Trier - ExWoSt-Projekt: Bewertung und Umsetzung des ersten Integrationskonzeptes der Stadt Trier

Der Stadtteil Trier-Ehrang/Quint hat sich zum Ziel gesetzt, den Entwurf des gesamtstädtischen, kommunalen Integrationskonzeptes auf die Bedürfnisse und Potenziale des Stadtteils Ehrang/Quint zu beziehen. In dieses Konzept werden die Bewohnerschaft und andere Akteure mit einbezogen, um den Entwurf zu operationalisieren sowie exemplarisch zu testen.

Ausgangslage

  • Der Stadtteil Ehrang/Quint ist ein ehemaliger Arbeiterstadtteil. Hier wohnen viele Menschen mit Migrationshintergrund. Da Ehrang/Quint früher eine selbstständige Gemeinde war, ist der Stadtteil mit deutlicher Entfernung zur Stadtmitte zu einem (klein-)städtischen „Mikrokosmos" mit vielfältigen Akteuren und Netzwerken geworden. Der Ortskern von Ehrang ist Programmgebiet der „Sozialen Stadt".
  • In der Stadt Trier wird seit 2008 ein gesamtstädtisches Integrationskonzept erarbeitet. Der Erstellungsprozess dieses Konzeptes wurde vom Oberbürgermeister mit hoher Priorität versehen und von akteursübergreifenden Projektgruppen erarbeitet.
  • Der Entwurf konnte im Frühjahr 2011 öffentlich vorgestellt werden. Er formuliert Grundsätze zur Integrationspolitik sowie Ziele, Handlungsansätze und Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern.
  • Dem vorausgegangen ist eine politische und inhaltliche Debatte um Integrationsstrategien und die Notwendigkeit eines Integrationskonzeptes, die maßgeblich vom 1994 gegründeten Ausländerbeirat (seit 2010 Beirat für Migration und Integration) ausging.
  • Vor diesem Hintergrund bewarb sich der Beirat für Migration und Integration beim ExWoSt (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau)-Forschungsfeld „Integration und Stadtteilpolitik" und wurde als eine der sechs Modellkommunen ausgewählt.

Ziele

  • Ziel war es, den Entwurf des gesamtstädtischen, kommunalen Integrationskonzeptes auf die Bedürfnisse und Potenziale des Stadtteils „Ehrang/Quint" zu beziehen und in der Diskussion mit Bewohnern und Akteuren zu operationalisieren sowie exemplarisch zu testen.
  • Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen kontinuierlich in die Arbeiten am gesamtstädtischen Integrationskonzept mit einfließen.
  • Auf der Stadtteilebene ist es Ziel des Modellvorhabens, die Stadtbevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund aktiv zu beteiligen und für die Gestaltung des Integrationsprozesses vor Ort zu mobilisieren.
  • Die Zusammenarbeit von städtischen Gemeinden und Stadtteilakteuren soll intensiviert werden. Für die gesamtstädtische Ebene sollen die stadtteilbezogenen Integrationsstrategien, die Wirkungen, Defizite und Potenziale des gesamtstädtischen Konzeptentwurfes erfasst und die Praktikabilität des Gesamtkonzeptes überprüft werden.

Umsetzung

  • Der Beirat für Migration und Integration ist Träger des Projektes. Zudem übernimmt ein Projektteam die Prozessgestaltung und sensibilisiert und mobilisiert die Akteure und Bewohner vor Ort.
  • Der Transfer auf gesamtstädtischer Ebene erfolgt über den Lenkausschuss für das gesamtstädtische Integrationskonzept. Das Gremium wird regelmäßig über den Verlauf der Ergebnisse des Modellvorhabens informiert.
  • Die Gruppe der Projektbeteiligten auf Ebene des Stadtteils umfasst Träger von Integrationsmaßnahmen, Vereinen, Verwaltung, Politik, Polizei und Schulen.
  • Der Ortsvorsteher nimmt aktiv am Prozess teil und verbindet ihn mit den politischen Entscheidungsgremien auf Stadtteilebene (Ortsbeirat).
  • Das Projekt basiert auf einer Datensammlung, auf Treffen mit Projektbeteiligten und Aktionen wie Schnuppermitgliedschaften für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien in Vereinen.
  • Zudem wird eine Bildungsreihe für Kinder unter dem Titel „Eine Reise um die Welt" zum Thema kulturelle Vielfalt, ein Straßenfest in einer Siedlung mit vielen Bewohnern mit Migrationshintergrund sowie eine Bewohnerversammlung veranstaltet.

Erfolge

  • Bei vielfältigen Akteuren auf Stadtteilebene ist ein Bewusstsein für das Thema „Integration" entstanden.
  • Es ist eine stabile Kommunikationsstruktur entstanden.
  • Auf Stadtteilebene ist zusammen mit städtischen Akteuren ein Akteursgremium entstanden.
  • Es wurden ein Netzwerk- und ein Aktionsteam etabliert.
  • Es wurde erfolgreich eine Versammlung für Migranten durchgeführt.
  • Die Bevölkerung wurde bei den Aktionen beteiligt.
  • Es ist eine beispielhafte Darstellung der Anpassung der städtischen Integrationspolitik in anderen Stadtteilen und gesellschaftlichen Bereichen gelungen.
  • Ideen der stadtteilorientierten Integrationspolitik sind in andere Stadtteile und gesellschaftliche Bereiche transferiert worden.
  • Die Arbeit des Beirats ist durch das Projekt stärker stadtteilorientiert.
  • Die Projektergebnisse kommen sowohl dem Stadtteil und deren Einwohnern (mit und ohne Migrationshintergrund) zugute als auch der Entwicklung der städtischen Integrationspolitik.

Kontakt

Dr. Maria de Jesus Duran Kremer

Vorsitzende Beirat für Migration und Integration
Stadt Trier
Am Augustinerhof
54290 Trier
Telefon: 0651 - 71 84 450

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Trier Rheinland-Pfalz

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

108.472

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

0,3

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!