Steinhagen - Grundschule Amshausen

Das Kollegium der Grundschule Amshausen hat unter der Leitung einer gewählten Steuergruppe seit 1998 kontinuierlich am pädagogischen Konzept gearbeitet und seine Arbeit zielgerichtet weiterentwickelt. Die Gesamtpersönlichkeit eines jeden Kindes steht im Mittelpunkt und daher steht die Individualisierung von Lernprozessen stark im Fokus.

Ausgangslage

  • Kindheit und Jugend waren in den letzten 50 Jahren einem rasanten Wandel unterlegen. So haben sich die Aufgaben der Schule beständig erweitert.
  • Kinder werden mit unterschiedlichsten Voraussetzungen eingeschult.
  • Die Altersbandbreite beträgt bis zu zwei Jahre.
  • Kinder haben viele unterschiedliche Begabungen und unterschiedliche
    Lernbedürfnisse.
  • Alle Kinder sind verschieden und lernen und entwickeln sich unterschiedlich.

Ziele

  • Die Grundschule Amshausen, die sich den Gedanken der Agenda 21 verpflichtet fühlt, will ein Haus des Lernens sein, in dem sich Eltern, LehrerInnen und Eltern wohlfühlen, rücksichtsvoll miteinander umgehen und in dem Gemeinschaftserlebnisse auf kulturellem, sozialem und sportlichem Gebiet die Menschen verbinden. Verstehen, Kreativität und Selbstständigkeit sollen genauso wichtig sein wie Wissen. Jedes Kind soll mit Freude so viel lernen, wie es ihm möglich ist und dabei auch soziale Verantwortlichkeit entwickeln. Durch nachhaltige Lernerfahrungen sollen die Kinder offen werden für die gegenwärtigen und zukünftigen Schlüsselprobleme gegenwärtiger der Gesellschaft.

Umsetzung

Begabungsförderung durch Individualisierung

  • Während einige Kinder sehr begabt sind, weisen andere Entwicklungsdefizite auf.
  • Es wird versucht, durch frühzeitiges Screening die besser begabten Kinder genauso in den Blick zu nehmen wie Kinder mit fehlender Schulfähigkeit.
  • Das individualisierte Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen mit der Möglichkeit nach einem Jahr bis drei Jahren in die dritte Jahrgangsstufe überzuwechseln, stellt eine große Chance für hochbegabte Kinder wie auch für entwicklungsverzögerte Kinder oder Kinder mit Lernschwierigkeiten dar.
  • Kinder nehmen nach einiger Zeit das Lernen selbst in die Hand. Die vorzeitige Einschulung auf Antrag und ein Überspringen (Akzeleration) wird für schneller Lernende völlig unproblematisch, da diese Kinder schon lange nicht mehr mit den „Erstklässlern" lernen und fest eingebunden in eine gewohnte Lerngruppe in die Klasse 3 wechseln können. Das längere Verweilen und Lernen in verzögertem Tempo wird völlig akzeptiert.
  • Begabte Kinder können innerhalb des Unterrichts „Expertenaufgaben" wählen, die sie auch in der neuen Forscherwerkstatt ausarbeiten können.

Übergang Kindertageseinrichtung - Grundschule

  • Die Begleitung der künftigen Erstklässler erfolgt bereits in der Kindergartenzeit.
  • Bei der Schulanmeldung im November erhalten die Eltern einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung des Entwicklungsstandes des eigenen Kindes, den sie später wieder mitbringen.
  • Grundsätzlich werden alle schulpflichtigen Kinder aufgenommen, um so eine frühzeitige Selektion und Stigmatisierung zu verhindern. Auch die vorzeitige Einschulung (Akzeleration) wird erleichtert, da die Kinder bei Bedarf bis zu drei Jahre in der Eingangsstufe verbleiben können.
  • Seit einigen Jahren nimmt die Grundschule Amshausen vermehrt hochbegabte Kinder aus den Nachbargemeinden und -städten in die Eingangsstufe auf, etliche auch vorzeitig. Darüber hinaus wechseln noch weitere hochbegabte Kinder während der Grundschulzeit an die Schule. Die enge Zusammenarbeit mit der Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh im Arbeitskreis „Hochbegabung" und die Zusammenarbeit mit Eltern erleichtert die Förderung von Kindern.
  • Die erste Diagnostik erfolgt lange vor der Einschulung um eine bruchlose Bildungsbiographie zu gewährleisten.
  • Eventuelle Entwicklungsdefizite oder besondere Begabungen werden schon jetzt dokumentiert und nach Gesprächen mit den Erzieherinnen als Grundlage für ein zeitnahes Elternberatungsgespräch genutzt.
  • In diesem Gespräch sollen den Eltern anhand einer schriftlichen Lern- und Förderempfehlung (für Eltern und Kindergarten) Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden, so dass in dem halben Jahr vor der Einschulung noch Forder-/Fördermaßnahmen greifen können. Kinder erhalten eine so genannte „Lerntüte" mit spielerischen Materialien zu unterschiedlichen Forder- oder Förderschwerpunkten.
  • In den folgenden Übergabegesprächen zur Einschulung, die regelmäßig zwischen amtsärztlichem Dienst und Schule sowie Kindergarten und Schule mit Zustimmung der Eltern einige Monate vor der Einschulung stattfinden, wird der Entwicklungsstand eines jeden Kindes genau beleuchtet.
  • LehrerInnen besuchen bei Bedarf bereits sehr früh ihre späteren SchülerInnen.

Individualisierung von Anfang an

  • In der ersten bis zweiten Schulwoche erhalten alle Kinder das kleine „Ich kann-Heft". Dieses Heft gibt am Anfang der Schulzeit einen recht guten Einblick in die bereits vorhandenen Kompetenzen der neuen Schulkinder.
  • 1. – 4. Schulwoche: Diagnostik und weitere Beobachtung in Teilungsstunden durch Förderlehrkraft in den Klassen
  • Klassenlehrkraft u. Förderlehrkraft weisen Kinder Forder-/Fördergruppen zu
  • Förderlehrkraft: Weitere Testung aus Diagnosebox Mathe oder Diagnosebox Deutsch
  • Förderlehrkraft: Forder-/Förderplanaufstellung
  • Spätestens zu den Herbstferien startet die durchgängige Individualisierung durch Lernangebote auf unterschiedlichem Niveau (fächerübergreifend und projekt­orientiert). Die unterschiedlichen persönlichen Neigungen und Fähigkeiten der Kinder fordern in fast allen Bereichen des Unterrichtes Maßnahmen innerer Differenzierung und Indivi­dualisierung.
  • Der Schultag musste neu rhythmisiert, der Klassenraum umstrukturiert, das Lernen individualisiert werden.
  • Die Notwendigkeit und Problematik einheitlicher Leistungsvergleiche und die damit verbundene Stigmatisierung einzelner Kinder entfällt, das Aufrücken in eine weiterführende Gruppe in einzelnen oder allen Fächern wird zeitlich individuell gestaltet.

Erfolge

  • Der Blick auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes ist geschärft. Kinder und LehrerInnen nehmen die Unterschiedlichkeiten der Menschen als normal und gewinnbringend für alle Beteiligten wahr. Individuelle Entwicklungsverzögerungen können durch den längeren Verbleib in der Eingangsstufe in gewohnter Umgebung ohne Wechsel der Lerngruppe relativ stressfrei aufgefangen werden. Schnellerer Entwicklung kann durch nur einjährige Verweildauer in der Schuleingangsphase begegnet werden und Unterforderung und Langeweile können so vermieden werden. Durch diese Möglichkeiten birgt die vorzeitige Einschulung von Kindern für deren Eltern weniger Risiko.
  • Seitdem die flexible Eingangsstufe neu geregelt ist, gibt es keine Nichtversetzungen mehr.
  • Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern hat die schulische Entwicklung enorm bereichert und befördert.
  • Umweltpreis der Gemeinde Steinhagen 2001
  • Hans-Schwier-Preis „Öffnung von Schule" 2003
  • Paulo Freire-Agenda Preis OWL 2004
  • Agenda 21-Schule in NRW 2005
  • Gütesiegel Individuelle Förderung 2007
  • Schule der Zukunft 2008
  • ProLesen-Schule 2009

Kontakt

Annette Hellmann

Schulleitung
Grundschule Amshausen
Auf dem Kampe 2
33803 Steinhagen

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Steinhagen (GT) Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stabile ländliche Städte und Gemeinden

Bevölkerung 2014

20.389

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-5,4

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