Dokumentplatzhalter

Oberlausitz - Fabmobil: Ein fahrendes Zukunftslabor

Digitale Bildung auf dem Land: Das Fabmobil bietet Workshops an, in denen mit 3D-Druck, Virtual Reality, Robotik und Programmierung gearbeitet wird. Wichtigste Zielgruppe des Fabmobil sind Jugendliche. Sie können hier ihre kulturellen, künstlerischen und sozialen Kompetenzen ausbauen.

Ausgangslage

  • Die Region Ostsachsen und der Kulturraum Oberlausitz sind geprägt von starken Abwanderungsbewegungen in den 90er und 2000er Jahren. Dadurch fehlt eine gesellschaftlich wichtige Kerngruppe, die nötige Impulse in verschiedenen kulturellen Bereichen gibt.
  • In den ländlichen Regionen Ostdeutschlands gibt es extreme Lücken im Bereich der kulturell-politischen Bildung und der Bildung mit Neuen Medien.
  • Die Initiatoren des Projektes gaben bereits seit fünf Jahren regelmäßig Creative Technologies Workshops im ländlichen Raum.
  • Während eines Aufenthalts in Bautzen wurden die Projektinitiatoren Zeugen von Hetzjagden auf Geflüchtete durch Neonazis. „Das hat uns sehr schockiert und wir wollten einen nachhaltigen Beitrag zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung leisten.“ Christian Zöllner, Fabmobil

Ziele

  • Jugendliche in der Oberlausitz besitzen ein tieferes Verständnis von Digitalität.
  • Vitalisierung und Aktivierung bestehender kultureller Angebote
  • Aufbau neuer digitaler und zeitgenössischer Kultur- und Erlebnisformate
  • Übergeordnete Zielsetzung ist es, einen gesellschaftspolitischen und nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der kulturellen, künstlerischen und sozialen Kompetenz der Jugendlichen zu leisten.
  • Ausweitung des Projekts auf ähnliche Gebiete in ganz Deutschland

Umsetzung

  • Das Team des Fabmobil macht „coole Projekte“ mit jungen und interessierten Menschen zu Digitalkultur. Um auch Jugendliche im ländlichen Raum zu erreichen, wurde das Fabmobil eingerichtet.
  • Das Fabmobil ist ein mit Digitaltechnik und Werkzeugmaschinen ausgestatteter Doppeldeckerbus. Es fährt in regelmäßigem Turnus Schulen und Kulturorte im ländlichen Raum an. Seine Ausstattung beinhaltet u.a.:
    • Internet of Things Werkstatt
    • Workshop-Bereich für ca. 16 Personen
    • zwei 3D-Drucker
    • Lasercutter
    • CNC-Fräse
    • weitere kleinere Arbeitsplätze zum Experimentieren, Aufbauen und Abdrehen
    • kleine Werkstatt mit Handwerkzeugen, Standbohrmaschine, Tellerschleifer und Bandsäge
    • eine Bibliothek von bereits realisierten Projekten
  • Die Workshops behandeln Themen, die den jugendlichen Lebensrealitäten entsprechen und von Schule und Soziokultur nicht abgedeckt werden. Inhaltlich werden vor allem kulturelle, soziale und gesellschaftspolitische Aspekte thematisiert. Die Teamer agieren dabei auf Augenhöhe mit den Jugendlichen.
  • Workshops werden u.a. zu folgenden Themen angeboten:
    • 3D-Drucken
    • 360°-Video und Virtual Reality
    • Hardware hacking – Umbauen elektronischer Geräte
    • Digital Urban Inventions – digitale Streetart
    • New musical Interfaces
  • Die Angebote des Fabmobil sind für die Jugendlichen kostenlos und eine Anmeldung ist nicht zwingend.
  • Generationsübergreifender Lernprozess: In den Workshops des Fabmobil arbeiten Smartphone-erfahrene Jugendliche mit arbeitserfahrenen und teils pensionierten Technikexperten zusammen.
  • Das Fabmobil vernetzt die in der Region verteilten Kultur- und Bildungsorte. Informationsmaterialien werden breiter verteilt und Aufmerksamkeit für ein regionales Kulturangebot erzeugt. Das erleichtert die Knüpfung neuer Netzwerke.
  • In den Prozess einbezogen sind die Vereine, Initiativen und Institutionen „Steinhaus e.V.“ Bautzen, „Medienkulturzentrum Dresden“, „Partnerschaft Demokratie“, „Weltoffenes Sachsen“, „Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung“, „Kulturfabrik e.V.“ Hoyerswerda, „Hillersche Villa e.V.“ Zittau, „Second Attempt e.V.“ Görlitz, „Im Friese e.V.“ Kirschau und die „Sorbische Stiftung“ Bautzen.
  • Als Förderer sind beteiligt: Die Kulturstiftung des Bundes, Die Kulturstiftung des Freistaat Sachsen, das Sächsische Ministerium für Kunst und Wissenschaft, sowie die PWC Stiftung. Das Designstudio The Constitute hat sich ebenfalls konzeptionell und finanziell beteiligt.

Erfolge

  • Das Fabmobil ist bereits ein Jahr unterwegs und die Workshops sind regelmäßig optimal ausgelastet.
  • Erste Jugendliche entwickeln mittlerweile selbständig eigene Projekte.
  • Eine Folgefinanzierung des Fabmobil ist in Aussicht.
  • Das Fabmobil wurde für verschiedene Preise nominiert:
    • BKM-Preis Kulturelle Bildung (2018)
    • Innovationspreis Weiterbildung Sachsen (2018)
    • Sächsischer Staatspreis Design (2018)

Kontakt

Sebastian Piatza

Projektleitung
Constitute e.V.
Jordanstraße 16
01099 Dresden
Telefon: 0151-59215114

Weitere Informationen

FABMOBIL: www.fabmobil.org

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Bautzen (BZ)Sachsen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2016

39.963

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-12,6

Dokument

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!