Dortmund - Schüler helfen Schülern

In der Dortmunder Nordstadt helfen ältere Schüler als Tutoren jüngeren Schülern dabei, ihre Schulleistungen zu verbessern. Die Treffen finden außerhalb des regulären Schulunterrichts statt. Die Schüler sollen Wissenslücken schließen und schnell wieder in der Lage sein, selbstständig zu lernen, während die Tutoren ihre sozialen Kompetenzen verbessern.

Ausgangslage

  • Aufgrund des Abbaus der drei traditionellen industriellen Säulen Kohle, Stahl und Bier ist Dortmund einem Wandel unterworfen. Die Dortmunder Nordstadt ist von diesen strukturellen Veränderungen besonders betroffen. 2013 lag die Arbeitslosenquote bei 25,8 %.
  • Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in der Nordstadt liegt bei ca. 65 %. An den beteiligten Schulen liegt er sogar bei ca. 60 – 80 %. Die Muttersprache von vielen Schülern und Schülerinnen ist also nicht Deutsch.
  • Das Helmholtz-Gymnasium wird von ca. 1000 Schülern aus 80 Nationen besucht.
  • Jugendliche, die einen Migrationshintergrund haben oder deren Eltern arbeitslos sind, haben eine geringere Chance auf einen guten Schulabschluss.
  • Viele Eltern haben kein Geld, um ihren Kindern teuren Nachhilfeunterricht zu finanzieren.
  • Gleichzeitig gibt es viele Schülerinnen und Schüler, die sich freuen, wenn sie anderen helfen und dabei selbst etwas lernen können. 

Ziele

  • Das Projekt „Schüler helfen Schülern" soll Schülern der Klassen 5 – 9 dabei helfen, ihre Schulleistungen in Deutsch, Englisch, Mathe, Französisch oder Latein durch individuelle und bezahlbare Förderung zu verbessern.
  • Es richtet sich auch an Schüler mit schlechten Schulleistungen, deren Eltern sich Nachhilfeunterricht nicht leisten können.
  • Die Lernschwierigkeiten der Kinder sollen schnell und effizient behoben werden, um sie wieder zum selbstständigen und erfolgreichen Arbeiten zu befähigen.
  • Die Tutoren sollen ihre Lehrfähigkeit stärken, Verantwortung übernehmen, Wissen vermitteln und ihre soziale Kompetenz stärken.

Umsetzung

  • Das Projekt „Schüler helfen Schüler" gibt es am Helmholtz-Gymnasium seit dem Schuljahr 2011/2012.
  • Der Unterricht findet nach Schulschluss statt.
  • Es kann zwischen Einzelunterricht und der Arbeit in einer Lerngruppe gewählt werden.
  • Die Tutoren haben intensiven Kontakt zu den Fachlehrern. Sie bekommen eine Aufwandsentschädigung für ihren Einsatz.
  • Die Förderung läuft in der Regel 6 – 8 Wochen lang.
  • Das Projekt wird bis Ende 2014 aus dem Programm „Soziale Stadt – Dortmund Nordstadt" finanziert. Für die Jahre 2015 bis Ende 2016 übernimmt der Rotary Club Dortmund-Hörde die Finanzierung.
  • Die Eltern zahlen einen Eigenanteil, der davon abhängt, ob ihr Kind Einzel- oder Gruppenunterricht bekommt. Bei Eltern, die Transferleistungen beziehen, wird die Teilnahmegebühr aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bezahlt. Deren Kinder bekommen Einzelunterricht.

Erfolge

  • Seit Projektbeginn im September 2011 bis zum Juli 2014 haben 671 Schülerinnen und Schüler dieses Angebot genutzt. Fast alle haben dadurch ihre Leistungen verbessert. Als Tutoren konnte das Helmholtz-Gymnasium im gleichen Zeitraum 233 Schülerinnen und Schüler gewinnen.
  • Einige Schüler, die früher Hilfe brauchten, sind jetzt selbst Tutoren.
  • Inzwischen helfen die Tutoren des Helmholtz-Gymnasiums auch Schülern benachbarter Schulen.
  • Darüber hinaus wird das Projekt „Schüler helfen Schüler" auch von anderen Initiatoren bundesweit an vielen verschiedenen Schulen angeboten und dort teilweise seit vielen Jahren mit großem Erfolg durchgeführt.

Kontakt

Stadt Dortmund

Stadtplanungs- und Bauordnungsamt
Brückstraße 45
44135 Dortmund

Helmholtz-Gymnasium

Münsterstr. 122
44145 Dortmund

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Dortmund Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

580.511

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-3,9

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