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Rheine - Offene Moscheen gegen Vorurteile

Gemeinsame Gottesdienste und religiöse Feiern: Die Stadt ermunterte und unterstützte die muslimischen Gemeinden Rheines, die beiden Moscheen für alle Bürger zu öffnen. Auch die anderen Glaubensgemeinschaften öffneten sich im Gegenzug.

Ausgangslage

  • Als nahe zu den Niederlanden gelegene Stadt und als ehemaliger Standort der Textilindustrie ist Rheine schon seit der Industrialisierung Ziel von Zuwanderern.
  • Die größten ausländischen Gruppen in Rheine sind Türken, Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien und Portugiesen. Außerdem leben hier viele Aussiedler.
  • Die Stadt Rheine hat ein Migrations- und Integrationskonzept mit klaren Zielen, Handlungsfeldern und Prioritäten.
  • In der Stadt existieren zwei Moscheen, die Heimat für Muslime insbesondere türkischer, arabischer und jugoslawischer Herkunft sind.

Ziele

  • Etablierung eines interkulturellen Dialogs
  • Abbau von Vorurteilen und Ängsten auf allen Seiten

Umsetzung

  • Die Stadt trat mit beiden Gemeinden in einen direkten Dialog, stellte den gegenseitigen Kontakt her und ermunterte sie, ihre Gotteshäuser für alle Bürger der Stadt zu öffnen.
  • In der Folge haben Gruppen aus allen gesellschaftlichen Bereichen die Moscheen besucht und konnten auch deren religiösen Zeremonien kennenlernen.
  • Im Gegenzug haben die evangelischen und katholischen Gemeinden islamische Gruppen zu ihren Gemeindefesten eingeladen. Zu bestimmten Anlässen werden auch gemeinsam interreligiöse Gottesdienste durchgeführt.
  • In zahlreichen weiteren Schritten wird auf verschiedenen Ebenen gegenseitiges Vertrauen aufgebaut:
    • Herstellen von Kontakten zur Polizeiinspektion, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Moschee liegt, Einführen von jährlichen „Neujahrsempfängen"
    • Begehen islamischer Feiertage in Projektkindergärten
    • gemeinsame Organisation und Durchführung eines christlich-islamischen Friedensgebets
    • Imame werden bei Amtsantritt durch die Bürgermeisterin empfangen. Dadurch soll das Amt des Imams in seiner gesellschaftlichen Relevanz gewürdigt werden.
    • Ein Imam ist an besonderen Schulgottesdiensten (Entlassfeiern, Jubiläen) beteiligt.
    • Ein Imam und der Dechant sind Mitglied im Netzwerk Migration.
    • Die „Freitagspredigt" liegt in deutscher Sprache aus.
  • Es wurde ein „Interkulturelles Aktionsforum für Beheimatung" von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit gebildet. Es besucht Moscheen, Kirchen und Tempel sowie Museums-Ausstellungen zur Religionsgeschichte.

Erfolge

  • Durch die Öffnung der Moscheen konnten zahlreiche Vorurteile abgebaut werden. Vor allem konnten Ängste beseitigt werden, die Moscheen könnten etwa als Orte für Hasspredigten und extremistisches Gedankengut dienen.
  • Inzwischen gibt es zahlreiche Zeichen der Annäherung: Eltern aller Religionen kommen zum Ramadanfest in den Kindergarten, muslimische Kinder nehmen am Nikolausfest teil und alle gemeinsam feiern das Lichterfest der Hindus.
  • Bei religiösen schulischen Veranstaltungen (Entlassfeiern usw.) werden auch muslimische Geistliche eingeladen.
  • Eine katholische Kirchengemeinde stellt einen Teil ihres Friedhofs für muslimische Begräbnisse zur Verfügung.
  • In den Rheiner Schulen stellen unterschiedliche Religionen keinen Anlass für Auseinandersetzungen unter Schülern dar.
  • In der Stadt konnte sich keine ausländerfeindliche Szene etablieren.

Kontakt

Integrationsrat Rheine

Stadt Rheine
Klosterstraße 14
48431 Rheine

Weitere Informationen

  • Stadt Rheine
  • Integrationsrat Rheine
  • Bertelsmann Stiftung, Bundesministerium des Innern: Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik. Gütersloh 2005, S. 64

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

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