Mülheim - Partizipation von Kindern und Jugendlichen an der Teilraumentwicklung

BIld stammt von Veit Mette, BIldnr. BIld stammt von Veit Mette, BIldnr. "Ruhrgebiet-125"

Die Stadt Mülheim an der Ruhr führte eine Teilraumentwicklungsplanung durch. Diese sollte zum Anlass genommen werden, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu erforschen, darzustellen und in das Teilraumentwicklungskonzept zu integrieren. Die Kinder und Jugendlichen wurden in den umfassenden und komplexen Planungsprozess einbezogen.

Ausgangslage

  • Die Stadt Mülheim an der Ruhr führte in den Stadtteilen Broich und Speldorf eine Teilraumentwicklungsplanung durch. Diese sollte zum Anlass genommen werden, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu erforschen, darzustellen und in das Teilraumentwicklungskonzept zu integrieren.
  • Die Teilraumentwicklungsplanung ist ein Steuerungsinstrument in der Stadtentwicklung und legt den Fokus auf stadtbauliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Teilräume. Hier wird auf die Bedürfnisse aller, auch der nachkommenden Generation, eingegangen. Dabei soll die Attraktivität des Lebensraumes verbessert und gleichzeitig die Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil gefördert werden.

Ziele

  • Ziel der Teilraumentwicklungsplanung Mülheim-Broich/Speldorf war die Sicherung und behutsame Weiterentwicklung vorhandener räumlicher Qualitäten wie z. B. Brachflächen mit hohem Spiel- und Erlebniswert. Darüber hinaus sollten Informationen gewonnen werden, die zur Bereitstellung bedarfsgerechter Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche führen können.

Umsetzung

  • Bei der Teilraumentwicklungsplanung wurden bereits im Jahr 2004 Erwachsene durch Bürgerforen beteiligt. Anschließend war die Meinung der Kinder und Jugendlichen gefragt.
  • Die jungen Menschen wurden ab Februar 2005 in den umfassenden und komplexen Planungsprozess einbezogen, indem sie ihren Lebensraum erforschten, Treffpunkte, Spiel- und Aufenthaltsorte, Konflikträume und Veränderungswünsche benannten. Durch den Einsatz verschiedener Beteiligungsmethoden (Streifzüge, Mental Maps, Planungswerkstätten etc.) wurde eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen erreicht, die umfangreiche Ideen für die Teilraumentwicklungsplanung entwickelt haben.
  • Das Vorhaben wurde im November 2004 durch die Stadtentwicklung und Jugendhilfeplanung konzeptionell entwickelt. Zu Beginn des Jahres 2005 wurden erste konkrete Vereinbarungen mit dem Planungsbüro Stadt-Kinder aus Dortmund getroffen.
  • Im ersten Quartal 2006 wurden die Planungsergebnisse dokumentiert und den politischen Entscheidungsgremien mit dem Ziel vorgestellt, diese in die Teilraumentwicklungsplanung Broich/Speldorf aufzunehmen. Dieses Ziel wurde durch einen Ratsbeschluss erreicht. Die vorgeschlagenen Projekte sollten je nach Umfang und objektiven Kriterien kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden.
  • Die Kinder und Jugendlichen wünschten sich mehr Spiel- und Sportmöglichkeiten, die Errichtung eines Schwimmbads und eines Skaterparks, weniger Verkehr und mehr Natur, die Verschönerung von Stadt und Spielplätzen sowie eine verbesserte Angebotsstruktur (Jugendcafé, Billardspiel usw.).
  • Als Ergebnis entstand ein Themenplan, der die Grundlage für die Entwicklung eines Maßnahmen- und Vorhabenplans für die politische Entscheidungsebene sowie für die Verwaltung darstellt.
  • Schwerpunkte werden dabei auf folgende Maßnahmen gelegt: Entwicklungsschwerpunkte, Brachen, Spielplätze, Stärkung von Zentren, integrierte Aufwertung von Quartieren im mehrgeschossigen Wohnungsbau, Verkehr, Grünflächen, Spiel- und Sportflächen, Angebote für Jugendliche und Beteiligung.
  • Insgesamt nahmen etwa 400 Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen an den unterschiedlichen Beteiligungsformen teil. Die Altersspanne lag zwischen acht und 18 Jahren.
  • Das Beteiligungsprojekt war und ist nur möglich durch die Zusammenarbeit mit den Schulen, den Tageseinrichtungen, den Jugendeinrichtungen, der Stadtteilkonferenz, den kirchlichen Jugendgruppen und interessierten Jugendlichen. Die Koordinierung der Arbeit erfolgt über die Stadtentwicklung und Jugendhilfeplanung.
  • Die Gesamtkosten des Beteiligungsprojektes sind mit ca. 30.000 EUR zu beziffern; hierbei sind die Personalkosten der beteiligten städtischen Mitarbeiter nicht enthalten. Die Finanzierung erfolgte über Haushaltsmittel aus den Bereichen der Stadtentwicklungs- und Jugendhilfeplanung. Die Beschlüsse wurden vom Verwaltungsvorstand, dem Jugendhilfeausschuss, dem Planungsausschuss und dem Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr getroffen.

Erfolge

  • Bereits während des Projektverlaufes sind einige Hinweise der Kinder und Jugendlichen von der Verwaltung und der zuständigen Bezirksvertretung aufgegriffen und umgesetzt worden. Dies gilt insbesondere für Straßenquerungshilfen im Bereich von Schulen. Auch die Umgestaltung des Schulhofes an einer Grundschule konnte bereits realisiert werden. Die Anregung, ein Beachvolleyballfeld anzulegen, wurde im Rahmen der politischen Beratung des Gesamtberichtes aufgegriffen und zur Realisierung vom Planungsausschuss beschlossen.
  • Die Beachvolleyballanlage ist im Sommer 2008 eingeweiht worden. Weitere Projektvorschläge zur Aufwertung von Spielplatzgestaltungen sind im Rahmen der Bestandspflege umgesetzt worden.
  • Auf Grund der guten Erfahrungen aus der Teilraumplanung ist dieses Beteiligungsmodell auch für einen weiteren Stadtteil mit besonderem Betreuungsbedarf (Eppinghofen) erfolgreich eingesetzt worden.

Kontakt

Bernd Rose

Stadt Mülheim an der Ruhr
Schloßstraße 22
45466 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 - 45 54 503

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Mülheim an der Ruhr Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

167.108

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-3,7

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