Kreis Paderborn - Bearbeitung von Asylverfahren vor Ort

Im Kreis Paderborn ist ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt gestartet: Die Ausländerbehörde des Kreises Paderborn unterstützt ab sofort das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei der Bearbeitung der Asylanträge von Geflüchteten direkt vor Ort.

Ausgangslage

  • Derzeit leben nahezu 6.000 Flüchtlinge im Kreis Paderborn (Stand: März 2016).
  • In Deutschland müssen alle Flüchtlinge ihren Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen.
  • Da es oftmals sehr lange dauert um einen Termin bei einer Außenstelle des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Asylantragsstellung zu bekommen und der Weg dorthin gewährleistet werden muss, übernehmen nun erstmalig Mitarbeiter/innen der Ausländerbehörde des Kreises Paderborn die Antragsstellung vor Ort.

Ziele

  • Durch die Übernahme der Asylantragsstellung soll das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entlastet werden.
  • Zielperspektive des Pilotprojektes ist es, in etwa sechs Monaten alle Antragsverfahren zu eröffnen, sodass im Anschluss sofort mit Sprachkursen, Eingliederungsmaßnahmen und Förderprogrammen begonnen werden kann. Die anschließende Arbeitsvermittlung soll in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit gewährleistet werden.

Umsetzung

  • Für das Pilotprojekt wurden insgesamt sieben Mitarbeiter/innen eingesetzt.
  • Um den Rückstau der Anträge so schnell wie möglich zu beheben, ist die Terminvorgabe klar geregelt: Zunächst werden Dolmetscher für die jeweiligen Herkunftsländer organisiert. Für die Terminvergabe setzen sich die Mitarbeiter/innen mit den Kommunen in Verbindung, in denen die Flüchtlinge aus den „passenden" Ländern untergebracht sind. Danach werden die Termine zur Antragsstellung vereinbart.
  • Die Antragsstellung erfolgt in den Räumen des Jobcenters für den Kreis Paderborn. Dafür wird eine sogenannte Vollakte angelegt: Die Personalien werden erfasst, die Umstände der Flucht erfragt und dokumentiert. Anschließend erfolgt die erkennungsdienstliche Behandlung. Dazu werden die Fingerabdrücke genommen und ein Foto erstellt.
  • Die digitalisierte Akte wird im Anschluss dem BAMF zugeleitet. Dieses trifft die abschließende Entscheidung über den Asylantrag.

Erfolge

  • Das deutschlandweite Pilotprojekt beschleunigt die Bearbeitung der Asylanträge und das Ankommen der Geflüchteten im Kreis Paderborn.
  • Durch die erkennungsdienstliche Behandlung wird eine Sicherheitslücke geschlossen. Die registrierten Fingerabdrücke werden mit der entsprechenden EU-Datenbank abgeglichen sodass eine Mehrfachregistrierung erkennbar wird.

Kontakt

Frau Pitz

Amtsleiterin Pressesprecherin
Kreis Paderborn
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Aldegreverstraße 10 – 14
33102 Paderborn

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Paderborn, LK Nordrhein-Westfalen

Bevölkerung 2014

299.071

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

0,7

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