Wuppertal - Erziehungskompetenz³ (hoch drei)

Das Projekt „Erziehungskompetenz³" wird von den drei Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal durchgeführt um die Erziehungskompetenz von bildungsfernen Eltern zu stärken. Ein wichtiger Baustein dieses Projektes sind die Migrantenorganisationen, die das Projekt unterstützen und begleiten.

Ausgangslage

  • 2008 eskalierten soziale Spannungen in einem Wuppertaler Wohngebiet, in dem viele Familien und Alleinerziehende leben.
  • Diese Eltern sind häufig sehr jung und haben zum Teil sehr viele Kinder. Viele von diesen Familien verfügen nur über ein geringes Einkommen und eine geringe Bildung.
  • In dem Quartier leben zudem überproportional viele Familien mit Migrationshintergrund.
  • Eine Analyse mit den im Quartier tätigen sozialen Institutionen und Bildungseinrichtungen ergab, dass viele der Eltern, die dringend Hilfe und Unterstützung benötigen, nicht erreicht werden.

Ziele

  • Ziel des Projektes ist es daher, die Erziehungskompetenz der „bildungsfernen" Eltern nachhaltig zu stärken.

Umsetzung

  • Das Projekt „Erziehungskompetenz³" wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und in den drei Städten Wuppertal, Remscheid, Solingen durchgeführt.
  • Das Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal untersuchte im Projekt, ob mit den regulären Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe sowie des Bildungswesens auch die Erziehungskompetenz der Eltern gestärkt wird, die zur Gruppe der sogenannten „bildungsfernen" Eltern gehören.
  • Die identifizierten Angebote, die „bildungsferne" Eltern am besten erreichen, wurden daraufhin auf die maßgeblichen Faktoren untersucht und basierend auf den Ergebnissen in vier Mikroprojekten durchgeführt.
  • Die Mikroprojekte bestehen aus Regelangeboten der Kinder- und Jugendhilfe sowie von Bildungsinstituten, modifiziert mit den festgestellten Erfolgsfaktoren zum Erreichen der Eltern. Umgesetzt wurden diese Projekte zusammen mit Multiplikatoren aus Migrantenorganisationen, die als Experten für die Lebens- und Gefühlswelt der Eltern und zu ihrer Unterstützung eingesetzt werden.
  • Auf einer abschließenden Projektbörse wurde ein Austausch von professionellen Fachkräften und Multiplikatoren aller drei Städte ermöglicht.
  • Die Ergebnisse, die dort vorgestellt wurden, wurden in ein Handlungskonzept mit Anregungen und Empfehlungen für die praktische Arbeit der Regelinstitutionen mit „bildungsfernen" Eltern eingearbeitet.

Erfolge

  • Mit 150 Besuchern und Ausstellern war die Projektbörse ein großer Erfolg und zeigte den Bedarf nach Austausch, Anregungen und Zusammenarbeit in diesem schwierigen Themenfeld.
  • Aus einem der Mikroprojekte entwickelte sich eine bis heute andauernde Partnerschaft zwischen einer Grundschule und einer Migrantenorganisation. Die Zusammenarbeit umfasst die Elternarbeit und Fördermaßnahmen für Kinder.
  • Ein Anbieter der Kinder- und Jugendhilfe stellte sein Kurskonzept für Eltern mit pubertären Kindern und Jugendlichen um. Es beinhaltet nun weniger vorgefertigte Annahmen zur Sozialisationsvorgeschichte, eher tastet es diese zunächst vorsichtig ab. Insgesamt wird sehr viel mehr Zeit und Aufmerksamkeit auf das Gelingen einer gesicherten Verständigung gelegt.
  • Einzelne Entscheider im Jugendamt erklärten sich bereit, die Kosten für die erprobten Maßnahmen für den Fall einer Wiederholung zu übernehmen.
  • Die Vertreter der Migrantenorganisationen meldeten während und nach der Durchführung der Mikroprojekte Bedarf an Angeboten zu Erziehungsfragen für die Eltern in ihren Vereinen an.
  • Im Oktober 2011 wurde mit Landesmitteln ein weiteres Projekt bewilligt, das auf dem hiesigen aufbaut und in dem mit den Migrantenorganisationen und den professionellen Erziehungsfachleuten interkulturelle Erziehungskonzepte mit und für Eltern entwickelt werden sollen. Der Titel lautet „Interkulturelle Erziehungskonzepte³ – wenn Eltern, Migrantenorganisationen und Erziehungsprofis zusammenarbeiten."

Kontakt

Christine Roddewig-Oudnia

Fachbereichsleiterin
Stadt Wuppertal
An der Bergbahn 33
42289 Wuppertal
Telefon: 0202 - 56 32 750

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Wuppertal Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

345.425

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-4,4

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