Werdohl - Werbekampagnen in Stadtteilen

Eine der Kernaussagen des Werdohler Integrationsprojekts (WIP) ist die Erkenntnis, dass Integrationsarbeit durch innovative Marketingstrategien der Bevölkerung vermittelt werden muss. Ziel der Politik ist es, Integrationspolitik nicht für Zuwanderer, sondern mit ihnen zu gestalten. Durch direkte Ansprache werden die Bürger einbezogen und beteiligt.

Ausgangslage

  • Werdohl hat mit über 20 Prozent den höchsten Anteil an Ausländern in Nordrhein-Westfalen. Der geschätzte Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 30 Prozent.
  • Der Niedergang der Stahlindustrie führte hier zu einer besonders starken räumlichen und schichtspezifischen Segregation. 35 Prozent der Arbeitslosen sind Zuwanderer, die meisten türkischer Herkunft. Besonders bei dieser Zuwanderergruppe konnte auch eine fehlende Integrationsbereitschaft festgestellt werden.
  • In den letzten zehn Jahren wuchs der Anteil der Ausländer in der Stadt um 13,2 Prozent, bedingt durch den Zuzug von Ehepartnern insbesondere bei der türkischen Bevölkerung.
  • Obwohl es keine offenen Probleme im Zusammenleben gab, stieg die Verunsicherung vieler Bürger gegenüber der nichtdeutschen Bevölkerung.
  • Das wachsende Konfliktpotential veranlasste die Stadt, das Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung (imap) mit der Entwicklung und Begleitung eines Integrationskonzeptes zu beauftragen.
  • Im Mittelpunkt steht hierbei die Erkenntnis, dass Integrationsarbeit durch Marketingstrategien der Bevölkerung vermittelt werden muss.

Ziele

  • Ziel der Werdohler Politik ist es, Integrationspolitik nicht für Zuwanderer, sondern mit ihnen zu gestalten.

Umsetzung

  • Bei der Entwicklung des Werdohler Integrationsprojektes (WIP) stand neben der Entwicklung eines Handlungskonzeptes unter Beteiligung internationaler Akteure die Vermittlung der Integrationsarbeit durch Marketingstrategien an die Bevölkerung im Vordergrund.
  • Durch gezielte Ansprache und Werbemaßnahmen konnten zunächst Vertreter aller Moscheegemeinden und weitere Zuwanderorganisationen zur Mitarbeit bei der Erstellung des Integrationskonzepts gewonnen werden.
  • Ein Logo warb auf Plakaten und Handzetteln dafür, sich am Prozess der Gestaltung und Umsetzung von Projekten zu beteiligen. Diese werden in Stadtteilrunden gemeinsam entwickelt. Die Zusammenarbeit der Stadtteilrunden wurde durch das Projektbüro der Kommune koordiniert.
  • Durch den Einsatz von Multiplikatorenteams konnten zahlreiche Bürger zur Teilnahme an diesen Stadtteilforen gewonnen werden. So konnten z. B. türkische Frauen durch eine direkte Ansprache in den Frauengruppen der Moscheen oder in den Kindergärten zu einer Teilnahme bewegt werden. Auch wurde im Rahmen des Freitagsgebets in den Moscheen für die Teilnahme am Integrationsprojekt geworben.
  • Ein Teil der Marketingstrategie war eine Bürgerbefragung, die das imap unter anderem zur Selbst- und Fremdwahrnehmung von deutsch- und türkischstämmigen Bürgern durchführte. Teil der Ergebnisse der Befragung war die Feststellung, dass beide Bevölkerungsgruppen die kulturellen Unterschiede für überbrückbar halten. Die Ergebnisse der Befragung werden ebenfalls auf der Website der Stadt veröffentlicht.

Meilensteine:

  • 2003: Eröffnung des Werdohler Integrationsprojekts WIP mit der ersten Sitzung der Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertretern der politischen Parteien, der Verwaltung und des imap.
  • Ab 2004: Beginn der Teilprojekte, die sich aus Querschnittsaufgaben ergeben und auf Stadtteilebene diskutiert, entwickelt und durchgeführt werden.
  • 2010: Erstmalige Erstellung eines Integrationsmonitorings zur Unterstützung der strategischen Steuerung des Integrationsprozesses.

Erfolge

  • Durch die professionelle Öffentlichkeitsarbeit schafft es die Stadt, die Erfolge der Integrationspolitik regelmäßig in Presse, Rundfunk, Lokalfernsehen und sogar auf den Lokalseiten der türkischen Zeitung Hürriyet zu platzieren. Das Gesamtprojekt wurde in zahlreichen Städten, auch außerhalb von NRW, auf Anfrage vorgestellt.
  • Durch den Einsatz der Stadtteilprojektleiter/innen als Multiplikatoren konnten zahlreiche Bürger, und gerade Zuwanderer, für die Mitarbeit am Integrationsprojekt gewonnen werden.

Kontakt

Uwe Wiederspahn

Stadt Werdohl
Goethestr. 51
58791 Werdohl
Telefon: 02392 - 91 72 94

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Werdohl Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Städte und Gemeinden in strukturschwachen ländlichen Räumen

Bevölkerung 2014

17.976

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-14,9

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