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Münster - Betreutes Wohnen für ältere ehemalige Wohnungslose

Wohnen 60 Plus Wohnen 60 Plus

In Münster sind in einer ehemaligen Kirche Wohnmöglichkeiten für ältere ehemalige Wohnungslose entstanden, die auf deren besondere Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Einzelapartments ermöglichen individuelles Wohnen, die Gemeinschaftsflächen hingegen Geselligkeit und gemeinsame Aktivitäten. Durch innenstadtnahes Wohnen und Einbindung ins Stadtquartier werden die Bewohner ins Leben der Stadt integriert.

Ausgangslage

  • In Münster waren im Jahr 2013 über 700 Menschen wohnungslos.
  • Die meisten Wohnungslosen leben in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.  
  • Darunter sind auch ältere Menschen, die lange auf der Straße gelebt haben.
  • Diese leiden häufig unter besonderen körperlichen, psychischen und sozialen Problemen.

Ziele

  • Es sollen Wohnmöglichkeiten für ältere und pflegebedürftige Obdachlose bereitgehalten werden, die den besonderen Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht werden.

Umsetzung

  • Nach der Profanierung der Dreifaltigkeitskirche beherbergt sie seit Februar 2013 acht Apartments und eine Gemeinschaftsfläche für Langzeitwohnungslose mit anerkanntem pflegerischem und hauswirtschaftlichem Bedarf.
  • Es handelt sich um barrierefreie Mietwohnungen für Menschen, die sonst auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind.
  • Die Bewohner wurden bei der Gestaltung mit einbezogen.
  • Durch die Bewohnung eines eigenen Apartments inklusive Küche, Dusche und WC wird dem Bedürfnis nach Individualität und Privatsphäre Rechnung getragen.
  • Im Gemeinschaftsbereich hingegen stehen Zugehörigkeit, Geselligkeit und gemeinsame Aktivitäten im Vordergrund.
  • Die Bewohner werden von einer Sozialarbeiterin, einer Wirtschafterin, einer Hauswirtschafterin, fünf studentischen Mitarbeitern und ambulanten Pflegediensten unterstützt.
  • Die Hauswirtschafterin bereitet in der Gemeinschaftsküche Mahlzeiten für die Bewohner zu.
  • Um die Integration zu fördern, gibt es auch einige gemeinsame Aktivitäten mit anderen Bewohnern des Quartiers.
  • Die Mieter finanzieren die Wohnungen über ihre Renten sowie gegebenenfalls zusätzlich durch Grundsicherungsleistungen. Die Pflegeleistungen werden über die individuellen Ansprüche realisiert.
  • Träger ist der Förderverein für Wohnhilfen e. V., der mit verschiedenen anderen Trägern kooperiert, darunter das Haus der Wohnungslosenhilfe.
  • Während der Pilotphase (April 2012 – Dezember 2014) wurden Sozialarbeit und wissenschaftliche Evaluation aus dem Aktionsprogramm „Obdachlosigkeit verhindern – Weiterentwicklung der Hilfen in Wohnungsnotfällen" gefördert.
  • Insgesamt ist festzustellen, dass aufgrund von Alter und Erkrankungen mehr Pflegeeinsätze und hauswirtschaftliche Unterstützungen im Laufe der Jahre notwendig wurden.

Erfolge

  • In Münster können acht ehemalige Wohnungslose nun im Rahmen des Projekts „Wohnen 60plus" in der profanierten und umgebauten Dreifaltigkeitskirche leben.
  • Die „Wohn+Stadtbau wird aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Wohnprojekt „Wohnen 60plus" eine weitere Gruppenwohnung mit 11 Appartements für die Zielgruppe älterer und hilfebedürftiger wohnungsloser Menschen im Geschosswohnungsbau errichten. Diese wird im 3. Quartal 2018 fertiggestellt.
  • Ein Mieter konnte in eine Wohnung in der unmittelbaren Nachbarschaft des Projektes vermittelt werden. Seine Situation hatte sich stark verbessert, so dass dieser Auszug möglich war.
  • Ein großer Erfolg ist auch, dass alle Personen, die im Februar 2014 eingezogen sind, dort immer noch wohnen und sich wohlfühlen (Stand: Juni 2017). Die ambulante Versorgung durch „Wohnen 60plus" ist ausreichend, das Konzept hat sich somit als tragfähig erwiesen.
  • Darüber hinaus gibt es viele an dem Projekt interessierte Einrichtungen und Personen aus der Wohnungslosenhilfe und der Gesundheitshilfe. Auch international: Neben Interessenten aus Österreich und der Schweiz wurde zuletzt eine Delegation aus Luxemburg empfangen, die ein ähnliches Projekt plant.

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