „Charta der Vielfalt", die mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, die Vielfalt in Unternehmen zu fördern und ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen.
  • Mit der Unterzeichnung der Charta verpflichtete sich Köln, Integration und Vielfalt auf allen Ebenen unabhängig von Alter und Hintergrund zu fördern.
  • Die Stadt Köln verzeichnete einen beträchtlichen Rückgang der Zahl der Bewerbungen für Stellen im öffentlichen Dienst bei der Stadtverwaltung, einem der größten Arbeitgeber in der Region.
  • In Anerkennung der Vielfalt ihrer zunehmend multikulturellen Stadt erklärten es die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung und Zuständige für Personalausbildung zu einem wichtigen Ziel für die Zukunft von Köln, junge Menschen „mit Migrationshintergrund" für Ausbildungsprogramme im öffentlichen Dienst zu interessieren.
  • Die Bemühungen um mehr Vielfalt im Personalbereich wurden zu einem wichtigen Mittel zur Förderung der interkulturellen Offenheit durch die Stadtverwaltung.v

Ziele

  • Jugendliche mit Migrationshintergrund erhalten die Chance, im Anschluss an eine sechsmonatige Erprobungsphase in eine Ausbildung im Bereich der Verwaltungsberufe übernommen zu werden.

Umsetzung

  • Als Teil der vom Europäischen Sozialfonds (2000 - 2008) finanzierten Gemeinschaftsinitiative EQUAL zur Bekämpfung von Ungleichheit in der Beschäftigung wurde 2008 das Pilotprojekt „Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Programmen der Stadt Köln" begonnen.
  • Die Kernkomponenten umfassen
    • gezielte individuelle Supervision,
    • die Beseitigung von Sprachdefiziten und
    • eine anfängliche Abschätzung des Ausbildungsbedarfs.
  • Bewerber haben die Möglichkeit, in einer sechsmonatigen Probephase ein Praktikum in einem der vielen zur Auswahl stehenden Ausbildungsberufe zu absolvieren. Jeder Praktikumsplatz wird im Vorfeld durch eine Verpflichtungsvereinbarung zwischen der Arbeitsagentur Köln und der Stadt Köln formalisiert, um sicherzustellen, dass diese jungen Menschen nach Möglichkeit aus Arbeitslosenunterstützungsprogrammen wie ALGII (U25) angeworben werden. Während der Praktikumszeit deckt die Arbeitsagentur den Lebensunterhalt (über die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SBG II).
  • Nach einem bestandenen Einstellungstest und einer Berufsorientierung wird den Bewerbern ein Praktikumsplatz für sechs Monate und anschließende Unterstützung bei der Suche nach einem für sie geeigneten Ausbildungsverhältnis geboten.
  • Zusätzlich zu der fachlichen und beruflichen Ausbildung werden einmal wöchentlich im Unterricht im Rheinischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung theoretische Grundlagen vermittelt. Hier liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Beherrschung der deutschen Sprache.
  • Andere Themenbereiche betreffen Verwaltungs- und Kommunalrecht und -gesetzgebung, Organisationsmanagement, Entscheidungsprozesse sowie grundlegende soziale und kommunikative Kompetenzen.
  • Der wöchentliche Unterricht umfasst an den individuellen Lernbedarf angepassten Einzelunterricht zu Themen, die von Selbsthilfe bis Konfliktbeilegung reichen.
  • Intensive Werbemaßnahmen und Kommunikationsaktivitäten gewährleisten, dass die Bevölkerung Kenntnis von dem Anwerbeprojekt erhält.
  • Projektkoordinatoren arbeiten mit Arbeitsagenturen zusammen, Berufsberater gehen in Schulen, Gemeinschaftszentren sowie interkulturelle Einrichtungen und kontaktieren Eltern.
  • Präsentationen und Werbemaßnahmen konzentrieren sich auf Veranstaltungen zur beruflichen Orientierung, Ausbildungsplatzbörsen und Messen sowie andere Veranstaltungen des Integrationsrats der Stadt Köln.

Erfolge

  • Die Stadt Köln verzeichnet eine konstant hohe Zahl an Auszubildenden mit Zuwanderungsgeschichte. 2016 entfielen auf diese Personengruppe 25% aller Neueinstellungen, wobei natürlich keine Pflicht besteht, den Migrationshintergrund anzugeben.
  • 2016 wurden 12 der insgesamt 20 Projektteilnehmenden in eine Ausbildung zur bzw. zum Verwaltungsfachagenstellten übernommen. Somit bleiben nicht alle Teilnehmenden bei der Stadt Köln. Trotzdem profitieren alle von der Qualifizierung, einschließlich der Stadt Köln selbst.
  • Zusätzlich zum besonderen Schwerpunkt des Projekts „Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Programmen der Stadt Köln" bewerben sich auch viele junge Deutsche mit Migrationshintegrund auf herkömmliche Weise für die Ausbildungsprogramme der Stadt.
  • Von 6396 Bewerbungen im Jahr 2016 wurden 1781 von jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eingereicht, was 28% aller Bewerbungen entpricht.
  • Das Projekt wurde im Jahr 2016 bereits zum zehnten Mal sehr erfolgreich durchgeführt. Es ist Beweis für das geschärfte Bewusstsein der Stadt Köln im Umgang mit interkultureller Offenheit und vielfältigen Identitäten, die eine bunte Stadtgesellschaft lebens- und liebenswert machen.

Kontakt

Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin

Amt für Personal, Organisation und Innovation
Ausbildungsleitung
Stadthaus Ost Willy-Brandt-Platz 3
50679 Köln

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