Potsdam - Haus der Generationen

Begegnungsraum für gute Nachbarschaft: Die Großwohnsiedlung „Am Schlaatz" liegt im Südosten Potsdams, etwa 25 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das Wohngebiet ist geprägt von den Auswirkungen der ökonomischen und soziokulturellen Benachteiligung eines Großteils der Bewohner. Hier etablierte sich der Nachbarschaftstreff „Haus der Generationen und Kulturen" im Friedrich Reinsch Haus.

Ausgangslage

  • Die Großwohnsiedlung „Am Schlaatz" liegt im Südosten Potsdams und ist das Zuhause von Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Nationen. Den größten Bevölkerungsanteil bilden hier Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, dem Libanon, aus Afrika und Deutschland.
  • Etwa 25 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das Wohngebiet ist geprägt von den Auswirkungen der ökonomischen und soziokulturellen Benachteiligung eines Großteils der Bewohner.
  • Als Sanierungsfall wurde der Stadtteil in das Förderprogramm „Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete" aufgenommen.
  • Aus den Förderprogrammen „ZiS 2000 – Zukunft im Stadtteil" und „Soziale Stadt" wurden dem Stadtteil erhebliche Mittel für den Stadtteilumbau und die Entwicklung der sozialen Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Ziele

  • Schaffung eines Raumangebotes für Begegnung im wohnungsnahen Umfeld
  • Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens und der sozialen Integration
  • Vermittlung zwischen den Kulturen
  • kreativer Lernort für Jung und Alt

Umsetzung

  • Der Nachbarschaftstreff Milanhorst, „Haus der Generationen und Kulturen" wurde in einer leerstehenden ehemaligen Seniorenfreizeitstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) eingerichtet.
  • Initiiert wurde das Projekt von der Eigentümerin des Wohnkomplexes der GEWOBA (einer Wohnungsbaugenossenschaft). Träger ist der Verein „Soziale Stadt Potsdam e. V."
  • Die offizielle Eröffnung des Nachbarschaftstreffs Milanhorst fand im Mai 2006 statt. Seither bietet der Nachbarschaftstreff einen großen Raum für Feste, Feiern, Bildungsveranstaltungen, Vorträge und vielfältige soziokulturelle Angebote. Kleinere Räume stehen für Beratungen und Kleingruppenarbeiten zur Verfügung.
  • Das Angebot des Nachbarschaftstreffs konzentriert sich auf konkrete und niedrigschwellige Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren und mit den Akteuren vor Ort gemeinsam geplant und durchgeführt werden.
  • Die Angebote reichen von der Gestaltung des Nachbarschaftstreffs über Schulprojekte für den dauerhaften Aufbau nachbarschaftlicher Beziehungen bis hin zu Jugendkonferenzen. Auch generationenübergreifende Projekte in Form von Patenschafts- und Mentorenprogrammen sind Teil des Konzeptes.
  • Jährlich lädt das Haus zur Nachbarschaftskonferenz über zwei Tage ein, in der Projekte und Angebote entwickelt werden.
  • Generationengespräche finden vierteljährlich zu interessanten und aktuellen Themen aus Politik und Kultur statt.
  • Potsdamer Köpfe: Hier stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region Potsdam ihre aktuellen Forschungsthemen einem interessierten Publikum vor.
  • Jährliche Stadtteilfeste mit allen Kulturen und Religionen, die im Stadtteil leben.
  • Zusammen mit der „Schlaatzer Allianz" werden jährlich zwei Stadtteilkonferenzen abgehalten.
  • Weitere Projekte sind u.a.:
    • das Kieztheater, das von einer Theaterpädagogin angeboten wird
    • Lesungen und Malen mit und für Kinder,
    • Bildungsangebote von Afrikanern an afrikanische Kinder mit dem Ziel, mehr Selbstbewusstsein in die eigene Kultur des Lernens zu gewinnen
    • Stärkung der Eltern,
    • Senioren-AG Verkehrslenkung,
    • Amtsbegleiter für Menschen unterschiedlicher Herkunft,
    • psychologische Beratung für russischsprachige Migranten
    • das Schlaatzer Liederbuch
    • das Stadtteilradio "schlaatzfm", das von 2011 bis 2015 auf Sendung war
    • Seniorenprojekt Teppichcurling
  • Veranstaltungen und Neuigkeiten werden über die eigene Website, Facebookseite und einen RSS-Feed angekündigt.
  • Der Umbau wurde von der GEWOBA finanziert und mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Zukunft im Stadtteil" (ZiS) gefördert.

Erfolge

  • Der Nachbarschaftstreff hat sich inzwischen etabliert.
  • Aus den Nachbarschaftskonferenzen entstehen regelmäßig neue Projekte, die selbstorganisiert von den Ideenbringern umgesetzt werden.
  • 2010 erhielt der Verein mit dem Projekt der Nachbarschaftskonferenz „Nachbarn leben miteinander" den Integrationspreis der Stadt Potsdam.

Kontakt

Daniel Beermann

Friedrich Reinsch Haus
Milanhorst 9
14478 Potsdam
Telefon: 0331 - 55 04 169

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

PotsdamBrandenburg

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2015

167.745

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

11,6

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!