Monheim am Rhein - Mo.Ki – Monheim für Kinder

Mit „Mo.Ki – Monheim für Kinder" entstand ein Kooperationsnetzwerk einer Vielzahl von Partnern um die Entwicklungs- und Bildungschancen benachteiligter Kinder systematisch zu verbessern. Im Fokus stehen vorbeugende Maßnahmen um Kinder möglichst früh zu stärken und Eltern zu unterstützen. Angestrebt wird eine Präventionskette von der Geburt bis zur Berufsausbildung.

Ausgangslage

  • „Mo.Ki – Monheim für Kinder" wurde von 2002 bis 2004 zunächst als Projekt der Stadt Monheim am Rhein in Kooperation mit dem Bezirksverband Niederrhein der Arbeiterwohlfahrt e. V. initiiert und erprobt. Den Anlass bildeten die gestiegenen Heimunterbringungen und eine Zielvereinbarung zum „Aufbau eines Jugendhilfenetzwerkes".
  • Ausgangspunkt waren dabei fünf Kindertagesstätten im Berliner Viertel, einem Stadtteil von Monheim mit besonderem Erneuerungsbedarf. In diesem von der restlichen Kommune relativ abgetrennten Viertel ist jedes dritte Kind von Sozialleistungen abhängig, zwanzig Prozent der Familien sind ausländischer Herkunft.
  • Die inhaltliche Ausrichtung des Modellprojektes orientierte sich an der AWO-ISS Studie zur Kinderarmut (u. a. Hock, Beate/Holz, Gerda/Wüstendorfer, Werner (2000): Frühe Folgen – langfristige Konsequenzen? Armut und Benachteiligung im Vorschulalter. Vierter Zwischenbericht zu einer Studie im Auftrag des Bundesverbands der Arbeiterwohlfahrt. Frankfurt M. 2000). Hieraus ging hervor, dass eine frühzeitige Intervention in Familien mit hohem Armutsrisiko die Lebensbedingungen der Kinder und ihrer Familien verbessert und ihre Entwicklungschancen positiv beeinflusst. So entstand der Wunsch, neue Strukturen im Sozialraum zu entwickeln, die „weg von der Reaktion auf Defizite – hin zur Prävention als aktive Steuerung und Gestaltung" führen sollten.

Ziele

  • „Mo.Ki" verfolgt die Intention, Armutsfolgen durch den Aufbau einer Präventionskette zu vermindern. Dadurch sollen Entwicklungs- und Bildungschancen von benachteiligten Kindern systematisch verbessert werden. Ziele sind insbesondere:
    • möglichst vielen Kindern eine erfolgreiche Entwicklungs- und Bildungskarriere zu eröffnen und diese abzusichern
    • den wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg abzumildern
    • vor allem den Kindern im Berliner Viertel eine bessere Chance auf Bildung, Erziehung und Förderung und somit auf ein selbst bestimmtes Leben zu eröffnen
    • Kindeswohlgefährdungen zu verhindern oder möglichst früh wahrzunehmen
    • die Gesundheitsförderung bei allen Maßnahmen systematisch einzubeziehen
    • Familien in ihren eigenen Kompetenzen zu stärken und zur Partizipation anzuregen
    • Die Integration und die Teilhabe am kulturellen Leben von Familien mit und ohne Migrationshintergrund zu ermöglichen

Umsetzung

  • „Mo.Ki" beschreibt eine Präventionskette von der Geburt bis zur Berufsausbildung. Angepasst an erschwerte gesellschaftliche Bedingungen werden Familien über institutionelle Übergänge hinweg begleitet, ein Beratungs- und Förderangebot aufgebaut, um Eltern zu unterstützen und Kinder möglichst früh zu stärken.
  • Um nachhaltige Erfolge in der pädagogischen Arbeit zu erzielen, werden die Fachkräfte trägerübergreifend qualifiziert und ein Netzwerk mit zahlreichen Kooperationspartnern aufgebaut.

Erfolge

  • Aus der Evaluation des Projekts ergab sich: Die Lebensqualität für Kinder und Familien hat sich verbessert. Es lässt sich behaupten, dass eine Vielzahl von Eltern an Bildungsangeboten wie z. B. Elternkursen teilnimmt, die nie aus eigener Motivation heraus eine Bildungsstätte aufgesucht hätten. Sowohl die Zahl übergewichtiger Kinder als auch die Zahl der Fremdplatzierungen ist zurückgegangen. Die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen stieg an. Auch meldeten mehr Familien mit Migrationshintergrund ihre Kinder früher in Kindertageseinrichtungen an.
  • Innerhalb der Kommune ist die Vernetzung der unterschiedlichen Bereiche deutlich stärker geworden. Sie wurde intensiver, indem gemeinsam Projekte entwickelt werden. Auch folgen Ämter, Träger und Einrichtungen einem gemeinsamen Leitgedanken, woraus einrichtungsübergreifende Arbeitsstrukturen zur Gestaltung des Sozialraumes entstanden sind.
  • Auszeichnungen: Als Good Practice wird „Mo.Ki" 2004 im Länderbericht der Studie „Starting Strong" der OECD hervorgehoben. Das Projekt war Gewinner des Deutschen Präventionspreises (2004), gewann den ersten Preis im Wettbewerb „Alle Talente fördern" von Mc Kinsey 2005, den 2. Preis in Beruf und Technik „Innovative Betreuungsmodelle" 2006 und ist Best-Practice-Einrichtung im Landesprojekt Familienzentrum NRW.
  • Ca. 98 Prozent aller Familien mit neugeborenen Kindern werden besucht und erhalten umfassende Informationen (Ordner) und Geschenke und Gutscheine.
  • 10 Prozent mehr Grundschüler/innen erhielten eine Gymnasial-Empfehlung 
  • Entwicklung eines Leitfadens für Familienzentren/Kindertagesstätten und Schulen bei „auffälligen Kindern und Kindeswohlgefährdung" mit dem Jugendamt

Kontakt

Inge Nowak

Koordinatorin
Stadt Monheim am Rhein
Grünauer Straße 10
40789 Monheim am Rhein
Telefon: 02173 - 68 75 14

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Monheim am Rhein Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

40.403

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-4,4

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!